Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1930. Bestand UB Ffm
- Issue
- Mai
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 11 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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I ■dor, El Salvador, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Guatemala, Haiti, Honduras, Italien, Japan, Jugo slavien, Kirchenstaat (Heiliger Stuhl) , Mexiko, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Osterreich, Panama, Polen, Portugal; Santo Domingo, Schweden, Schweif, Spanien, Tschechoslowakei, Venezuela, Vereinigte Staaten von Nordamerika. Hiernach-sind also u. a.-Bulgarie^, Litauen, Rumänien, Rußland und fjngarn in Peru weder diplomatisch noch konsularisch vertreten, so daß Staatsangehörige dieser linder von der" Einreise in Peru bjs-**»4weiteres ausgeschlossen sirid. . ' . . ' v '»'• V":\ - - 1 AFRIKA . * •inien Infolge der gegenwärtigen ungünstigen Verhältnisse in fast allen europäischen und außereuropäischen EiawanderungsUndern besteht der Wunsch, Staaten aufzusuchen, die abseits der bisher im Vordergrund stehenden Wanderungsziele liegen. Es wurden an una ätrcBl Aufragen wegen- Abessinien gericntet. Wir bringen nachstehend «iiiige Angaben über das Land und Auskünfte, die -uns die Reichsstelle für (las Ausjwanderungswesen freundlichst gab. Abessinien ist ein Kaiserreich von i iio^po-okin mit r<> Millionen Einwohnern. Die Zahl der dort befindlichen Juden, ein- " schließlich der "eingeborenen Juden, dei sOgenauuti wird einer vagen Schätzung zufolge auf 5oooo angenommen. In Addis Abeba Jebt eine.größere Anzahl jemenitischer Juden. In neuerer ZeilTiaben sich'auch einige jüdische Kaufleute aus Westeuropa'm Abessinien niedergelassen. Im allgemeinen ist das- Klima in Abessinien gesund, doch dürfte/' für Europäer die körperliche Arbeit im Freien .wegen . der Hitze, im Hochland wegen der dünnen Luft'auf die'Dauer unzuträglich sein. ' In den Höhen sind die Temperaturschwankungen sehr groß. Spezifische Krankheiten sind tropische Malaria und Dysenterie.____ T: , „"Die Auasichten für deutsche Handwerker, in Abessinien eine Stellung zu finden, sind recht gering, weil'sie gegen die schwere Konkurrenz der Griechen, Armenier, Inder, Araber usw. anzukämpfen haben, die von'eines großen Bedürfnislosigkeit sind. Ein Handwerker steht sich oft nur auf 6 Maria-Theresia-Taler für' den Tag. Das Existenzminimum für einen Europäer sind 100 Taler im Monat Die meisten Tischler in Addis Abeba z. B. sind Inder, die billig arbeiten. Vor unüberlegter Auswanderung nach Abessinien ohne feste Stellung oder ohne Mittel ' zum Leben für längere Zeit muß gewarnt werden. Es sind ' mehrere Fällo , bekannt geworden, daß Deutsche hilfsbedürftig wurden. Manche" Handwerker sind oft lange Zeit arbeitslos gewesen. Für Techniker liegen die Verhältnisse noch ungünstiger, weil für sie in diesem 'Lande ohne jede Induslrfe kaum Arbeitsmöglichkeit besteht Durch den starken Fall des Silberpreises auf dem Weltmarkt ist der Kurs des Maria-Theresia-Talcrs von etwa a RM. auf etwa i,5o JIM. heruntergegangen. Dadurch und durch ein schlechtes Regen jähr ist-in Abessinien nach privaten) Nachrichten manche Not" H» Südafrikanische Union ■ ' * > ... Die südafrikanische I nion zählte nach dem Zensus von ftp G 1*^76000 Europier, darunter' 71816 Juden (4,a8 ",'<>). 1938 wanderten .nach Südafrika 3006 und 1939 s 465 Juden ein. , Vom 1. Mai' io3o (raten Einwanderungshestimraungen von schärfstem restriktiven Charakter in. Kraft, die gegen in den Landern von Ost- und' Südosteuropa Geborene gerichtet sind, , Alle Einwanderer, mit Ausnahme der aus' dem englischen Imperium, Osterreich, folgten, Dänemark, Frankreich,-Deutschland, Holland, Italien, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz und den'Vereinigten Staaten*von 1 Amerika stammenden Personen müssen im Besitz eines vom- Staatssekretär der Südafrikanischen ' Union unterzeichneten Permits' sein. Die An- '« gehörigen anderer als.-der angeführten Staaten Werden zudem ' J—m »dshalster \ Weisekontingentiert; ganz minimale. Quoten werden für sie festgesetzt, und Bs ist eine -auch nur ganz geringe' f Reservezahl für gewisse Kategorien' von' Verwand telT'iind' ey.. . * besonders qualifiziert erachteten Personen bestimmt. Dieses Gesetz schränkt die Zahl'der Einwanderungsländer von neuem ein.' Es trifft die Juden aus Osteuropa, insbesondere die litauischen Juden, für die Südafrika seit Jahrzehnten ein Haupteinwanderuzogsland War. » nin. Dr. Malan Ii errs che ab Kinwanderun aus 0 s t e u r o p Dar Innenminister Dr. D. F. MKlan führt« im Parlament sur Be- \ - gründung de«, Oesttsentwnrres aus, «W —aestmnutr Strom dar F-remdeueinwanderung nach, Südafrika, der sich hauptsächlich aus Litauen, Poleiiy Lettland und Bußland ergießt, sei für Südafrika unproduktiv. D* die größten Linder der Welt ihre Tore Heuen Einwanderern verschlossen haben, bestehe für Südafrika die Gefahr, daß es ein Aufnahmereservoir für unerwünschte Elemente werden wird. Der lnnenminister erläuterte im einzelnen den Gesetzentwurf, dar vorsieht, däß von jetzt ab aus Litauen, Polen, Lettland, Rußland und Palästina jährlich nicht mehr als je- 5& ' Personen nach Südafrika ein Andern dürfen, wobei der Minister erwähnte, daß die britische RevMkwunr Siidsfriksi w-üen -vergangenen sechs Jahren einen Verlust von i85a köpfen erlitten habe, während der Zuwachs an Fremden 14577 Köpf* betrage. Auch aus Palastina wandern jährlich etwa 100 Personen inlBüdafnka rte weiter aus, daß im Lande B e u n r u h i g u n g den abnehmenden Strom njordischer und die zunehmende Einwanderung Di« Quote von 5o Einwanderern jährlich, die den erwähnten Landern* zu geteilt ist, bezieht sich auf die in dem betreffenden Lande Geborenen, »o daß z. B. ein von schottischen Eltern in Litauen geborener Schotte. zu den Litauern zählt. X>io Bill sieht auch eine Einwanderung vonj 10OO Personen au« der Gesamtheit der der Beschränkung unterworfenen Länder vor, die Ober die Quote hinaus einwandern dürfen, sofern es sich um prwünschte Elemente bandelt..... Der Minister richtete aW die Judenschaft die Aufforderung, -nicht weiter das . Gesetz zu bekJbnpfen, iim eine Feindseligkeit der Bevölkerung gegen die Juden, die in änderen- Teilen der Welt zu katastrophalen Resultaten geführt habe, in Südafrika .nicht aufkommen zu lasseii. V\ ' - ,' Parlaments, mit Ausnahme'von Sir Ernest Oppenheuneri u^d^e'üebatt» ein. Morris Cen|ri«(ge, eines der jüdischen Pariamentsmitglieder,. das der Arbeiterpartei ahgthört, führte aus, man möge sich keiner Täuschung darüber hingeben, daß die Bill ausschließlich gegen die Juden gerichtet ist. Et richtete'an den Justizininistcr die Aufforderung, die Konsequenzen ' aus seider vor etwa einem Monat abgegebenen Erklärung zu ziehen, der Erkläftirn^~n>mlica, daß die jüdischen Einwanderer die - ninzigen sind, die'Bern Staatssäckel nicht zur Last fallen. Die Juden haben die Kleider-, Schuh-, WdU- und manche andere Industrie im Lande, in der Hunderte und Tausende Afrikaner beschäftigt aind, zur. Entwicklung gebracht. Die Juden sind der anpassungsfähigste Teil der gesamten südafrikanischen Bevölkerung. Ceil triage, zitierte die .Worte, die der Premierminister General Hertzog auf einem ' Bankett in Johannesburg ' gesprochen hat, nämlich, daß .der Jude in Südafrika eine Position einnimmt, die'keiner der übrigen großen. Teile ' des Volkes, nachsteht; wenn es überhaupt' einen Volk»teil gibt, auf den die Afrikaner ah Mitafrikaner blicken, so ist es der judische YolksteU*. Charles , P. Robinson, einanderes jüdisches Parlamentsmitglied, erklärte,, dio Einwanderungseinjs&rankungsbill sei als eine Maßnahme gedacht,. die Juden von Südafrika fernzuhalten. Er gab eine CharakteristikTtar jüdischen Einwanderungsbevölkeruiig und scfcloß mit dem Appell:' „Schließt nicht die Tore vor armen Menschen, ermutigt die Einwanderung I " Emile Nathan und Eli Kuitski, die ebenso wie Robinson der von General Smuts geführton Südafrikanischen Partei angehören, charakterisierten die Bill ab ein Dokument zur Sligmajisierung der jüdischen Bevölkerung. Das Gesetz schafft, obgleich es einen gewissen §pieh* a um für \ erwandteneinwanderung gewährt, wiejjpLneue trägische Fälle der Familientrennung: Die „Ständige internationale Konferenz der Gesellschaften für Wandererschute" in Genf, die auch gegen die Hirten der; Gesetzgebung der Vereinigten Staaten Stellung genommen hat, f beschäftigte sich bereits mit dem südafrikani- •eben Bestriktionsgeeetz. — Es ist gelungen, während einer, kurzen Periode von swei ' Monaten, die bis zum Fiikraftreten des neuen Einwanderungsgesetzes noch verblieben wareri7lfl5eT~4oo jüdische Emigranten „aus Litauen und Polen nach Südafrika zu befördern. Man 'muhte dabei für einzelne Familien je 100 Pfund pro Person als Garantiesumme bei der Regierung hinterlegen. Die /Jewish Colonization Association (IÇA) stellte zu diesem Zwecke eine Summe vön £ $000 zur Verfügung. Es wurde ein Abkommen zwischen der 1CA, Joint Distribution Committee und Hicefn geschlossen, wonach "die eventuellen 'Verluste, die aus dieser Aktion entstehen können, zu^ gleichen Teilen gedeckt werden sollen. — 4 ,/i Wir führen angesichts der großen prinzipiellen Mind praktischen Wichtigkeit die GeeeAzesbwümmunAh auszugsweise in . Übersetzung im: i" ""''' ^•' Immigration Quoia Act i. (1) vom t, Mai io3o soll keine Person, in irgendeinem Lenne geboren, das nicht in der Endliste*)' aufgeführt ist, die Union betreten, wofern ihr .Eintritt nicht durch die erlassenen Anorummgèn^nj^migt ist, Und wofern sie nicht, inSesrtié einer vorgeschriebenen scliriftlichen Genehmigung letdjften des Landes ist sind oben angegeben. * * // <A ' l ,■ ." •: '•' i'-rf', '.rSà0-,