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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1933-02-01 · Februar 1933 · p. Seite 13

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1933. Bestand UB Ffm
Issue
Februar 1933
Date
1933-02-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Uruguay ' Bév&lkerungsuhl: 1808000, Montevideo: 422 500. Währung: J Goldpeso 1,70 Goldparität 4,34 KM. Jetzt hat auch Uruguay , «das Land, welches die Freiheit der Einwanderung bisher, aufrecht erhalten hatte, infolge der Wirtschaftskrise seine. Tore für die Einwanderung geschlossen. Von der Gesellschaft Hiccm sind auch für Uruguay Erleichterungen durch Vermittlung der Soprotimis-Buenos Aires bezüglich,der Zuwanderung von Verwandten erwirkt worden. i ' - 1031 wanderten 457 418 Personen nach Uruguay ein, 142794 verfielen das Land. Von dem im Landc.varWieDenén Oberschuß von 14 624 Immigranten waren 12 715^Kia Europa gekommen. Im Jahre 1931 kamen nach Angabe von Hicem 1 250 Juden nach Uruguay (953 aus Polen, 82 aus Litauen, und 215 aus verschiedenen Lindern), 1930: 1 ODO. ' V '"Vom Uruguavschen Konsulat sind uns"7Jic folgenden Mitteilungen über die Eiriwaitderungsbestinrmungrn zugegangen: Um - den Zuzug - unerwünschter und bei der gegenwärtigen Wirtichaftskrisr nicht unterbringender Elemente einzuschränken, hit dir Regierung von Uçuguay durch Gesetz vom. 19. Juli 1932 beschlossen/ die Einwanderung vorabergebend tu sperren. Das Gesell ist (60 Tage nach »«iner Veröffentlichung in Kraft getreten und gilt' für ein Jahr, kann -aber auf ein weiteres Jahr verlängert werden, wenn der Staataverwzltungsrat dafür stimmt. '"..»»..'•,• /"* Alt Einwanderer werden sämtliche ÀusHnder "betrachtet, die in zweiter, Mittel- und dritte/ Klasse nach Uruguay fahren, mit der Absicht, sich dort niederzulassen. ~ Nur in Ausnahmefällen kann Passagieren der erwähnten Klassen die ' Einreise' nach Uruguay• genehmigt werden, und zwar:, 1. Wenn ,die betreffende Person ihrer! ständigen Wohnsitz in Uruguay bat und nur zum Besuch im Ausland weilte. 8. Wenn der Einwanderer einen Arbeitskontrakt für Uruguay abgeschlossen hat für eine spezielle' Beschäftigung oder Leistung, für welche, nach Beurteilung des dortigen Arbeitsamtes, eine heimische Kraft nicht gewonnen werden kann. \ t|. Wulm ft1ig»l(flii|ii ilin Awwandernrigslustigen in Uruguay* wohnen. 1 Unter" Angehörigen sind nur Eltern, Ehegatten^ Sühn« unter 31 Jahren und Tochter au verstehen. Mit AtMsahme von den unter ffi 1 erwähnten Reuenden benötigen alle anHeren eine von .der uruguayischen EiafWanderungsbebörde "erteilte LandungserUubnis, um das Einreisevisum vom Konsulat zu erhatten. Dieee-LaiKhingscrläubnis. kann non in Unfgjiat wohnenden Verwandten, Freunden oder Bekannten im Einwanderungsamt beantragt werden. Vergnügung»- und Geschäftsreisende,'' sowie Schriftsteller, Gelehrte, Künstler und -alle Reiseoden, die nur vorübergehend das Land aufsuchen, brauchen keine La'ndungserlaubras. Sie müssen. aber bei Ankunft in Uruguay die Rückfahrkarte vorzeigen und den Nachweis erbringen, daß sie über genügende Geldmittel verfügen, um »ich wenigsten» ein Jahr unterhalten zu kühnen. Dieser Geldbetrag wird auf 600 — urug. Goldpesos pro Person vorgeschrieben. Die Reisepapiere' "werden bei Ankunft in Montevideo von der Einw^nderungsbeborde abgenommen und Iiis, zum .Tage der Ausreise einbehalten. . Vondiesen Bestimmungen sind diejenigen Ausländer befreit, die eine wissenschaftliche Mission is Uruguay zu erfüllen haben. Durchreisende bedürfen ebenfalls keiner LandungserUubnis. Ihre R«»epapi«re müssen jedoch mit dem Einreisevisum für das endgültige Bestimmungsland versehen sein. Die Reisepapiere werden ihnen gleirh- ■ falls von der Einwanderungsbehörde in Montevideo bis zum Tage der Weiter|eise einbehalten. Die Vorzeigung von ausreichenden Geldmitteln zum libensunterhslL wlhrend der Aufenthaltsdauer ist für diese Passagiere ebenfalls vorgeschrieben. E» sind 50.—' urug. Goldpesos pro Kopf und'Monat vorzuzeigen.' v } Sämtliche oben aufgeführten Bestimmungen gelten nicht ij» Passagiere* erster Klasse. — , Da» Hicem angeschlossene Hilfskomitee in Montevideo hat boi dem urujpiayachen Einwaztderungsdepartement erwirkt, dal} auch Bräuten die ^Einreise gestattet'wird, die von dem in Uruguay wohnhaften Verleben dorthin berufen werden, der eine formell* Heiratsezklirung vor dem Kvjhsul abzugeben hat. Das Einreiseperrait verliert seine Gültigkeit, wenn die Heirat nicht hinnen 8 Monate nach de¥ Ankunft der Braut v in Uruguay vollsagen wird. Paraguay •f Paraguay ist ein armes Land. Seine Bewphneir haben lieh von jeher an ein »ehj»Aesdieidenes und anspruchsloses Leben ge-, wohnt, deshalb macht | sich die Krise nicht so fühlbar wie in europäischen Lindern. | _____ -~r~" Einem Schreiben des Generalkonsulats von Paraguayent- .nehmen * wir : , , 1 , . „Paraguay ist ein äckerbau- .und vîe]E\ncht- ■. treiben des Land, und für diese Berufe ist die Einwanderung sehr ratsam." Wie im Vorjahr berichtet wurde, hat dejÄ Präsident von Paraguay, Guggiarä; erklärt, man werde in Paraguay die Einwanderung jüdischer Ackerbauer aus'Polen und Jtuinänien begrünen. Der Präsident habe versprochen, daß difese Einwanderer von Steuern bef reirtisein und auch andere Vergünstigungen genießen würden; der Amtsnachfolger des Präsidenten habe damals eine ähnliche Erklärung abgegeben. -, Für die Reise nach Paraguay über Argentinien und Uruguay sind auch die von der argentinischen bzw. uruguavschen Regie- ' rung vorgeschriebenen Papiere und Visa erforderlich. Bevölkerungszahl: 1065000, Asuncion: 1W006V"""Wahrung: 1 Papierpeso »0,05 Goldparität 0,095 RM. Landessprache spanisch. Der Staat Paraguay besitzt größere zusammenhangende Land, flächen in der Ausdehnung von 109000 Morsen (25000 Hektar). Das Hinterland der Kolonie Indêpcndenc}a gibt .die Regierung in kleinen' Landlosen ab. Die Abzahlungsbetlingimgen sind günstig. Ohne ein gewisses Kapital, etwa 2—3 000 RM., lint sich diô Sie«! ' luiagsarbeit nient durch führen, da daa Land umziunt, Atkergorite und Vieh gekauft und auch der Unterhalt in den ersten. Monaten bestritten werden muß. , \ } j ■ ' p7i & ■ CV' ■ T * ':. ^-'.j "i /-■ ' . •••. -, ' :■.'.. -I, , Brasilien .•4**'. ' BcvlÄerungsaeM : 40 273 00U, Hairntstadt Rio de Janeiro : 1 .158 000 Einwohner. Währung: 1 Mürets (Papier) (1 000 Milreis — 1 conto de, reis) m 0,39 Goldparität 0,502 RM. Landessprache portugiesisch. Ein--brasilianische» Dekret vom 17. Januar 1932 verlängerte bis 31. Dezember 1932 die Anwendung der Artikel des Dekrets vom 12. Dezember 1930, durch das der Einwanderung gewisse Beschränkithgen auferlegt würden, aber dieses Dekret ermächtigt den Arbeitsminister, die Geldsumme um die Hilf te zu ermißigen, welche Immigranten in ihrem Besitz 'haben müssen, die langer als 30 Tage im Lande zu-bleiben wünschen. Die brasilianischen Konsulate erteilen an Reisende, der 3.. Klasse das Visum in folgenden Fällen: $) wenn in Brasilien ansässige Ausländer Pisse besitzen, die von einer in Brasilien akkreditierten Behörde ihres Landes ausgestellt .sind, b) wenn - Auslinder von einer F'öderalrcgierung durch Vermittlung, des Arbeittminisjerium» angefordert werden, » ,"c) wenn in Brasilien ansässige Angehörige Rufpassagen ausstellen « lassen für -. LàndarbeiterfarNien, denen sie bestimmte' Arbeit .zusichern (diese Rufpassagen müssen mit einer Einreiseerlaubnis der brasilianisches; Regierung versahen sein), ' ' d) wenn Einzelpersonen oder Gesellschaften ausländische Land- . »irts- und Handwe rkerf ami lien anfordern. ' Auslandische Passagiere der 3. Klasse; die nicht unter eine, di r Œi Gruppen fallen und langer ab 30 Tage in Brasilien zu verweilen chtigen, müssen eine Mindettsumme von 3 conto* de reis, Kinder unter zwölf Jahren 2 conto» de reis -besitzen, die in bar oder Kreditbrief bei Beantragung de/ Sichtvermerks und bei der Landung in Brasilien vorzuzeigen sind. .... '. Alleinreisende Frauen oder Mädchen, Minderjährige unter 18 Jahren, welche, rncht in Begleitung ihrer Eltern oder Angehörigen reisen, sowie Personen über 6b Jahre benötigen eine- Bescheinigung über eine vor einer brasilianischen Behörde übernommene Bürgschaft. Die Einwanderung nach Brasilien ist 1931 auf 45 694 gefallen gegenüber 77017 im Jahre 1930; nach anderer Zählung belief sich die Einwanderung in den J.ihren 1931 .und 19*30 auf 31410 (wozu 10 365 Passagiere erster Klasse kamen), bzw. 67 066 Personen: Die jüdische Einwanderung hat einen entsprechenden Rückgang erfahren, und zwar von 3 558 im Jahre 1930 auf 1985 im Jahre 1931. - Die* Gesellschaften Hias-Iea-Emigdirect und Jewish Colonization Association haben Immigranten durch Erleichterung der- Einwanderung große Dienste geleistet.. - Zu bemerken ist, daß jeder'-Betrieb'-in Brasilien nur 1/3 Ausländer gegenüber »/s Brasilianern beschäftigen darf. Für die Landwirtschaft ubd gewisse ähnliche Betriebe sind Ausnähmen gemacht worden", desgleichen bei zehnjährigem Aufenthalt und bei Ausländern, die brasilianische Frauen und Kinder haben. * v Die Arbeitslosigkeit .in Brasilien ist nicht, so drückend, weil Brasilien nicht ein großindustrielles Land ist: Auf dem Lande und im Innern finden sieh bei der erforderlichen Anpassungsfähigkeit eher BeschäftigungsmöglichVeiten als in Städten. Speziell für kaufmännische Angestellte und Bankbeamte aber ist die Situation höchst ungünstig. „ ■ . , Nachstehend folgt ein Auszug aus einem 'Bericht des österreichischen Wanderungsatrites vom Herbst 1932.: „Die gegenwärtige Wirtschaftslage Brasiliens weist noch keine Merkmale einer wesentlichen Besserung auf; demnach sind such diet Aû*« siebten für ein Upterkohtinen von Ausländem schlechte. Durah die 1 ' atrengen OevisaiivorSchriflen . ist die Einfuhr fast sur Ganse lahmgelegt U \ r >l vi*. ù /-'

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