Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1933. Bestand UB Ffm
- Issue
- Oktober 1933
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— , j Hotelgewerbe^ (namentlich in Dalmatien), auch in der Umgegend von Zagreb, Linoleumerzeugung. Pantoffelfabrikation, Erzeugung chirurgischer Instrumente, Glasfadbrikation, Metalldruckereien, Zellulose-Industrie, Kartonnagenfahrikation, Aluminiumwarenfabrikation (besonders für Bestecke), Nfeine Pa- pier fabrication, ferner Meliorationsarbeiten (Be Wässer ungs- und Entwässerungsanlagen). Auch kleinere Gesellschaften könnten Betätigung fmdén, dabei auch Fachleute, Ingenieure und Techniker, wie auch Maschinenarbeiter auf'diesem Gebiete. Es besleherrwefrer Möglichkeiten auf dem Gebiet»-der Landwirtschaft; Land kann sehr billig erworben 'Werden, uruLz« ar in der fruchtbarsten Gegend, in der VojvodhfT^— Die AAeiUlosiglreit im dritten Vierteljahr 1933 ist gegenüber dem gleichen Zeitabschnitt -1932 gestiegen. Apotheker: "\ - , ' * Es besteht ein Konzessionssystem, das die Apotheken einteilt in: '"iff— Vi a) solche mit persönlichen Hechten. b) sol die mit realen Rechten . —* Zu a) Der. Inhaber muß Jugoslawe sein, hat aber ■ * [ da* Recht,.'sich einen fremden Teilhaber xu nehmen. Dieser ist unter seiner Aufsicht beschränkt arbeiteberechtigt. Zu b) Inhaber einer Apotheke mit Realrechten kann jeder sein, auch ein Nichtfachmann. Verantwortlicher Leiter, muß aber ein jugoslawischer sj^ Magister der Pharmazie sein, der das Recht hat, eine Apotheke selbständig tu \ fuhren. Beide Arten von Apotheken stehen in genügender Anzahl tum Verkauf. Der Preis richtet sich.nach* dem Umsatz und beträgt etwa das Zwei- bis Zweicinhalbfaehe desselben, v ' "t. ". ' ■ " -v iL' ' * - ■* I Krenide Diplome, besonders deutsche, werden iiier nur unter großen Schwierigkeiten anerkannt. Fast die. Hälfte der Magister sind arbeitslos und arbeiten gegen geringe« - Gehalt. . / Unselbständig, . als Apotheker zu arbeiten,. wird vollständiges Studium in der-1 Landessprache verlangt ."Vorkenntnisse « erden nur in geringem Maße angerechnet.? . " Es bestehen ^Btenztnogti^keiten ■ in chemischer, -technischer, kosmetischer, Zucker- und ähnlicher Fabrikation. Cher das pharmazeutische Studium in Jugoslawien bringen wir in unserem Zirkular Nr. 51 speziellere Angaben auf'Grund von Mitteilungen der ■ pharmazeutischen Abteilung der philosophischen Fakultät der Universität Zagreb. . ' A rate:, -, Deutsche ärztliche Diplome werden nicht 'anerkannt. Es w ird die'Ablegung der einen oder anderen Prüfung in serbischer bzw. kroatischer Sprache' verfangt Welche Examina anerkannt werden bzw. nicht abgelegt <u werden brauchen, darüber behält sich die Fakultät jeweils die Entscheidung vor. Ausgenommen sind besonders begabte Spezialisten und Autoritäten auf verschiedenen Gebieten «1er Meditin. Es gibt Gegenden, besonders in Südserbien, die ihrer klimatischen Verhältnisse wegen von den jugoslawischen Ärzten gemieden» werden. Iii Südserbien kommt Malaria vor; es besteht dort ArzlernangeJ. i Studierende der Medizin können an den I lniver\;i»ipn 'Ihr Studium fortsetzen. ' ■ i. . '.' ■ ' ■ . . " : -\'->S r' ■ . '.. fl. ' ■ ~. ■! :■■ ^.y ' . bleiben ihnS noch genügend Mittel für' andere Bedurfnisse, wie Kleidung usw. , . ■ y. Die Arbeitslöhne sind sehr niedrig. Arbeiterinnen verdienen ». B. in der Säckeverarbeitung 20,'Arbeiter 30 Dinarprb^ Tag^ Beamte in guter Stellung erhalten 2000 bis 2500 Dinar monatlich. . i ' Die Staatsbürgerschaft kann nach zehnjährigem, un- \ unterbrochenem Aufenthalt erlangt werden (vgl. unser Zirkular Nr, 33). '■ ' * ■ " Die vorsteben'de"Séhïldettn'g über wirtschaftliche und berufliche Vehtiältnisse liegt einige Monate zurück. feueren' Mitteilungen von Personen, die', sich in Jugo-. slawien umgesehen haben,Jst folgendes entnornnjen: j Nur ausgesprochene Fachkräfte; die dort überhaupt nicht vorhanden sind, könnten auf Ur/terbrmgunrsmôfliphkeit rechnen. Dazu Ut aber Vorbedingung, daß man die Landessprache gut beherrscht, oder »ich wenigstens in ihr, versündigen und lease kann.-Unbedingt erforderlich ist, daß nfan außer Serbisch ' auch Französisch und "Ungarisch kann. Deutsch .und Serbisch auein kann nicht genügen. Für Buro- und\ Verkauf »personal tind Auslichten gar nicht vorhanden. Korr»-, sponuenlen, Ate mindestens 4—5 Sprächen vollkommen, beherrschen,\ könnten evtl. die AibeiUgenehmigung erhallen. Sonst wird die Arbeitscrlaubnis fast niemals gegeben. '■ .'. . ~ Für Hauspersonal i$t es fast ganz, ausgeschlossen, eine annehmbare Stellung zu finden. Etwas leichte* Wire et vielleicht für Kindergärtnerinnen, wenn sié ObeV Sprachkenntnisse verfügen. Dienst boten könnten nur ÜT ganz wenigen guten, gepflegten Haushaltungen unterkommen. Die Anforderungenin Jugoslawien an Dienstpersonal «ind sehr groß und die Bezahlung ist sehr schlecht. Außerdem sind die Bedingungen' für das europäisch gewohnte Personal"unzuträglich. \ * Erst von mindestens-RM. 1500(1 an kann man damit ffchnen, eine lohnende Beteiligunk finden zu. können, oder sonst »in.gewinn-- bringendes Unternehmen-zu gründen; Dis Land ist zwar sehr reich an BodensrhlttcST aber deren Erschließung ist mit .kleinem Kapital nicht möglich ■ Im -c h», rend, ist vor allem'die f^wefbeordnurur. Man kann nicht ohne Weiteres Gaschlftsriume mieten und irgendein geschäftliches Unternehmen,- ein I^afrrlgeschaft usw. eröffnen. Man. darf auch nicht. z.B. ü> einem kurzen ivursus "von .vielleicht sechs Monaten-' Schönheitspflege, Kosmetik', erlernen lind dariri einfach ein entsprechendes Gewerbe dort beginne». — Hierzu -bedarf es vor'altem e*nes,'6ewwbc*cheine»r Ohne diesen Gewei^beschein ist es niemandem, auch nicht einem - jugoslawischen .Untertan", gestaltet, irgendein Gewerbe zu' beginnt«! Man muß mindestens 4 Jahre in einem Fach . gearbeitet haben und muß mindestens 4 Jahre epf gleiches Untemehmen besessen und geleitet haben, ehe mau berechtigt ist, sich in Jugoslawien in) gleichen Fach selbständig zu machen, *" r~— ... t. * V * . . *. Fut wirklich gute Sachen, wie ty B. efeaHriiché Mcinfahrikation. Textiluntefnehmungen, Appreturen. Mfcrniorhrm he usw. könnte man mit größerem -Kapital sicher etwas "Günstiges unternehmen. ' . '»■ '■ Es herrscht in Jugoslawien schon seit fast 1 Jahr Bank moratorium " für' Altgufhaben. Die Geldknappheit ist außerordentlich groß, und größere Geldiniestitionen sind bei Privatleuten und Regierung gleich, gern gesehen ' ' In Belgrad ist es völlig ausgesehtsssen, in einem Betrieb unterzukommen, der am Samstag Arbeitsruhe hat. Dies gilt .für fast, alle . anderen Städte im Norden. Kin guter, tüchtiger Kaufmann könnte vielleicht in Südserbien ge srhlftlrchen Erfolg haben, aber das Klima dort ist sehr ungesund. Bei 58—60° im' Sonmier- und vcrKiltnlsanlßig kaltem'Winter herrscht die. Malaria. Das Klima im Norden ist Münder, aber dafür ist die Wutschaflslage dort bedeutend schwieriger. — \ - & Chemiker, hatten evtl. Aussichten. außerdem ist die Leder- und liolzbranche ausaichtareich. ■» . i: m A ^Assoziierungen, mit dortigen Anten sind moelich. Ebenso tta-iU könnten Badeärzte sicli eventuell in Badeorten niederlassen baw. Sanatorien eröffnen. s .■ ■ "\: . «-.•.•<,* '•/ : •/• .,' Rechtsanwälte: —" Für Anwälte ist keine Betätigungsmögiiihkeit vorhanden. Die Zahl der inländischen „ Advokaten ist groß, in Belgrad allein 300. ' A. . -" ■ , -, - ■ . " : ,s ' . '.*• ..-'••." z/r. 3 «,1 . Lebensverhältnisse: .\ ' Die Kaufkraft de* Dinar hat im Inlande nicht gelitten. Eine meh/köpfige Familie kann mit 130—160 RM. monatlich bescheiden leben, allerdings nicht im Zentrum der Großstadt. In der Provinz sind die Lebensverhältnisse noch billiger. Ein kaufmännischer Angestellter erhält in einer Pnoviiu- ïtadi IMfr bis 1400 Dinar monaüich. Er bezahlt an Zimmermiete;X» Dinat;, Wittag, und Abcndbrot mit 320 DÏÏSrr,e» xj-1 .1' i Tüdhtige Grrbenmistcr mit/etwas Geld, die ganz 'feines Genre . arbeiten, 'hätten evtl. Möglichkeiten. Die l.eil. r».ireiihr.ni, le* i-t stark auf Import angewiesen. 'Mit guter Schokoladen-FabtiaatSDfi wire vielleicht etwas /u machen, da die Schokolade dort ziemlich teuer Und schlecht ist. ■ - " à-*? . - ' v.' ' 1 r. t- .,. '' i ■ ,-■ ' Zum Schluß bringen wir noch Vitien Au*zug aus einem Bericht, der( uns soeben tügegangen ist. \ .... Die Schwierigkeiten, \die von der Landwirtschaft lauigcgangen sind, haben alle die Kroate ergriffen, welche. tu, den Landwirten in Beziehungen stehen. So ist es gekommen> daß fin sehr großer Teil der Banken sich ein Moratorium hat geben lassen müssen, daß die Guthaben, die .mf den Banken lieiren, tum großen Teil jnx- . loren »ind, und-daß jedenfalls jetzt Kredite so gut wie hberhaupt . nicht zu erhalten sind. Das Land ist daher, außerordentlich kapital-, arm und. ticlf Leute haben ihr Geld verloren. Außerordenaich viele' Betriebe sind notleidend. Kapital wird dringend gebraucht. . . . Ohne 'die Hilf« der Herreh' Vom Komitee ist es völlig ausgeschlossen, »ich j such \nuA halbwegs vy Fehlgriffen, tu bewahren. . i . Die billigen «»■■■«ffL