Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/6492417-6348840-6349425--229-4920424- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
M lauen, derm liAgkeit eine Schädigung der nationalen Interessen oder der öffentlichen Ordnung dariteüen könnte, besondere •. - Bestimmungen bitten erlassen werden müssen. Die wichtigsten davon sind:- » ' /Art 1—5. Fremde Staatsangehörige dürfen die Inseln nur betreten, wenn sie im Besitz eines gültigen, den, internationalen Bestimmungen entsprechenden Reisepasses sind. Da für deutsche Keichsangehörige Sichfvermerkszwang besteht, müssen die Pässe mit einem Visum der zuständigen spanischen Auslandsvertretung versehen sein. Art. 16. Die Bestimmungen des'DektfitsjuntuA September. ' 1932 (Arbeitserlaubnis) sind ebenfalb iu beachten. . Art. 19. Fremde, denen das Certificat de residencia entzogen wird, haben das Inselgebiet innerhalb von A Tagen zu verlassen. Verlängerung dieser Frist ist bei gehöriger Begründung und . entsprechendem Nachweis möglich.--— ■ ( '.- ' ' 's ■ ■ * - ' " ' -, ■ ■ ■ ■ - •'* . ■ Die politischen Spannungen, die 'in Spanien .herrschen, ' üben auch auf das wirtschaftliche Leben .ihre Rückwirkungen aüs. Wie in einem Zeitungsbericht vom Ebda Januar d. J. hervorgehoben wurde, ist viel Großkapital ins Ausland abgewandert, und darunter leidet die wirtschsftliehe Unternehmungslust sehr. Grundstücksmarkt und Bautätigkeit Hegen dar« nieder. Es fehlt auch vielfach an Kapital, urru-das Programm tier Regierung hinsichtlich der Agrarpolitik und der Industrialisierung durchzuführen. "Hit dem Großkapital Verschwand auch... der ergiebigste Steuerzahler. Lage des Arbeitsmarktes für Ausländer Unter dieser Oberschrift brachte die „Deutsche Zeitung fur Spanien', Nr. 415 vom W. Oktober 1933, folgende Mitteilung: ■ Im Frühjahr de* Jahre« 1932 erließ die spanische Regierung ein Gesetz, durch welches die1 Zulassung und NeuanstelluW ausländischer Arbeitskräfte sehr erschwert oder unmogKch 'gemacht wird. Auch die »panischen Angesteiften vereine wachen'ängstlich darüber, daß keine ausländischen Bewerber eingestellt werden, solange nur die geringste Möglichkeit vorliegt, die Stelle durch einen Spanier zu/besetzen. Die Tarif- ', und Arbeitsverträge der spanischen Bankbeamten machen di.e Neueinstellung deutscher Angestellter mehr oder Weniger unmöglich. Es muß deshalb allen stellungsuchenden i Handlungsgehilfen dringend davon abgeraten werden", ohne; eine feste Anstellung nach Spanien auszureisen. .." Vvt" In Anbetracht der sich in steigendem Maße (bemerkbar machenden Wirtschaftskrise und des wachsenden! Nationalbewußtseins spanischer Kaufleute wird es. auch immer schwerer, . hier als selbständiger Kaufmann, seihen Lebensunterhalt zu finden. Jedenfalls muß dringend davor gewarnt -werden, aus- , zuwandern, wenn nicht genügend Kapital, vorhanden ist, um die Verhältnisse: an Ort uzyd Stelle persönlich prüfen und ' - gegebenenfalls in die Heimat, zurückkehren zu können. Das gleiche kann von den kanarischen Inseln und den Balearen gesagt werden. — ... Wie von einem spanischen Komitee bemerkt wird, macht sich die wirtschaftliche Krisis in der Hinsicht fühlbar, daß es nur. in den seltensten'Fällen gelingt, Einwanderern schnell zu einer sicheren Existenz zu verhelfen. Uns ' linB einige charakteristische Fille bekannt, wo jungen."Menschen, qualifiziezten Handwerkern, -trotz größter. Anstrengungen) und obgleich sich das Komitee auch bemüht ha.t, ihnen zur Betätigung in ihrem Fach förderlich iu seih, nicht gelungen ist, sich auch \ nur eine bescheidene Existent aufzubauen. Sie waren . zur «:>_.JViederauswanderung nach ' einem anderen - Land gezwungen. V Nachstehend bringen wir /einen Auszug aTCT einem Schreiben eines Kaufmanns vom AdJ^pg Januar: t ' Es ist richtig, daß Spanien -unter der Weltwirtschaftskrise bisher weniger als anders Lander gelitten hat. Ei ist dies hauptsächlich in der tritgeschlössenen, WirUrhift. Spaniens begründet. Die verschiedenen., »panischen Industrien haben sich nicht erst während de* Weltkriege! entfaltet. So war s. ft. -die spanische Spinnerei- und Weberei-Industrie viele Jahre vor dem Kriege glänzend entwickelt und machte auch I . , Es ist richtig, daß fur gelernte Arbeiter die meisten Chancen »lret>, jedenfalls größere als -tüf angeferst* and — vor allem — all für die freien) Berufe. — Beiuglich Palma do "Mallorca ist zu bemerken, daß dort infolge der in den-letzten Jahren stark entwickelten Fri^ndenindustrie. wohl weitere Möglichkeiten sein werden. Ich möchte aber dringend vor Einrichtung anderer Industriell warnen, wie s. B. die ' Errichtung einer Gerberei' auf Mallorca, da diese Industrie sehon seit Jahren sich auf dem Festland, (Barcelona) an'einer schweren Krisis befindet. Es ist dringend anzuraten] daß.' vor Errichtung neuer Industrien in " Barcelona und Mallorca Jertrauonswürdige, seit langer Zeit im Lande» ansässige Leute tun Rat gefragt werden. »' " ' ■ ., « . " Wir fügen noch einige - Informationen aus P4.1 ma de Mallorca über . landwirtschaftliche Verhältnisse an: * . * 1. Das Klima ist sehr mild, im Sommer — April—Oktober — ganz heiß und trocken, der Winter sehr mild. Ernten gibt es von Feigen zwei-, Mandeln ein-, Kartoffeln und Gras zweimal. .. , , 8. Ich horte, daß man mit 6 Kühen sich ernähren kann, « der Betreffende muß selbst kalkulieren, ob das zutrifft. Gerechtet werden hier schweizerische und holländische Kühe. Eine Kuh kostet 800—1000 Pes. Eine Kuh gibt 8—W Liter Much. ' - ' S\ Em Pfund-Butter wird im Detail mit 4,25 Pes. verkauft, ' das Pfund niedrigerer Qualität aaf dem Markt schon mit 2,75 Pes. Die Milch wird meistens an Vermittler verkauft. Im. Detail zahlt der Verbraucher pro Liter 0,60—0,66 centv dem Vermittler maß sie bedeutend billiger abgegeben werden, ii Peseta 100 Centimo.) ' 4. Pur 6—8 Kobe lind 5 Hektar Wiesen nötig. Wiesen gibt es Iiier überhaupt glicht, das Gras muß gepflanzt werden. , . ". , 5. Die' Preise für Pferde sind von 300-0-2000 Peset. je nach Qualität. /; , ' ' ' > 6. Hühnerzucht ist lohnend, ein gutes Legehuhn kostet etwa 30 Peseja. Ein Ei kostet jetzt im Detail 0,15 cent., im Winter^,25 bis 0^0 cent. Bruteier kosten 1 Pes. . J 7. Für den Unterhalt einer Milchwirtschaft sind besondere Vorschriften, hauptsächlich wegen sanitärer Verhältnisse. 8. Beim Abschluß eines Vertrages konnte dem Petenten ein Vermittlungsbüro zur Seite stehen. '■ "* " 9. Arbeitslöhne, *hns ïfahrung"und Wohnung, 4—6 Pes. täglich. — Es" ist zu bemerken, daß die Arbeit auf dem Lande bei der große« Hitze Und' Besonders for einen nicht jungen Mann "sehr schwer ist, - 10. Für alle Emriehtungsgcgenstîndç, wie dergleichen, ist ziemlich hoher-Zoll zu zahlen, so ion der Mitnahme solcher Sachen abzuraten. ." '/• / "" ■ ' ■ ' ' ■ r . ..,'-.,»». ,* . \ - . » ■ -V;':. ■« , ■'■ .- '. f seli«oko«l(ywak*i Vssagebühr1««! Kurs: .100 tschech. Kronen W 10.45 RM. Reichsdeutscne: kein Visumswang. Für Staateangehörige von : _ ■ .7 Albanien: 10 Goldfr. (I Scbw. Fr. 1 GFr.). Bulgarien: einmalige Durchreise: 50 Lewa, Durchreise: 100 Lewa,, Einreise: 150 (Dauer 3 Monate): 1000 Lewa. Kurs:'4 Frankreich: kein Visumzwang. Polen: Transit visum Hin: 2.50 Zloty. .Hin 5 ZJoty;, einmalige Einreise: 12 Zloty. Rumänien: einmalige Durchreise: 1 Lei Gold ' einmalige Einreise auf : 30 Tage : 10 Lei. Gold Rußland: einmalige Durchreise: 5 Rubel (1 Rb.(—22 Kr.). Türkei einmalige Durchreise: 2 T. Pfund, einmalige Ein- , reite: 5 T. Hund: (1 T. Pf. - 21,Kr.) . Ungarn: einmalige Durchreise: 1,20 Pengö, einmalige Einreise; 6. Peogö. 1 Pengö - 0,909 Schw. Frs. K . Staatenlose: Säe bedürfen besonderer Genehmigung vom Ministeriuni des Äußeren in Prag. Einmalige Durch-; ,' -. reise 5 Kr-., zweimalige Durchreise : ' 10 Kr., einmalige Einreise: 50, Kr, Für Nansenpässe gelten dieselben Geböhren. ' cb . Maschinen -und - es besser scheint, . |w ->;■ l. ,30 Kr.,! 83 Kr. als' Exportindustrie schon damals der deutschen, englischen, italienischen Konkurrenz iu Südamerika und den früheren spanischen Kolonien vhwer.iu schaffen. Spanien schließt sich immer mehr durch Zölle vom Ausland ab, und wenn eine Vertretung in Spanien (fan* .besonders aber' in ' Katalonien) Erfolg haben soll, so muß es schon etwas besonderes sein, und vor allem ist da/u. eine lang« und gründliche Kenntnis der Kundschaft, der schwierigen . Kredit Verhältnisse und ' ein* gründlich» Kenntnis der Sprache (katalanisch) ierforderlich. ■ »V r> ,"» Das letzte Heft der -Berichte des Statistischen Staatsamis éutbält die Daten übet die nationale Zusammensetzung der Tschechoslowakei, wobei die Ergebnisse der Volkszählung von 1930 ro.it denen von 1921 verglichen werden. 1921 lebten unter 13 373 463 Staautangchörigen J80 504 Juden, d. h. solche, die sich sur jüdischen Nationalität bekannten: 1930 lebten inMer 14 479 565 Staat«- ' angehörigen 186642 .Im+en. Prozentual haben sich die Juden voj» 1,35 auf 1,29 vermindert. Sie halten die fünfte Stelle in der Reihe der Nationalitäten. V, i . -< i><m*0m à m i ' sJr»^ , ]«V ' ' ' : / 1 V», ♦ sä Y-U '. •f. ïft5*r<- j . . --»-«*.» .. ■■ f- . wß^ zyiïï. *r> > V ■ 1 ■■■ ." vr... ■■'.(. ••. \ ■ •<—>. v v «4 \*j •; i «- « •vi : V'