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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1934-08-01 · August 1934 · p. Seite 28

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1934. Bestand UB Ffm
Issue
August 1934
Date
1934-08-01
Page
Seite 28 (sequence 30)
Language
German
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m }-• 'S- / (indem letter 18 -Jahrei Durchführung: Bei Ehefrauen and Kindern unter 18 Jahren nen die An trig* bei den Immigration«-Department! der Palästina - Regierung in Jaffa, ßaita öder Jerusalem gestellt werden, die selbständig darüber entscheiden können* Bei anderen Verwandten ist lediglich die Zentralstelle in Jerusalem zuständig. Bewilligt die Palästina-Regierung das Gesuch, w erhalt der Antragsteller eine Anweisung an du betreffende Britische 'Konsulat im Auslande, das die Visa. für die anzufordernden Personen ausstellt. * . ■ VV Unabhängig davon können Einwohner Palästinas" ihre im Austand befindlichen Verwandten durch'das Immigrations-Department der Jewish. Agency anfordern. Dia Voraussetzungen sind dieselben wie bei der Anforderung durch die Regierung, jedoch, können es' auch entferntere Verwandte wis Neffen, Schwager usw. und auch Verlobte sein. Diese Behörde empfiehlt nach Prüfung die. auf diese Weise angeforderten Bewerbe/ dem zuständigen Palästina-Amt. Der Antrag dieses .Be3 xs wird» dann vom Palästina-Amt nach den für die Zuteilung jirt i f ikile der Kategorie C maßgebenden Bestimmungen entschieden; wird die Empfehlung aus Palistina berücksichtigt. A n f o r d e r u n g v o n S p e z i a la r b e i t e r n Bestimmung: Unternehmer, die einen besonderen Betrieb führen, können in -Ausnahmefällen Spezialarbeiter für diesen Betrieh anfordern. Die Notwendigkeit für die Einwanderung dieser Arbeiter muß ebenso nachgewiesen werden wie die Sicherheit der Existenz in Palistina.. Durchführung: Das Gesuch muß von dem Arbeitgeber, der bereits in Palistina seinen Betrieb errichtet hat, an das Immigrations-. Department der Palästina-Regierung gestellt werden. Als Unterlage ist ein zweijähriger,Arbeits-Vertrag nötig, der vom Industriellen-Verband in Tel-Awiw *>estätigt sein muß,___—. Diesen Antragen wird nur stattgegeben, wenn diese Arbeitskräfte im Lande nicht zu erhalten sind. * Allgemeine Bemerkungen: Jedes Einwanderungs-Zertifikat ■gilt nur für den Ehemann, Ehefrau und unverheiratete Kinder unter 18 Jahren. ' Religiöse Trauungen werden' nicht anerkannt. Eine standesamtliche Trauung ist gegebenenfalls nachzuholen. " . Den Einwanderern aller Kategorien wird empfohlen, gemeinsam mit ihren f Familienangehörigen nach Palistina, einzureisen. •-; v ~Wenn' ein Familienmitglied vorausfährt und die aWahkhleibtudin anfordern muß, sojbedeulet dies bei der gegen wirtigen Verwaltungspraxis eine Trennung der Famjlie häufig für enie Zeitdauer von einem halben Jahr und mehr. '* ~ ' "', i„ '-. t - Eine getrennte Einwanderung ist nur dann möglich, welfn sämtliche Pässe der Familienmitglieder gleichzeitig .bei Erhalt del Zertifikats visiert . werden. Dann können die zurückbleibenden Angehörigen allein innerhalb der Gültigkeitsfrist des Visums einreisen (bei AI-Zertifikaten 12 Monate, hei. C-Zrrtifikalenwird der Zeilpunkt im Einzelfall bestimmt). Der einreisende'Zertifikatsinhaber muß bei seiner Landung angeben, daß seine Familie zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem zu benennenden Hafen eintreffen wird. . ' v\ , Nach der amtlichen Statistik sind 1933 eingewandert 27 862 Juden, 1239 andere, und ferner als Einwanderer registrierte Reisende usw. Juden 2465, andere 411. Die Einwanderer verteilen sich auf folgende -Kategorien : : * , ■ ». 'f \ .:. ' ».■' Die Palästinaregierung hat (Or das Halbjahr Oktober TOT bis Märt 1934 5500 Zertifikate für juiiîellose Arbeiter ^davon-4250 für Arbeiter und 4250 für Arbeiterinnen) gewahrt. Für das zweite Halbjahr Mai bis September 1934 sind der t Jewish Agency 5600 Zertifikate zugeteilt worden. Im Juli sind von der Palfistina-Regierung noch 1200 weitere Einwanderungs- Zertifikate .bewilligt worden, * i . t : - » , ■ Der Kampf gégen Einwanderer,. di« als illegal betrachtet werden (Touristenetn Wanderung) ist von .den Paläst inabehönlen mit Schärfe durchgeführt worden. In der Sitzung dfcs Unterhauses*, vom 9. 11. 33 fahrte der Minister der 'Kolonien, Sir j Philip Canliffe-Ljster, u. a. aus, daß es zwei Kategorien gibe, die ohne Erlaubnis nach Palästina kämen, 1. Personen, dié die Grenze ohne Erlaubnis überschreiten und 2. Personen, denen -, als Reisenden ein Aufenthalt bis zu 12 Monaten gestattet wurde,' und, die nach Erloschen des Aufenthaltsrechts un Lande verbleiben. Die Zahl der zur ersten' Kategorie gehörenden Personen, sei gering. Gegen die unter die zweite Kategorie fallenden Personen wurden scharfe Maßregeln ergriffen. Unter anderem wurde erklärt, daß diè britischen Konsulats- und. Paß-, kontrollbeamten bestimmter Länder die Instruktion erhalten, von aHen Personen, i mit Ausnahme derjenigen, die erster Klasse reisen, die Hinterlegung von" '60 Pfund in bar als Kautiop oder eine entsprechende Garantie einer angesehenen Bank oder einer anderen Institutionzu verlangen. Personen, die bloß Nansenpässe oder gleichartige Personaldokumentejiaben, wurden nur in Ausnahmefällen Visa erhalten.. - ' Im Auszug geben wir aus einem Artikel der „Jüdischen Bundschau" vom 10. 4. d. J. über Einwanderung im Jahre 1933 folgendes wieder: ,- ''.. - „Die Einwanderung nach Herkunftsländern Der Einfachheit halber haben wir die jüdische Welt in sieben Zentren wie folgt eingeteilt: ■ ' I. Mitteleuropa: Deutschland,.. Danzig, Osterreich, Tschechoslowakei. II. Osten ropa: Finnland, Ehland, Lettland," Litauen, Rußland, Polen, Rumänien. JH."'Balkan und* , Südeuropa: Bulgarien, Griechenland, Ungarn, Italien, Jugoslawien, Spanien und Portugal. IV. Westnnd. Nordeuropa: Belgien, Frankreich, Holland, Schweiz und Skan- - dinavien. V. A s i c n und Nordafrika: Türkei, Aden und Yemen, Ägjjpten, Trinis, Algier, Marokko, Syrien, Irak, Persien, Afghanistan und Indien. VI. Angelsächsische Lände r England, Australien, Kanada, Südafrika, Vereinigte' Staaten. VII. Südamerika und übrige Länder. . Diese "sieben Gruppen umfassen die Haitptzentren jüdischer Siedlung in der Welt und die Kulturkreise, aus denen*sich die Palästinaeinwanderung. zusammensetzt. Nachfolgend eine Ober' * sieht über die "Gesamteinwanderung des Jahres 1933, nach Herkunftsgruppen geordnet: . , << : ' Personen mit einem Kapital von nicht Veniger als £ 1000 -Pen -ifaisunen mit einem pltal von nicht weniger als £ 260 Arbeiter .'> Studenten, Waisen, Pertonen religiöser Be-*> sebäftigung - Andere Kategorien u. Abhängige Ausgenommen v. d. Beetimmungen d.Einwanderungsverordnung Zusammen", Einwanderer Jaden Andere 2 6% fy 1261 ' 10969 161 413 187 13 766 21(662 v 1239 Touristen usw. registriert Jaden Andere 654 JUDEN Mona* Januar Februar März . . 11 26 196 48 276 . 1.642 610 4 142 -*prth Mai. . . Juni . . Jnli,. . . August . Septemb. Oktober . -8t 874- 110 148 ■V Novemb, Dezemb 1933 2 466 1 411 '•/o' Weitere 10 376 jüdische Einwanderer, die als Touristorf ins Land - gekommen-. waren, haben 'die -Erlaubnis' zu dauernder Niederlassung erhalten. Die Gesamtzahlen 27 862 -f 2105 4- 10 376 ergeben eine Gesamteinwanderung von 40 703. f)ic jüdische Einwanderung im ersten Halbjahr '1934 betrug nach der amtlichen Statistik : Einwanderer: 14089, Touristen usw. registriert: 1541. 94 •1 •107 893 614» 620 1188 969 1322 622 II 918 1110 1664 III 183 94 116 mil g» 4090-i-«» 6801 86 1487 99 1162 I 272 1782 ] 246 274(1 atJl 1877 843 6108 16514 1725 109 141 •20,2' 64,84 6,6 IV vi yil Gesamt 14 812 8 196 7 1289 -9"TT0r 46 116 7 M 16 149 r7 23 49 6 I 143 0.4 207 236 189 68 19 2410 y> 128 89 186 "143 172 103 20Q 69. 187 31 136 67 1448 4,7 102 66 118 TOT 121 119 196 206 "291 210 326 189 1979 6,4 2 249 1681 2 482 1827 1864 1263' 2 70& 2 443 3 903 4 449 3 837 1-737 80327 100,0 94,9 Nicht Joden 122 132 261 2S3 104 101 104 1\ 169 123 101 69 1 660 6.1 Insge- 8 371 1718 2 743 rrrtr 1968 1364 2807 2 513 4062 4 672 3 938 1826 31977 100,0 Die Gesamteinwanderungx naoh Palästina ist zu -rund 95 <v» jüdisch. Unter den Juden fuhrt die osteuropäische Gruppe (II) mit beinahe 55,°,'o, erst dann folgt Mitteleuropa (I) mit 6108 Einwanderern oder 20,2 o/o, einem Fünftel der jüdischen Einwan-, derung. 'An dritter Stelle, steht die nicht unbedeutende Einwan-

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