Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1933. Bestand UB Ffm
- Issue
- Februar 1933
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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iftï i weshalb die vom Einfuhrgescjiiftc lebende Grußkaufuianii>cliaft tich tu zahlreichen Entlassungen wön Angestellte« entschließen mußte. .Hiervon werden in erster Lin.i die Auslander betroffen,' wozu auch das toge- ' nannte Zweidrittelgesctz erforderliche Handhabe bietet. Oie abgebauten Personen haben auf lange Zeit hinaus keine Aussicht mehr, in ihrem Beruf unterzukommen. Für Neuangekommene ist die Lage vollkommen hoffnungslos. - Auch iu den * 'einheimischen Industrien, die, wie die Textilindustrie, in leUtcr Zeil einen gewissen Aufschwung genommen haben, sind die Aussichten eines Unterkommens nicht weniger schlecht, da diese Unternehmen in erster Linie ihren Bedarf an Personal aus den" reichlich vorhandenen stellenlosen einheimischen Kräften, "die überdies billiger arbeiten, decken. Akt Existenzminimum für einen europäischen kaufmännischen Angestelltenmuß mit einem Betrage von 600 Mürels (zirka 300 Schilling), fur ein Ehepaar mit 1000 Milreis gerechnet .werden. Das Baugewerbe lieget in Rio de Janeiro, soweit es ausländische Baufirmen betrifft, vollständig darnieder. " ~ . , . Es ist gegerhiher der Restriktionspoh'tik der großen Einwanderungsländer darauf hingewiesen worden, daß im Interesse der großen Länder nicht die Restriktion, sondern gerade'das Gegenteil, die entschiedenste Förderung der Einwanderung, Hegt. ■ Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß in einer frflheren. Publikation des Department of Overseas trade über "die Wirtschaftslage in Brasilien lauf die Widerstandsfähigkeit des gewaltigen .brasilianischen Reiches gegenüber der Krise hingewiesen wird.» Es heißt darin, daß die durch den Druck der Weltkrise in Brasilien geschaffene Lage viel ' weniger verwickelt und gefährlich ist, als in denjenigen Lindern, wo der Lebensunterhalt der Masse des Volkes vom Außenhandel abhängt. Nahrungsmittel, die notwendigsten Bedürfnisse für das tägliche Lehen und die Grundstoffe rar Kleidung und Behausung sind in solchem Ueberfluß vorhanden, daß scnTimrnstenfaJls wirkliche Not nur während der kunen Periode herrschen kann, die nötig " ist b um überschtissige Arbeitskräfte wieder in der Landwirtschaft oder in Heimindustrien xu beschäftigen. Des ferneren wird hervorgehoben, daß das brasilianische Geld\einen bestimmten Wert '.im Lande hat, wie immer der Wechselkurs sein mag. ' ' ■.. . : -, ' .y Palästina - > "Bevölkerungszahl. 1035154, Jerusalem: 90 526 Einwohner. ' Wahrung: 1 l'fiuxl 13,90 Goldparität 20.429 RM Das Palästina-Amt in Berlin hatte die'Freundlichkeit, uns .Ende Oktober folgenden Bericht zu übermitteln: . .I)ir Wirtschaft liehe Lage itV Palästina und mit ihr «Iii- Kin wanderungsmöglichkeiten* haben sien in der. letzten Zeit wieder , verbessert. ' Im Gegensatz zu fast allen Einwanderungsländern be-; ' steht in Palästina außer einer normalen kleinen ständigen Zahl «im \rheilsm-jieiii.len. keine ArJbeiUlosigfce'C im Gegenteil ist für .manche Gebiete des Handwerks\ind der Landwirtschaft zeitweise ein. Mangej an -Arbeitskräften spürbar gewesen,. Durch eiqe sehr beachtliche,Einwanderung bemittelter Familien aus Europa wie auch aus Nordamerika und besonders auch durch sehr we^entlicbe Kapitalinvestitionen ist die Knlonisatkinstätigkfit und die kaufmännische Unternehmungslust stark aufgeregt wurden. Eine große Anzahl von Orangen- und GrapefruitTManfragen wurde neu angelegt. Das Rutenberg-Werk ist bereits in voller Tätigkeit und kann die Nachfragen nach Anlagestelich kaum befriedigen. DiePottasch- 'Werke am Toten Meer haben bereits eine sehr bemerkenswerte Produktion an Kali und Brom auf den Weltmarkt gekracht. Der Hafenbau in Haifa schreitet planmäßig fort unet soll im Frühjahr 1933 abgeschlossen wei.Icn Die Arbeiten frli die Ölleitung Mossul—Haifa sind" bereits begonnen worden, und eine ganze Reihe kleinerer Industrien haben im Lande Fuß gefaßt. Durch all dieses ist der Arbeitsmarkt wesentlich verbreitert worden. Diese Tatsachen machen sich durch ein Ansteigen der Ein- ' Wanderung deutlich bemerkbar. In den ersten sechs Monaten' 1932 wanderten insgesamt 3821 Personen in Palästina ein, gegenüber 3937, die.im ganzen Jahre 1931 einwanderten. Die Zahl der Einwanderer des Arsten Halbjahres 1932 ist fast ebensogreß wie die Gesamtzahl von. 1931. Den'größten, Teil der Einwanderer stellt, so »ie immer, Polen, jedoch ist einr nicht unbeträchtliche Anzahl von Einwanderern aus. Amerika diesmal zu vermerken. Sehr bemerkenswert ist weiterhin, daß'die Zahl von Einwanderern mit größeren eigenen Mitteln gegenüber^ den früheren Jahren beträchtlich gestiegen ist. 'Die Einwanderungsbfittmmurigen sind im großen und ganzen die gleichen geblieben wie bisher, jedoch ist die Bearbeitung von Anträgen der Kategorie n. ,1 (Kapitalist mit eigenen Mitteln) durch die palästinensischen Regierungsbehörden eine wesentlich raschere geworden sis früher. Ordnungsgemäß eingereichte und mit den notwendigen Unterlagen' versehene Anträge werden durchschnittlich in vier Woche» erledigt Die Regierung hat sieh die Möglich v '*' "*-. '' . ' i ' ■ ' * T? "• ** frÜh** ' "V ■ ■'■'A - 'kr ' ' . . ■ t im ■ ■ - , « . W. > . ' keit offen gelassen, unter dieser Kategorie Einwanderungslusthjen, die nur im Besitz von £ 530 sinuVdie Einwanderuagserlaubnis zu erteilen, jedoch nur "dann, wenn es sich um Angehörige freier Berufe handelt, für die die Einwanderungsbehörde einen Bedarf kl Palästina sieht.. In dèr Praxis kann von dieser Möglichkeit nur außerordentlich selten* Gebrauch gemacht werden. Selbstverständlich erschweren die Devisenbestimmungen vieler Länder zurzeit die Ausreise von Auswanderern mit eigenen Mitteln, jedoch sind in - den meisten Ländern gesetzliche Bestimmungen getroffen, nach denen'die Mitnahme von Geldern durch Auswanderer Von den inständigen Behörden bei Erfüllung bestimmter Bedingungen genehmigt werden darf.) »'■ ~ß In Anerkennung ijes Bedarfes an Arbeitskräften sowohl für die private' Kolonisation, .für 'eine Anzahl entwicklungsfähiger Industrien wie für öffentliche Arbeiten wurden <fer Exekutive der Jew ish ' Agency für das Halbjahr Oktcjbjr r\&2 März 4933 4 500 Einwanderungszertifikate für unbemittelÄ.'Einwanderer zur Verfügung gestellt. Hiervon werden 1 210 Zertifikate für Angehörige "von in Palästina Ansässigen verwandt, 400 Zertifikate werden als Reserve benutzt, für Touristen, die nachträglich beschlossen haben, in Palästina zu bleiben. 500 Zertifikate dienen der Einwanderatsg von selbständigen Handwerkern mit kleinen Mitteln, während die restlichen an Arbeiter und Arbeiterinnen, speziell an die Mitglieder der Chaluiorganisationen, verteilt werden. Diese Zahl, die -xwar die Höchstzahl von Zertifikaten ist, die die Palästina-Regierung seit Bestehen der kontingentierten Chaluzeinwanderung für 'eine bestimmte Periode bewilligt hat, wird jedoch kaum genügen, um die große Zahl der vorliegenden, Einwanderungsgesuche geeigneter Bewerber aus den verschiedensten Ländern zu befriedigen. Es besteht aber die ^Hoffnung, daß auch" die weitere Elitwicklung der palästinensischen Wirtsrhaft,die Möglichkeit zu einer fortlaufenden beträchtlichen Einwanderung geben wird." Nachstehend geben wû'die'NwiJoTmulierurig der palästinen-- tischen Einwanderungsgesetze wieder. Es dürfen einwandern : A. '! Personen mit eigenetn Kapital: .:,* <- ' "r" ■ 1. Personen, die Ober ein Kapital von nicht weniger alt 1 000 Pfund verlogen. Wenn sie beabsichtigen, tich in der Landwirtschaft au betfiti" pen, to kann djeaer Betrag déV Wert des Bodens, der Geräte oral des < Inventars einschneiden. Das (deiche jtrils-. wenn solrlicn 'Personen durch eine Stelle, die von der Regierung als SiedluaaTsinslitution anerkannt wurde, Boden, Geräte und Inventar oder ein Vorschuß für bestimmte Zeit zur Verfügung gestallt werden. Wenn der betreffendé>Immigrant sich in der Industrie betitigen will, so kann Ja nachzuweisende Kapital , den Wert des Grundstockes für ein industrielles Unternehmen und den Wert der -Maschinen einschließen.' Das Gleiche gilt,' wenn solche Werte und" Vorschüsse für eine bestimmte Zelt von x-inur Gesellschaft zur Vcr- ■s fügung gestellt wurden, ' die von der Regierung alt Institution nur I nlerslützung '.industrieller Unternehmungen anerkannt^ wurde. 2. Angehörige freier Berufe, die fret und ohne .zeitliche "Einarhränkung Ober ein Kapital von .nicht weniger, als 5Ö0, Pfund verfugen können, vorausgesetzt, .daß der leitende 0nmigrationsfieamte der Palästina- Regierung davon überzeugt ist, daß in Palästina Bedarf' für weitere Vertreter dieses Faches vorhandenist. , •, 3. Personen, die in bestimmten Gewerbe zweigen oder einem Handwerk* autgebildet tind und frei und. ohne zeitliche Beschränkung Ober ein Kapital von nicht weniger alt 850 Pfund verfugen, vorausgesetzt, daß die Ökonomische Aufnahmefähigkeit des Landet die' Aufnahme solcher Einwanderer innerhalb ihres Berufes gestattet. / In allen vorstehenden Fullen ist der Nachweit, zu erbringen, daß dat in Frage kommende Kapital in Palästina dem Antragsteller frei zur Verfügung steht. — •' «e 4. Personen, die ein gesichertot, Einkommen von nicht weniger alt vier Pfund monatlich außer ihrem Arbeitseinkommen beziehen. 5. Pertonen mit einem Vermögen .von £* 500. viraütgeeeUt, daß nach Ansicht des Direktors des ■ Einwanderungsdepartemfcnts: a) die " Niederlassung des betreffenden Einwanderers" in Palistina 'nicht zu einer schädlichen Konkurrenz in dem Berufe führt, in dem die betreffende Perton tftifl sein wird; , b) daä Kapital des Einwanderers aua'rei. ht,w um ihm genügenden Erfolg in seinem Berufe iu gewährleisten : ';c) ihe persönliche und körperliche. Fähigkeit für diesen Beruf nachgewiesen wird. - ' * ' B. , Personen, deren Unterhalt in Palistina durch Außenstehende gesichert ist, insbesondere Waisenkinder, die in 'öffentlichen fhitilutan : -*s*ojganj«\^zden, religiöse Funktionäre. Studentea usw. C. Personen, die eine definitive Aussicht auf Beschäftigung in Palä- . stin« haben. Hierzu gehören vor allem die Einwanderangizertifikate for < 'halurim und Chalmoth, die die zionistische Exekutive ziir Verfügung erhält. ' ' ■> , > ji J \ D. Angehörige von ständig in Palästina lobenden -Einwohnern bzw. Verwandte von Einwanderern der obengenannten Kategorien. Nach rief Begier ungsstsrist ik wanderten im Jahre " 1932 5823 Judeiy in Palästina, jèjn und «j«terev 3 730 Wurden . *» A V '* * r s......i..-'.. "*-;t -r- JÈLp : .-! iv . '.- .;. Jsyr l ïS3-,i';if. (