Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 29 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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deriing aus Asien und Nordafrika (Gruppe V) mil 2410 Einwanderern oder zirka 8»;«, dannjolgt Sûdeurèpa und der angelsächsische Kulturkreis (III und^ VÎ), während Westeuropa (IV), in dem es den Juden wirtschaftlich und politisch verhältnismäßig am besten geht, nur 141 Einwanderer, nicht einmal ein halbes Prozent schickt. » . Drei Viertel der Ein wander unfpvso 1933 wird übrigens von nor f ü n f > Ländern bestritten, nämlich: Polen 13 125 (43,6 «ä), Deutscblsnd ,5392 (173 •/»), Griechenland 1256 (4,0 o/o), Yemen 1287 (4,1 °/o), Vereinigte Staaten 116^(3,8 «*>), lusammen 22229 (73,3«*). ■* Der Rest verteilt sich auf nicht weniger all* 43 andere' Lander, Nimmt man nur den Mindestsatz von £ 1000 - pro Kapi tal isteneih wanderer an, so «ind 1933 allem £ 3 250 000 auf diese Weise nach Palästina importiert worden. In Wirklichkeit liegt diese Summe aber viel höher.'Nach Gureyich und Cyder o witsch, die diese Erage in einer hier besprochenen, sehr interessanten Studie eingehend untersucht haben •( „Eiuwanderungsstruktur und Kapitalimport Palästinas", Jerusalem 1933) liegt der Durchschnitt pro Einwanderer unter Kategorie ,.A ' (£ 1000) bei £ 3763. Für 1933 würde das also einen Kapitalimport von: nicht "weniger, ab rund £ 12 430000 bedeuten! Jedoch dürfte diese Zähl tu hoch gegriffen sein, da besonders unter den, Kapitalistenein wandprern aus Deutschland, die 55 o/o dieser Kategorie darstellen, die weitaus, überwiegende Mehrzahl nur genau £ 1000 mitgebracht hat. Immerhin wird man mit durchschnittlich £ 2000 prb Kopf, d, <h. insgesamt £ 7 000 000, der Wahrheit wohl.ziemlich nahekommen. Was der Zustrom von 90 Millionen Mark (deren Kauf wert im Lande übrigens" weit höher liegt und bei 120 Millionen ancuseUen ist) innerhalb'eines Jahres für ein so kleines und bevölkerungsarmes Land wie Palä-, stina bedeutet, ist kaum iu ermessen, ganz abgesehen von dem mindestens ebenso wertvollen Kapital an menschlicher Energie, Initiative und Erfahrung.-die auf diese Weise mit ins Land gekommen sind, .und die in einem ungeheuren Aufschwung von Industrie, Handel und intensiver Landwirtschaft ihren Ausdruck •"finden„ Hier liegt auch der, Schlüssel für die sonst unerklärliche Tatsache. d*ß Palästina mit einer zu 75<Vo'passiven Handels- 'bihuiz nicht nur nicht Bankrott erleidet, sondern als beinahe einziges Land der Erde von der Weltwirtschaftskrise völlig unberührt geblieben ist. " «•/•..' . An dritter Stelle steht die Einwanderung von A n g e h ö r i - gen \(in im Lande schon Ansässigen und Eingeordneten, die 1 stets einige Tausende nach Palästina' Dringt, während Handwerker mit' £ 250 Kapital leider noch, einen sehr geringen Prozentsati darstellen. Die Regierung gibt Handwerhervisen sehr ungern und läßt die betreffenden Leute ^lieber aüf Arbeiter- \ Zertifikate einwandern/da die Jewish Agency so das'Risiko, für ■ein Jahr übernimmt. Auf der anderen Seite'Ist der Mangel an wirklich guten Handwerkern im Lande sehr groß und es sollten von jüdischer Seite Maßnahmen getroffen werden, geeignete Elemente, vielleicht durch. Gründung und Unterstützung von speziellen Handwerkerkooperativen, heranzuziehen. Wie bei allen Ein» anderungsbeWcgungen überwiegt der männliche Teil'; in Palistina allerdings nur leicht, wie die folgende Aufstellung, zeigt: Männer 12 762 (42,0 o/o), Frtkien 11 306 (37,4 o/o), Knaben (unter. 16 Jahren) 3196 (10,5 o/o X Mädchen (unter 16 Jahren) 3063 (10,1 o/o); zusammen 30327 (innn eft) «»in.L m o/n der Einwanderer kamen als solche ins Land, während nur 2465 Touristen, oder rund 200 im Monat, nachträglieh legalisiert wurden. Arbeitet : das Immigration Department iy diesem „Tempo - »eiler, so würde die.Registrierung, der 10000.,.Illegalen" noch vier Jahr» erfordern,!".— ,-£s kommt aus Frankreich die Nachrieht, daß die Komitees dort wie in anderen Ländern mit Mangel an Mitteln zu kämpfen haben, und zudem die Eingliederung der Einwanderer aus Mittel- und Osteuropa in die französische"Arbeits- und Wirtschaftsfront auf große Schwierigkeiten stößt, und die Weiter Wanderung nach Palästina für die Massen der jüdischen Ejngewandertezi in Frank 1 reich die einzige Hoffnung bleibe. — ■ . . - J.. .. J.-.V., ,■• '. ,f _ , .-• - ■ •"*■-» *T - A1»j*,h •" " Es sei darauf hinge wiesen*, daß das Palis! ins-* Amt der Jewish Agency in Berlin in dem Blatt „Alijah" Informationen für l'aläsfinaauswanderer herausgibt. Die letzte Nummer ist im Januar 1934' erschienen; eine neue Auflage*, wirnVwie wir hören, * t :% rL i; ~<M mm ~ /- ■'. Persien J «;V Nach Informationen, die die persische Gesandtschaft gab, ist Pejsien, das auch durch die allgemeine Wirtschaftskrise betroffen -ist, im allgemeinen für Auswanderer nicht geeignet Die Regierung sei aber 'bereit, Gelehrte und bedeutende Persönlichkeiten »sowie Fachleute jeder Art in Persien aufzunehmen, die zum Aufbau des Landes wertvolle Dienste leisten können. Der Kreis für solche, Fachleute wird weit gesogen, u. a. .kommen in Betracht: Arzte, Ingenieure, Professoren, wissenschaftliche krafle. Vertreter der .Landwirtschaft; eventuell käme ein Engagement in Frage. -—Von einem nach Persien ausgewanderten Arzt sind'.uns einige interessante Mitteilungen .zugegangen. Es würden vor .. allem Handwerker auf allen Gebieten gebraucht, die ' eine gewisse Ausbildung in ihrem Fach genossen haben, müssen. Für alle Berufe 'sei die Kenntnis der Landesspracheraap. Englisch, oder in Teheran resp. im Norden des Landes. Französisch eine Grundbedingung. Wan dürfe nicht zu erwähnen vergessen, dali die persische,Regierung jedes Jahr >o und so viele ihrer jungen Leute auf europäische Hochschulen schickt; die. dann nach bestandenem Examen sis Ingenieur, .Arft, Zahnarzt, Tierarzt oder Pharmazeut nach einer gewissen Zeit zurückkehren und den Europier immer mehr und mehr zurückdrängen werdtn.. Er führt in diesem Zusammenhange des weiteren an, 'daß Erlaubnis an Aeczle zuuSciut für fünf Jahre erteilt, worden sei'. Da« Lehen sei nicht hiHi/er bei bedeutend herabgesetzten-Ansprüchen auf jedem Gebiet, als (jh in Deutschland "wire. Die Ycrdier^tmoglichke.ilen seien .aber um so vieles geringer, daß man selbst bei' dem etwas - tiefer stehenden Lebensmittelindex nicht besser davonkomme,* Besonder»/) hebt er noch hervor, daß die deutsche Gesandtschaft sien in musterhafter Weise bemüht habe, allen Eingewanderten in jeder Hinsicht ohne Cnterschied der Konfession behilflich zu sein. . - — Von. anderer Seite'erfahren wir folgendes: Irgendwelche Aussichten für Apotheker sind absolut nicht vorhanden. In Teheran beherbergt jedes dritte 'Haus eine Apotheke und in anderen Städten, wie Meehed oder Kermanshah, ist es nicht anders Dazu kommt, daß die arme Bevölkerung, die die absolute Mehrzahl apsnutcht, in die, Missionskrankenhiuser geht. Davon gibt os in Teheran ein amerikanisches, ein mohammedanisches, ein russisches*und ein katho- . lisches. Da bleibt .für Apotheker und Aerrte nichts übrig. Für einen absoluten Fachmann,., "Mechaniker, der .Maschinen mitbringen kann, Pressen und Stanzen, Zylinderschleifmaschine, -elektrische Schweißmaschine usw. gibt et vielleicht eine Beteiligungsmöglichkeit. Eine gute Möbeltischlerei gibt es überhaupt noch nicht. Am 27. .Dezember 1933 sind im Journal.officiel die Ausfübrungsbestimmungeb zu dem am 33. August 1933 genehmigten Gesetz über' die Niederlassung von ausländischen Ärzten, Apo- '.thekern, Zahnärzten und Heharamen in Persieh veröffentlicht worden» '■■> '" . ' Art. 1. Alle Mediziner, Dentisten, Apotheker und Hebammen fremder Staatsangehörigkeit, ohne Unterschied, ob' sie ihren Beruf bereits in Persieh ausüben oder dies zu tun beabsichtigen, haben sich bei der Obersten Gesundheitsbehörde (Administration de l'Hygiène)., sumelden und die Erlaubnis zur Ausübung, ihres Berufes nachzusuchen. — Anmerkung^Die in Persien ankommenden ausländischen Mediziner, Dentisten', Apotheker und Hebammen müssen sieh persönlich bei der Obersten Gesundheitsbehörde melden und die Erlaubnis nachsuchen. Vor der .Erteilung der Genehmigung ist ihnen die Ausübung ihres Berufes verboten. ■ «^ " ». Irl, 2 Das Gasiirh ist—schriftlich—auf—vnrgadriifklBm ■ ► - v i den tiatb^ten Wochen erscheinen. m*yä t..% :-jvfi*';«t. -1 ■ - Formular einzureichéh, das bei der Obersten Gesundheitsbehörde zu diesem Zweck erhältlich ist.' ' ':'^'\ Art. 3. Der Antragsteller hat deutlich anzugeben, in welchem der im Art. 1 aufgezählten 'Berufszweige et)'sich zw betitiiren beabsichtigt. ~ ..• ' \/ •■* ■ ■ ■ ,'■.«■'• Die Mediziner, Dentisten, ^pofnelter und Hebammen, fremder , Staatsangehörigkeit, die ihren Beruf in den Departements und. Provinzen Pcu-siens* ausgeübt haben unrT noch ausüben, können die Antragsformulare von den örtlichen Vertretern der" Gesundheitsbehörde erhalten und müssen sie vorschriftsmäßig ausgefüllt 'und vervollständigt bei der Zentralbehörde in Teheran einreichen. Art. 4. Der Antragsteller hat seinem Gesdch eine vom Unterrichtsministerium ausgestellte Beglaubigung seinesExamens * und der'Echtheit seiner wissenschaftlichen Zeugnisse, sowie ein Doppel'dieser «Urkunden beizufügen. , ■. , . A ft." 5. Nack prüfupg des Gesuches und der Beglaubigung des' Unterrichtsministeriums teilt die Oberste Gesundheitsbehörde \ , . ' ■iïm, > ■!'■ i •;. > . -.i ■ i '••»:• m rt? .1 -.r. ■ V- -r*' *«*" 1 ' i ■ ' V . 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