Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1933. Bestand UB Ffm
- Issue
- Februar 1933
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Bericht nimmt dann bezug auf die starke Arbeitslosigkeit, die 1931 in Australien, Kanada und Neuseeland herrscht« — den Dominion«, die die größte ZahJ von Wanderern aus dem Ver-'' einigten Königreich absorbieren — und die Déporta üonsmaßnahmen, die mfolgedessen erwogen wurden. Völlige Repatriierung Sus Australien wurde nicht Tür durchführbar gehalten wegen der großen kosten und der bedenklichen Wirkung auf den Arbeitsmarkt in Großbritannien. In Ranada stieg "die Zahl der Einwanderer aus England, die deportiert wurden, weil sie der Öffentlichkeit sur Last fielen. Dem Kanada-Jahrbuch von 1032, herausgegeben vom Dominion Bureau of Statistics, entnehmen wir nachstehende Ausführungen über die der kar/Qiichen Einwanderungspolitik zugrunde tiefenden Anschauungen. „Wo irgendeine beträchtliche Einwanderung, in «in demokratisch« Land vorbanden isjt, ist die Zusammensetzung der Immigranten nach Rasse und Sprache von großer Wichtigkeit. Kanadier sieben im allgemeinen vor, daß die Ansiedler von einem leicht assimilierbaren Typ sind, die schon durch Rasse oder Sprache der'einen oder der anderen der zwei Kroßen jetzt" in Kafladl wuliuliafttfu Basum gleichen und sur übernähme der Pflichten demokratischer kanadischer Bürgerschaft bereit sind. Da die Franiosen in keinem großen Maße «in auswanderndes Volk sind, so bedeutet dies, praktisch, daß die große Masse der vorsiehbaren Ansiedler diejenigen sind, die die englische Sprache Sprech err — diejenigen, die aus England oder den Vereinigten Staaten kommen. Die nächsten, die schnell assimilierbar sind, sind Skandinavier, Holländer und Deutsche, die leicht englisch lernen und schon mit dem Wirken demokratischer Institutionen vertraut sind. Ansiedler aus Sud- und Osteuropa,, wie erwünscht auch von einem rein ökonomischen Gesichtspunkt, werden weniger, leicht assimiliert, und die Kanadisierung der Leute, die aus jenen Gebieten in diesem Jahrhundert nach Kanada gekommen sind, ist ein Problemsowohl . in den landwirtschaftlichen Prärieprovinzen wie in den Städten dee Ostens. Noch weniger' assimilierbar sind, -nach der allgemeinen Meinung von Kanadiernr diejenigen, die äussern Orient nach Kanada kommen. Im großen und ganzen ist in der letalen Generation der Hauptteil der Einwanderung nach Kanada aus den englisch sprechenden Ländern und aus den kontinentalen europäischen' Ländern gekommen,, wo die Bevölkerung ethniseh den Briten nahe verwandt ist, obgleich einige Jahre lang eine, zunehmende Einwanderung von Slawen erfolgt -asti' Die Einwanderung nach Kanada im Jahre 193f ist gegenüber 1930 um 74 "h gesunken. Dies entspricht der durch die Verordnung vom 14. August 1931 sum Auadruck gebrachten Einwanderungspolitik der kanadischen Regierung. Insgesamt wanderten 27 530 im Jähre 1931 gegen 104 806 im Vorjahre ein. Ausgewiesen wurden im gleichen Zeitraum in der Hauptsache infolge der in Kanada herrschenden Arbeitslosigkeit 0582 Personen.-. Die jttdis ehe Einwanderung im Jahre 1931 betrug 707 Personen — 425 aus den Vereinigten Staaten und nur 282 aus Europa — gegen 3-963 irn Jahre 1930. woh- Vereimigte Staaten Ten Amerika Bevölkerungszahl: 122775000, New York: 6930000 ner, Washington: 487 000 Einwohner.- Währung: T Dol 4,21 Goldparität 4,196 RM. -V Im Fiskaljahr 1931/32 (1. Juli 1931 his 30. Juni 1932), wanderten 35 576 Personen in die Vereinigten Staaten ein, ein Rockgang von 63,4 *k gegenüber den 97 139 Einwanderern im Fiskaljahr 1930/31. Die Auswanderung aus den Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum —. 103 295 Personen gegenüber 61 882 im Jähre 1931 — wies dagegen eine Zunahme von 66,9 °j» auf* 1930 betrug die ijahl der Ein- und Auswanderer 241 700 und 50-661 Personen. Deportiert wurden im Fiskaljahr 1931/32: 19 426 Ausländer (1931: 18 142). Von den 19 426 wurden 6 530 nach Europa gesandter!6 nach Mexiko,'2338 nach Kanada, 2^79 nach China, 1 063 nach anderen Lindern. Die Zahl der mittellosen Fremden, die auf ihre Bitte auf Staatskosten nach ihren Heimatländern deportiert wurden, betrug 2 637. Dasu kommen noch ,10 775 Fremde, die der Déportation verfallen waren, denen es aber erlaubt wurde, freiwillig abzureisen, statt deportiert tu werden. Im ganzen beläuft sich die Zahl dieser drei Kategorien, die in den Vereinigten Staaten irlegal gewgilt hatten, oder in Not und Elend geraten waren, una die auf Veranlassung des department'of Labor nach anderen Lindern ihren Weg nahmen, auf 32838 Personen, .Die Zahl der jüdischen Immigranten betrug 2755. Der Eintritt wurde insgesamt 314 Personen nicht gestattet,«ftreportiert wurden 147. ». - - - T*-t*—-~ f. Infolge der scharfen Handhabung der Bestimmung des EinwanderungsgeseUes, nach der kein Einwanderer zugelassen wird, der' möglicherweise der Öffentlichkeit sur Last fällt, haben die meisten Linder -ihre Quoten nur in ganz geringem. Umfange .ausnutzen können. ' Von der Gesamtquotenzahl von.153831 waren . im Juni 103fr noch 141180 verfügbar.' Die Differenz .von 12651 ist die Zahl der erteilten Einwanderungsvisa, nicht die der tatsächlich eingewanderten Personen. Trotz der Drosselung der Einwanderung durch administrative Maßnahmen machen sich ^Tendenzen weiterer Beschränkung* der Einwanderung noch geltend. Am 7. April wurde durch das Committee on Immigration and Naturalisation eine Bill empfohlen, die die Reduktion von Einwanderungsquoten um 90 °A> für Lander-mit Quoten vorsah; für'Linder,-für die bisher keine Quoten bestehen, sollte eine Quote eingeführt werden, die sich - auf 10 *fi der Zahl ihrer Staatsangehörigen belief, die während des Fiskaljahres, das am 30. Juni 1930 endete, eingewandert waren. In den.Vereinigten Staaten wurden andererseits — wie in.anderen großen Einwanderungsländern, Argentinien, Brasilien u. a. — von Tininnlii Iii; ill n und Koipsreshtftsn dir lirh in aller Not der Zeit einen freien Blick für die Zukunft und ihre Erfordernisse bewahrt haben, Bedenken gegen extreme restringierende Tendenzener- > hoben.— Unter.-anderem hat sich der Einwanderungssusschuß der Handelskammer der Vereinigten Staaten gegen eine standige Herabsetzung der Quote ausgesprochen una verlangt, daß eine weitere Beschränkung der Einwanderung nur'als Notmaßnahme und höchstens auf die Dauer von drei Jahren vorgenommen wird, da sich bis dahin die Lage des Arbeitsmarktes grundlegend ändern könnte. Die Einwanderungsziffern für große Nachbarlinder'der * Vereinigten Staaten, s. B. Kanada, Mexiko, würden durch die'Begrenzung auf 10 % auf einige Tausend herabgesetzt werden. Es wurde hervorgehoben, daß bereits durch administrative Maßnahmen die Einwanderung um mehr als 90,*f» der Quote be-; schränkt sei, und daß-man hei der Einführung des Quotengesetzes vom Jahre-.1924 amerikanische Lander wie Kanada und Mexiko ausdrücklich nicht in'das Quotensystem einbezogen habe, um ihnen die nachbarliche und freundschaftliche Gesinnung zu zeigen. Es sei bedenklich, jetzt-mit dieser Politik zu brechen. Ferner würde die Wiedervereinigung getrennter Familien gehindert werden, falls der 'Antrag Gesetz würde. V '^m Jahre 1032 wurde die Einwanderung ausländischer Künstlererschwert, dagegen sind die folgenden Einwanderungserleichterungen eingetreten; - Das Gesetz, das einem aus den Vereinigten Staaten deportierten Ausländer, für immer die Wiedereinwanderung versagte, ist dahingehend gemildert .worden, daß nunmehr, ein* deportierter Auslähner ein Jahr nach seiner Ausweisung bei dem Secretary of >Labor die Genehmigung zur Wiedereinreise beantragen una, wenn sonst keine Hinderungsgründe gegen seine Zulassung bestehen, zurückkehren kann. . Eine weitere Erleichterung bedeutet die Bestimmung, daß ein ausländisches unverheiratetes Rind unter 21 Jahren oder die Ehe- _ fra'u oder der Ehemann eines Bürgers bzw. einer Bürgerin djer Vereinigten Staaten ajs .,nonquota immigrant" anzusehen ist, vorausgesetzt, daß ' -die Ehe vor Ausstellung des Visums, bezüglich Ehegatten amerikanischer Bürgerinnen vor dem 1- Juli 1932 stattgefunden hat. t!i Eine bevorzugte Stelle bei der Erteilung der Visa für sur' . Quote gezählte Einwanderer nehmen nach derselben Bestimmung die ausländischen Eltern von amerikanischen Bürgern von 21 Jahren und darüber sowie die Ehegatten amerikanischer Bürgerinnen ein, deren.Ehe am 1. Juli 1932 oder später geschlossen wurde. 7 . , ,— ■ I , y„--. . Schließlich sei noch "die Bestimmung erwähnt, nach der unverheiratete Kinder unter 21 Jahren und Frauen von ausländischen Handelsbeflissenen, die auf Grund bestehender Handelsverträge zwecks Ausübung ihrer Tätigkeit. zugelassen sind, als nonimmigrants angesehen werden. —Handelsangestellte können für sich, 'ihre Ehefrauen und minderjährige Kinder, wenn, sie im Dienste ihrer Firma nach Amerika reisen, ein Non-immigrantejivisum < ein Vertragsvisum) erhalten. : , Von, welcher Bedeutung die gewährte Wiedereinwanderungsmögfichkeit für Deportierte ist, wird durch' folgende Bemerkungen in einer Publikation des Foreign Language Information Ser- * vice hervorgehoben.",.Das drastische Verbot, das für immer einen - Fremden aus den Vereinigten Stouten ausschloß, der deportiert worden war. hatte viel Unglück und Ungerechtigkeit zur. Folge. In Tausenden ^»on Fällen gab es Männer und Frauen, dU.di* yUit. für die aie angelassen waren, Überschriften hatten, od** die gegen; ' ihi V * X X; m,