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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1929-03-01 · März 1929 · p. Seite 12

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1929. Bestand UB Ffm
Issue
März 1929
Date
1929-03-01
Page
Seite 12 (sequence 13)
Language
German
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'• »flaanitf M:»»~l ■ :i---- TT_»—l.-l. ---rt ___:_ - » r» llil^i iKir nias ■ <t> Ufiu*a » mhm4^iu iMfUgaM mim »*«MMI SICH 4 ITmitlels. cine* von der zuständigen brasilianischen Polizeibehörde eilten Vcrpfliaitlungssrheinei, für ihren- Unterhalt verborgen. Vcistümmelroo, Gelähmten. Blinden, Geisteskranken, Bettlern und solchen Personen,. die an einer unheillnren oder ansteckenden Krankheit leiden,. TSnjw Kfjrcise untersagt. - -■• 1 . ' ' ' -. . < < Uri|ttT. ... Landwirtschaft ' Das Klinn ist subtropisch. Die Entwicklung der Landwirtschaft ist dadurch gehemmt, «laß das verfügbare Land mm größten Teil, in* den Händen-einiger Großgrundbesitzer ist. Es wird dorJ> hauptsächlich Viehzucht betrieben. Im Zusammenhang damit entwickeln sieb insbesondere fleischverarbeitende Industrien. " Aus dem Bericht der Hicem-Delegation. Die Hieem-Dalegation, entwirft folgendes Bild : ' Uruguay zahlt kaum. M/} Millionen Einwohner, von denen eine halbe Million Montevideo bfWohnt., außerdem gibt es noch drei bis vier Städte mit einer Bevölkerung ven 5o ooo bis 8« ooo Seelen. . , Die Zahl der jüdischen Bevölkerung Montevideos wird auf 5ooo geschätit. Arbeitsmarkt: Da die einheimische Industrie sehr schwach'entwickelt ist. so sind Handwerker verschiedener' Art naturgemäß sehr begehrt. Es werden augenblicklich gesucht : Schneider. Schuster, Tischler, Tapezierer, Bauarbeiter, Anstreicher, Friseure, Kürschner und Chauffeure. An Frauenberufen werden verlangt: Modistinnen?und Schneiderinnen. Viel schwerer ist es, für Angehörige folgender Berufe Arbeit zu schaffen: Schlosser. Scbohstepper und Becker. Absolut keine Aussichten besteben für bleischer. Der Lohn beträgt für Handwerker im allgemeinen. - a—3 Pesos täglich (i uruguaysches Peso'gleich \,-58_ M.),' für gut qualifizierte Handwerker erhöht sich dieser Lohn auf 4—5 Pesos pro Tag", Flauen verdienen i — iV» P«so» täglich. Für ungelernte Arbeiter bestehen jetzt sehr wenig Aussichten. Sie werden meistens von den Straßenbahngesellschaften ngestellt, da die JUnternehmer bei Immigranten von gewissen Abgaben befreit sind und somit ein Interesse daran haben. /Ein , Schwarzarbeiter verdient i—il/» Pesos täglich. Für Hindier und ' Fachlose sind die Aussichten -ebenso wie in Brasilien sehr ungünstig, und man muß im 'allgemeinen' solchen Elementen von är Einwanderung nach Uruguay abraten. Sollten sie rieh doch r Einwanderung entschließen, so müssen sie' mindestens über So—ioo Pesos verfügen, um irgendetwas anfangen.zu können. , Von den. kleinen Industrien, in denen Juden "beschäftigt sind, könnte man nur die.Strickerei- und Möbelindustrie nennen. Das Existenzminimum beträgt für eine vierköpfige Familie 5»—66 Pesos monatlich. Für ein Zimmer verlangt man io—u Pesos, für ein größere« sogar •«> Pesos, dabei muß man ebenso wie in Argentinien unbedingt so—Pesos im voraus ajs Garantie für die pünktliche Zahlung hinterlegen.' Das Wehnungs- |i rob le in ist eines der schwierigstender Immigranten in Uruguay...'.- k ' - ■; - Es ist im Sommer vjel leichter Arbeit zu finden als im Winter. £? . ■ ', . » . . ' »■•-*■- ■ ~—•' Uruguay ab Einwanderung«- und Durchgangslaud.-* ■* 19H7 wanderten nach Uruguay 16236 Personen ein; davon schätzungsweise 1000 Juden. » Die Bepublik Uruguay ist der einzige südamerikanische Staat, der Sowjetrußland anerkannt hat. Uruguay verlangt auch nicht, wie andere südamerikanische Staaten, ein Führungsattest. über fünf jlahre. -Es 1st aber dringend davor zn warnen, seeeen de* erf(-i( Vierten Möglichkeit, nach Uruguay zu gelang) 11. dasselbe als ' Dufrhgangsland für illegale Einwanderung nach anderen amerikawisrhen Ijindern. insbesondere Argentinien, benutzen zn wollen, ohne daß die Vorbedingungen für die Zulassung daselbst bestellen. Um eventuell die Möglichkeit zu besitzen, legal nach anderen Staaten des amerikanischen Kontinents von Uruguay einzuwandern, ist Immigrant en (Al raten, sich ein Führungszeugnis über fünf Jahre zu beschaffen und'sich vor Antritt der Reise aus Europa über die Einreisebcdrngupgen in Aussiebt genommc* . ncr anderer Staaten^renau su informieren. * Verschärfte Einrefsebestimmungen. Das Konsulat der Republik Uruguay, Berlin; teilt uns mit, dab" die Einreisebestiinmungeu . sich verschirft Uaben. Wir ' briqgen dieselben nachstehend /um Abdruck., -, H/.'-A V ' \ 1 ' 1 ' ■ *. 12 .1 ' * '-~ v •* " *t ' 5 \ il:> Neue Einreisebestimmungen nach Uruguay.;'t Jeder Person ist die freie Einreise, der \ufenthalt und die Ausreis*, mit ihrem Eigentum unter Beobachtung der PolizejgeSetze uud vorhehaltlieh der Aechtansprüclie Dritter .gestattet. Für die Einreise nach I rugusv sind erforderlich. v ' * 1,1 ■ [* « i. Eih gültiger Reisepaß. . Ï. Ein Gesundheitsattest. . ' -f \ 3. Ein polizeiliches Führungszeugnis. '!> '/ Kür deutsche Staatsangehörigeist das l'afywsuin nicht mehr erforderlich. Die anderen Papiere müssen jedoch Vom uruguayischen Konsul gestempelt werden. ' *.__/— a .. ' Auswanderer müssen außerdem noch die Geburtsurkunde und Bcrufsnachweii vorlegen, damit der Konsul aus dfesen die nötigen Angaben for d^e „Hoja del Emigrantc" entnehmen kann. Dax Auswanderer muß Fingerabdruck und Unterschrift Inf diesen Bogen setzen, so daß persönliches Erscheinen im Kr/hsulat unbedingt notwendig ist. Als Auswanderer, Werden Passagiere zweiter und driller Klasse betrachtet, welche die Absicht haben, sich auf uruguayischem Gebiet niederzulassen. Passagiere I. Klasse sind/ von diesen Bestimmungen abgeschlossen. Die Antrage von anderen' Staatsangehörigen (Pole.n, Litauer, Russen, Ts,chechoslowake« usw.) werden ni c h t" be r fi c k a i c h t i g t. went diese nicht ein E m p f ej» 1 un gs• ch rei hen i h rer konsularischen Ver- t r c t u n g verlegen , die um E r t e i 1 u n g d es V i s u m s è r - sucht. Polizeilreh» Führungszeugnisse, ärztliche Atteste und Geburtsurkunden-; in fremden Sprachen müssen in deutsche oder spanische, Sprache_ übersetzt werden. Andernfalls wird der Atting auf ein Visum abwiesen.' Von der Einwanderung siugcscMossen werden :. I. An Lepra, Trachom und eif"oficner Tuberkulose Erkrankter S. Irr- und Schwachsinnige jeglichen Grades. 3. Bettler.- . " . ' < 1 4. Infolgeorganischer .Fehler oder physischer Defekte Arbeitsunfähige. , 5. Zigeuner, Asiaten und Afrikaner nach Eomesseh der Eisvwandcrurigsbehörde. ■ ■•> 6. Du nicht mit' den nach den gesetzlichen Bestimmungen vorgeschriebenen freunden versehenen Personen. 7. Personen über .60 Jahre und Blinde; sofern sie nicht . Familicn- Mhtpter oder ,voo ihrer Familie begleitet sind oder nachweisen, ' daß sie in der Republik Angehörige, haben, die bereit und fähig sind, sie zu unterhalten. —"T" ,? .''*"•.* 8. Diejenigen Personen, die. einem . Wandergewerbe nachgehen, nach Ermessen der Einwanderungsliel\örde, sofern dieses Gewerbe einen Qlacbteil für die Bevölkerung bringt oder gegen die gewerblichen Vorschriften verstößt. Staatsangehörigkeitsrecht. Die uruguaysche Regierung hat das Verfahren zum Erwerb des Bürgerrechts durch ein Gesetz vpm 2. -Februar 1928 neu geregelt. Bemerkenswert sind in diesem Gesetz die Artikel 1 _ und a, die bestimmen, daß' der Erwerb des uruguayschen Bürgerrechts n i c h t an die .Voraussetzung des Verzichts auf die bis- - hcrige^Stäatszugehörigkeit geknüpft ist, und daß im FaUe des Abbruchs der Beziehungen zwischen Uruguay und einem anderen' die staatsrechtliche Stellung der uruguayschen Bürger, ge zugleich Angehörige des anderen Landes sind, durch Gesetz eregelt werden soll, wobei aber in keinem Falle von solchen 1 f.rugnayern Kriegsdienst "gegen dieses Land gefordert werden irfe. 1 NarhrichtenbhrU dès Reichs waiiderungsaintes vom Mint 1939.) \ ■ --- > ' " - -. Nach Mitteilungen aus Südamerika sind Emigranten wegen ugenkrankheit (Trachom) bei ihrer Landung in Argentinien, Brasilien und v Uruguay - zurückgewiesen worden. . Es müssen daher alle, die an Trachom leiden oder noch Spuren dieser Krankheit aufweisen, darauf aufmerksam gemacht werden, daß ihnen die Gefahr der Reratrijerung droht, wenn sie vor ihrer völligen Ausheilung nach diesen Lindern auswandern. . "■ Australien. Umfang und Bevölkerung. , Australien besteht aus den Staaten Neu-Südwalea, Victoria, Südaustralien, Queensland, Westaustralien, Tasmania und den . Territorien Nord- und Mittclaustralien. Es ist j 971 englische Quadratmeilen greß mit:einer Gesamtbevölkernng von 6 167 '|30, Personen (3 i54 12,1 Männer und 3 oi3 3o8 Frauen). >c'kut/uof s"mi Juni 1917. — Nach einer Schätzung vom So. Sep-! ,/' VisaBaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaal

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