Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1933. Bestand UB Ffm
- Issue
- Oktober 1933
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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! Griechenland Bevölkerung: 6 205 000 (72791 Juden nach der- Zählung von 1928), Athen: 459 200, Saloniki: 244,700. Währung: 100 Drachmen> 2,39 UM., Goldparität 5,448 RM. Griechenland hat ein gutes Klima. Der Index der I^befts- ^haltung ist niedrig. - < ' ^Ü- " ' f Tttageböhren. Das Einreisevisum nick Griechenland wird ausgegeben entweder für eine einmalige Einreise (Gebühren RM. 5.10) oder für mehrmalige Einreise wihrend eines Jahres (Gebuhren RM. 8.50). In allen, rwei FJllcn hat der Reisende da« Recht eines Aufenthaltes in* Griechenland von 8—8 Monaten,-je nachdem er als Kaufmann oder ab Tourist reist, Die in ' Griechenland geltenden Einreiseuod AufenthalU-Bestiinmungon sind dieselben far alle Untertanen .von Staaten, mit' denen sich Griechenland in freundschaftlichen und konlraktlislirn Bsüenungen befindet. * . > ' _ {^JL . Was die Erlaubnis zur Arbeitin Gaiechenland betrifft, so ist dazu «ine spezielle Genehmigung seitens der Direktion des Dienstes für Ausländer nötig. Aus den,nachfolgenden Mitteilungen geht hervor, welche Rückwirkung die Arbeitslosigkeit auf Aufenthalts- und Arbeitsrecht der Ausländer ausübt. :-f> •V w Griechenland steht nach wie vor unter einer* großenwirtschaftlichen Depressioq. Obwohl das Land keine große Industrie auf webt, ist die Zahl der Arbeitslosen ständig im Steigen beßffcn. Sie dürfte augenblicklich 320 000 erreichen." Die Einlr ist stark gedrosselt. Größere Geschäfte mit dem Auslände sind fast nur auf dein Wege des Warenaustausches möglich (Tabak, Wein, Olivenöl, Südfrüchte,'Feigen usw.). Auch die staatlichen Behörden sind mit ihren Bestellungen sehr zurückhaltend. . . Infolge der Arbeitslosigkeit erwachsen dort tatigen Ausländem Schwierigkeiten -wegen der Aufenthalts-. und Arbeitserlaubnis. - r ......' .\ ■• - » i! fcFürheu . hinkommende Ingenieure und Techniker ist kçin Arbeitsfeld mehr vorhanden' j .-' '■'* »• , Vi-' »'« *• -,.'■"»• ' ~— ^Die ArbeiUtätigkeit an und für aitk ist aufreibend' und wenig lohnend. Der deutsch«' Ingenieur, vor allem in'der' Prptinz, muß sich, um sich zu halten und s"i'wärt* su kommen, jeglichen Arbeiten unterziehen, und vielseitig sein. Somuß er . sich als Schlosser, Dreher, Monteur, Elektrotechniker usw. be- ' tätigen und in diesen tt»»nf«»i f:......"■" ^nrlfrpfalls^-wird *és-_ ihm. unmöglich sein, sieh zu haltën. * Der Bedarf an Maschinen aller Art und an Werkzeugen* ist sehr groß, es fehles indes die Anschaffutlgsmittel, so daß rund 90.o/a der in Aussicht genommenen Anschaffungen unterbleiben. Es ist'zu erwarten, daß die Einfuhr von Maschinen in bedeu- '- tendem Maße steigen wird, sobald einigermaßen normale Verhältnisse auf drin Kapitalmarkte eintreten. ' Infolge der Drosselung der Einfuhr, ist der II.un Irl mit gebrauchten, dort am Platze befindlichen Maschinen in Sehwung ' gekommen; irrt Zusammenhang damit bieten sich Arbeitsmöglichkeiten für Reparaturwerkstätten. Allerdings wird hei der Knappheit auf dem. Altmwchinenrnarkte die leichte Konjunktur für gebrauchte Maschinen bald wieder sinken. Alles in allom: Die Wirtschaftslage ist also wenig ermutigend. Es muß daher dringend davor gewarnt werden, nach Griechenland zu reisen,- um nach Arbeitsmöglichkeiten zu suchen. Leider begeben sich immer noch Ingenieure -arid Techniker dorthin "aufs Geratewohl, um ..i In im nichts als Ent- - ' lau«.'Imngen zu erleben. Der Arbeitsmarkt ist überfüllt und nieht mehr aufnahmefähig. —. Zur. Ausübung4 des ärztlichen Berufes wird eine Prüfung verlangt und' die griechische Staatsangehörigkeit, die m drei Jahren zu erlarigcii ist. ■ . - - .... > ' Y ■ '■••> r'T-'.' •?<.':-* Groß-Britannien _ Bevölkerung: 44 790 785, London 4 396800, Polizeibezirk 8 202800. Die Zahl der Juden in Großbritannien beträgt* rund 300'000, hiervon 175 000 in London, 32000 in'Manchester. 25000 in Leeds und 1.5003 in Qlasgo,w. '*•'*..>• Währung: 1 £ 4- 12,98* RM. Goldparität 20,420 UM '> V «gebühren. Für Deutsche und Österreicher ist ein.Visum nicht'erforderlich Die Visagebuhren betragen: für Polen RM. 16,60, Durchreise RM. 2,20; für Staatenlose KM. 8,90. Far Staatsangehörige anderer Linder sind Gebühren-'und Bedingungen sehr versbhieden. ,— Jeder in- England einreisende Ausländer wird.in-'dem' Einwanderungsamt des Landungshafens (Iromigration Office) zu? Feststellung des Zwecks" und der Dauer des beabsichtigten Aufenthaltes einem Verhötf unterworfen. Wer nur zum Besucjbj—~ zur Erlernung der englischen Sprache, zu seinem Vergnügen, zu geschäftlichen Besprechungerl oder ans ähnlicher Veranlassung nach Kngür)d. kommt und den Immigration Officer davon überzeugen kann, erhält die Einreise- und Aufenthilß- Erlaubnis im allgemeinen ohne Schwierigkeit,. Nützlich - üa die Vorlegung von Einladungsschreiben, Quittungen, über vor-, ausbezahlte Unterrichtsstunden, Geschäftsbriefe usw. Die Erklärungen, -^«flfhe^. bei der Einreise gegenüber, dem Immigration OlncÄ'lzp^geben"werden, sind Erklärungen Vor einer B e hö r de,| Sie müssen unbedingt wahrheitsgetreu sein. Fallu, y denen Einyciaende angeben, sie kämen zum Besuch -oder zu Sprachstudien/nach England, nach iku-er Ankunft aber Arbeit suchen lind Stellung annehmen, kommen in der Regel rar Kenntnis der britischen Behörden. 'Die Ausweisung der Betreffenden ist die Folge;' in schweren Fällen findet daneben Bestrafung statt. Den emmaj Ausgewiesenen wird -eine neue Einreise-Erlaubnis nicht erteilt, so daß sie .dauerndan der Einreise aaçh England verhindert sind. Arbeitsannahme. Ausländische Arbeitnehmer werden in England nur zugelassen, wenn sie schon bei der Einreise die . schriftliche Genehmigung des Arbeitsminbteriums. (Ministry ., ot Labour) zu ihrer Beschäftigung vorzeigen können. Diese Vorschrift gilt sowohl für bezahlte wie unbezahlte (Velontär- oder au pair-,) Stellungen und ist nicht nur auf kaufmännische - Stellungen beschränkt, sondern hat aueh für Hausangestellte, ' usw. Gültigkeit. Di» Arbeitserlaubnis 'kann nur von dem künf- - tigen Arbeitgeber, nicht von dem Auslander seihst "und auch nicht durch Vermittlung der Deutschen Botschaft eingeholt werden. Der englische Ar-bejfgeber muß den Antrag einteilend begründen" und vor allem nachweisen, daß die in Frage kommende "Stelle nicht vota.seinem "Ewgism*'-»r : ningefftllt -jggrjen **- Auswanderung Einwanderung .•/l t lMO' 92158 06 203 -f^ wst 34 310 71 382. -U- WZ 26 088 '75595 •*? kann. Stellungsuchonde, . die nicht im Besitz einer Arbeit»* ' erlaubnis ' sind, - werden bei der Landung^ yen dem 'IrrirrrigT»- tion Officer* (Kontrollbcamter im Landungshafen) zurückge-, wiesen.' Sie dürfen TUChtvon Bord gehen und müssen mit demselben JJampfer, der sie nach England gebracht hat; wieder zurückkehren. Die —ehen dargelegten. 'Bestimmungen werden Streng .durchgeführt. ■ - . * '■'•'»■ ■ *» ,*wv ■ * Mitteilungenaus England entnehmen wir folgendes: « ' Die Bedingungen zum Landen in England sind rJoeh immer' die alten Imnugrationsbestimmungen, nämlich wer Freunde hièr .hat oder zu Geschäftszwecken 'herkommt,, oder Studièrende, die.etwas Kapital aufzuweisen haben, öder Fabrikanten, können landen. '.- ■ > "• § Die Regierung erlaubt aber unter keinen Umständen, daß Leute hierher kommen, die versuchen, eine Stellung zu finden. In Hai wich dürfen nur solche Personen landen, die einige Geldmittel aufzuweisen haben. Zu/-bemerken ist noch, daß-es rVotig ist, fur kleinere Fabrikanten, die ein Geschäft eröffnen wollen, sich zu verpflichten, englische Arbeitskräfte zu beschäftigen. — ' , - -, Hausarbeit ist «ine der wenigen .Beschäftigungen, die AuslärideYia-^n England gestaltet ist —-------- . Das Arbeibmhristerium erteilt dem englischen Haushaitiuagsvorsl.uwl. der darum nachsucht, Erlaubnis, eine Köchin oder ein. Zimmermädchen mw hierher zu bringen. Die Erlaub- ' nis wird auf den Namen de? Arbeitgebers — zunächst nur für ein Jahr — ausgestellt, und "wenn die Hausangestellte ihren Posten verliert und keinen anderen Platz findet, besteht die Möglichkeit, daß sie das Land verlassen muß." Zu bemerken ist, daß die Untejbrmgungsjrtoglichkeiten - für Hausmädchen, selbst ohne Bezahlung, sich verschlccbi tert haheii. Es hat zu Schwierigkeiteil geführt, daß eipe größere Anzahl junger Mädchen nach England gekommen ist infolge von Annoncen Von Arbeitsnachweisen. _^ ■ Ober Stadium und -Beschäftigung von Apotheksam in England haben wir bereits m unserem Zirkular Nr. 19 nähere An- * gaben gemacht. Wir lassen weitere Mitteilungen über die Ausübung ,-äsztlicher Berufe nachstellend folgen. _ « - #> t '»■ - i à m t. . i. - ii^i: tf! •n 7 1 'Mm .<'•. ■i •' r'Ä*' .'.-*r: