Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1930. Bestand UB Ffm
- Issue
- Mai
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 10 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Uruguay *; * ' Die Zabi der jüdischen Einwanderer betrug tga8 schätzungsweise 1300-J-15oo, 1939 aooo. <' '. __. Aussichten für Einwanderer Von offizieller umguayscber Seile wird uns geschrieben: Siedlungsrrlöglichkeiten gibt es noch in Uruguay genügend Etwas Kapital ist erwünscht, weil die staatliche Hypothekenbank 86 «K» des 'Kaufwertes»vorschießt, abzahlbar in 3o Jahren. Auswanderer ohjae Kapital können als Landarbeiter tätig sein. Handwerker können ebenfalls unterkommen, doch müssen aie aufs Land und in die Landstädte gehen. Für Käufleute sind die Verhältnisse ungünstig. '.__■"' Brief eines Auswanderers Wir veröffentlichen Auszüge ausdem' Brief eines, 'Auswanderers von Ende August ' iqag an den Hilfsverein, der ein anschauliches Bild von den Verhältnissen in Uruguay gibt: „Ich » ill mein Versprechen halten und erlaube mir, an Sie ein paar- Zeilen zu richten: da ich schon 8 Wochen hier bin, so bin -ich in der Lage, «lies besser 'Von-hier zu schildern.. Ich hatte eine sehr gute Reise und 'habe auch Glück gehabt; als ich hieY angelangt bin, denselben Tag hatte ich schon angefangen, zu arbeiten. Es war nichts. Besonderes, denn ich mußte für t Peso l ') iti Stunden täglich arbeiten'und sehr schwer. Nw habe ich eine bessere Stelle gefunden, in einer deutschen Wurst- » fabrik. verdiene mehr Und habe mein anständiges Essen und Schlafen auf derselben Stelle. Man muß sich hier, vollständig umstellen. An Hygiene und Kultur ist (sehr viel zu wünschen übrig, es gibt. weder Krankenkasse noch andere sociale Einrichtungen. Die Arbeitslosigkeit ist hier sehr? groß. Es laufen Menschen hier a—3 Monate herum! ehe sie Arbeit finden. Viele sind zufrieden, wenn sie täglich einmal essen können. Hier nmß man viel. Ausdauer haben, man muß . oft' nach Arbeit - fragen; Hunderte laufen am Hafen herum und'.suchen sich hinüber zu schmuggeln. Leute, die das schwere Arbeiten nicht gewöhnt sind, sollen ihr Geld zu was anderm verwenden " und nicht nach Montevideo fahren. Nur Spezialarbeiter werden hier gesucht Auch Maurer und Straßenarbeiter werden, gesucht/ Weil hier sehr viel gebaut wird.' ¥■ ich würde jeden warnen, nach Montevideo zu fahren'. "loh kenne nicht bloß die schlechten Seiten, von -hier,. Ein Beweis ist ja, daß ich-arbeite und mit' meiner Lage zufrieden bis; aber —ich «ehe die Not Und das Elend von den anderen Menschen.'* ' $k$$t!6&£$t .^:-^?^*îi4fiftr>ÂWî *'" y. •. 'tàffiftfîtëtfffivalii^p1^ Einreisebestimmungen «• . Das Berliner, uruguaysche Konsulat,schreibt uns." Für deutsche Auswanderer ist, wh> schon, seinerzeit mitgeteilt wurde kein Visum,mehr erforderlich, jedoch müssen.Paß nebst polizeilichen» Führungszeugnis; und Gesundheitsattest dem zuständigen uruguayschen Konsufet vorgelegt werden. Beide Zeugnisse werden vom Konsul, wenn dieselben in Ordnung sind, unentgeltlich beglaubigt^ Dieselben Bestimmungen' gelten für Staatsangehörige folgendet Nationen:'Belgien, Frankreich, Holland, 'Italien. Österreich,- Portugal,* Tschechoslowakei und-, Schweiz. Für Bussen, Polen-, Litauer. Ungarn. Lettländer und . Angehörige der Ralkanstaatcn sind,. Reisepaß," polizeiliches Führungsicîâgriis. Gesundheitsattest und Geburtsurkunde erforderlich. . Der Paß nebst Unterlagen muß von dem uruguayschen ■ Konsulat des Ortes, wo der Auswanderer zurzeit wohnt, visiert ■ werden. Falb dort kein uruguavsches Konsulat vorhanden ist, kann da* Visum von einem, anderen Konsulat erteilt weiden, sofern Paß und Führungszeugnis zuvor vom Konsul des betreffenden Staates der ' Auswanderer geprüft und gestempelt worden sind.'«AAf dem Uruguayschen Konsulat wird ein* besonderer Bogen CHojà del Emigrant?) mit den Personalien jedes •' Auswanderers ausgefüllt Die Angaben werden au» den Geburtsurkunden entnommen. Da 1 "ht ersehn ft und Fingerabdruck auch geleistet werden rrluß, ist persönliches Erscheinen - unbedingt notwendig. . CM1- Chile umfaßt T,5t 6oo «jkni mit (1919) 4 36/iono Bewohnefn. Die Mu mit <t «dt Santiago zählt 5 7 '1 000 Einwohner, die Hafenstadt Valparaiso 190000. Auf Initiative von Hihs-Ica-Emkgdirect entsandte der Einwandererschutzverein in Buenos Aires sein Mitglied Herrn Lutzki nach Chile nun Studium der Frage der Ein*andenuigsmöglicli- 8 ,f. keiten für Juden. Die Hicem hat folgendes Resümee des Berichtes von Herrn Lutzki gegeben: In Chile leben etwa 1300 indische, unter ihnen aoo sephardische Familien. Der.größte Teil ist in der Hauptstadt Santiago de Chile und in der Hafenstadt Valparaiso. konzentriert. Herr Lutzki bildete aus den angesehensten jüdischen Persönlichkeiten von Chile sowohl in Santiago als auch in Valparaiso EinwandererschuUvereme und" besprach mit dem Präsidenten der Republik und mehreren Ministem die Frage einer Einwanderung von Juden. Erlkam zii dem Schlüsse, daß für nicbtqualifiaierte Wanderer keine Möglichkeit vorhanden ist, in Chile ihren Unterhält zu verdienen, mit Schwerarbeitern zu konkurrieren ist aber in Chile far jeden Europäer unmöglich.- Dagegen besteht ein Bedarf nach ausgebildeten Handwerkern wiei z. B. Zuschneidern, Damen- und Herrenschneidern, . Schuhmachern, Tischlern, Malern, Schmieden, Glasarbeitern usw., ferner nach Elektrotechnikern, Zahntechnikern u. a. m. Auch für Sattler und.. Kürschner bestehen gute Möglichkeiten. TW Kleinhändler- und, Hausierertum steht.dort auf einer-sehr niedrigen Stufe, Kaufleuten ohne Kapital ist die Einwanderung entschieden abzuraten,! .solche "werden auch vom Wandererschutzverein nicht gefördert werden.- Dagegen werden gutqualifizierte Arbeiter moralische und materielle Hilfe, auch "seitens der Behörden, erhalten. ► Einreisebestimmungen - . "• ' .—— > Des Hamburger chilenische Generalkonsulat gibt keine gedruckten Einwaoderungsbestimmungen heraus. Mündlich wurde unserem Vertreter gesagt, daß' Auswanderer einen ordnungsmäßigen Paß, ein Leumundszeugnis über die letzten fünf Jahre'. Gesujodbeits- und Impfattest, eine Beiufsbeschemigung und einen Arbeitskontrakt von Chile bzw. eine Bescheinigung, wonach ein in Chile Ansässiger sich verpflichtet, für dea_an-> .kommenden Auswanderer hinreichend ru sorgen. - beibringen müssen. Das chilenische Konsulat erklärte", noch; daß es Leuten, die keinen Arbeitskontrakt. und k*>» sogenanntes Affidavit aus Chile haben, evtl. auch .ein Visum erteilen würde, wenn, der betreffende Auswanderer mindestens'1000 BM. mit sich führt. ' -Rassische Staatsangehörige müssen. sich nach Auskunft des - Berliner Chilenischen Konsulats zur Erlangung der Einreise-' - erlaubnis a« das Mihisterio de las Belacioncs Exteriores in Santi4ß*rCiSä» wanden.;*-* Piertf,, ' Der Flächeninhalt ist 1355 100 <|km. Die Einwohnerzahl betrug.(lA?7) 61 '17 <*»>. 53 srml Mischlinge, 3a «j> Indianer. '!« '•/» Weiße (Europäer und Kreolen), a % Schwarze, a Vt Ostasiaten, Lamlesspra. he spanisch. Hauptstadt Lima (300 ooo Einwohner'. 1937 befanden sich schätzungsweise3onJuden dort ■ Peru bildet das Ziel mannigfacher von Regierungen und anderen Stellen und einzelnen- Personen organisierter kolonisatorischer Unternehmungen (mW. ,in Aussicht genommener Experimente. Vom Januar bis Oktober 1939 kamen nach einem Bericht des Präsidenten von Peru vom ia. Oktober igaq an den Kongreß 1 i a85 Einwanderer aus Europa an, und 5oo Familien wurden' in den.. Kolonisationszentren ängesiedelt Russische Siedler'wurden nach den Distrikten von Marcapa ta und Sali jib dirigiert; in letzterem. Distrikt ist bereits eine Bevölkerung von ' io5a Personen. Tm Oktober 1939 vaaron 3oo polnische Einwanderer nach Peru unterwegs, un», sich, in dem Distrikt Bio Tambo anzusiedeln, und 100 österrekk-ische Einwanderer nach dem Distrikt la Esperahsa.;%*t->^ ■; . --■-..'- '- Einreisebestimmungen * 1 , Nach Auskunft des peruanischen'-Konsulats in Berlin sind /m Einreise «in Paß (Personalausweis genügt nicht), Führungs- Zeugnis über die letzten 5 Jahn*,, Gesundheitsattest und Impfschein erforderlich. Außerdem muß ein Gesuch zwecks Genehmigung der Einreise eingereicht werden. Dies kann bei peruanischen Vertretungen in Deutschland bzw. bei der EinwandVrungslieh&rde in Peru' geschehend" Laut uns zugegangener Mitteilung. $ind -niit sofortiger Wirkung neue Bestimmungen ip Kraft getreten, wonach in Zukunft nur Staatsangehörigen derjenigen Länder die' Einreise in Peru gestattet ist, die diplomatisch oder konsularisch in Peru veralteten sind.^'Narh' Angaben der Hamburg-Amerika-Linie sind folgende Staateli in Pern diplomatisch oder konsularisch vertreten Argentinien. Belgien. Bolivien. Brasiliens Columbien, Costa Rica. «Chit-. China. Cuba.* l^m'einark. Deutsehlandy Ecu- Xr, h ~, •*' '■-> '■■•■ Jj ■ . ' .