Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1929. Bestand UB Ffm
- Issue
- März 1929
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 11 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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T - - T. * «5.*»<*^ Honora,rkoniulat in M üp ch.cn: für Oberand Niederbayern, ■ Oberpfilz, Schwaben.; Yiaekonaulat'in Hannover: für Stadt und Provinz Nannover sowie Braunschweig. r \ . , Vizekottsulat in Le i p i i g: . Sachsische Kr«isliauf>tiiiannschaft Leipzig, preußische Provint Sachsen, mit Ausnahme deren Enklaven in Thüringen-, -Anhalt und die in der preußischen Provins Sachsen gelegenen Enklaven.;-- Vizekonsulat in Dresden: Sächsische Kreishauptinannschaft Dresden. Zurzeit ist das Konsulat provisorisch ermächtigt, die Geschäfte" auch in den Kreishauptmannschaften Bautzen und Chemnitz wahrzunehmen. f ■»-■';- j--- Vizekonsulat in Reichenbach i. V og 11.: Der Konsular- ' bezirk umfaßt die Stadt Reichenbach i. V., sowie auch pro/' visorisch die sächsische Kreishauptmannschaft Zwickau. llonorarkonsulat in Weimar: Mit Amtsbezirk In den thürin-. I Anfingen begriffene Schuhup£ Bekleidungsindustrie wird Von Brasilianern betrieben. J ■ Andererseits jedoch sind die Lebenskosten in Brasilien im.Yern fleich mit Argentwien und auch mit Europa bedeutend niedriger, o beträgt das Existenzminimum einer alleinstehenden Person, Bekleidung miteinbegriffen, soo Milreis/( 100 RM.) monatlich, eine dreiköpfige Familie benötigt zirka Soo Milreis, dabei sind die Weh n cm g s v e r h/> 11 n i s a e - unvergleichlich besser als in Argentinien, und es .'bestehen keinerlei Schwierigkeiten bei der Beschaffung einer Wohnung. Auch; die Lage des Arbeitsmarktes muß im großen und ganzen als günstig angesehen werden. Handwerker und gelernte Arbeiter können immer {besonders in der "Provinz) Arbeit finden. Der Minimallohn eines Handwerkers beläuft sich auf io—ia Milreis, in manchen Zweigen, wie z. B. in der Hutmacherei und 'der Möbeltischlerei, erreich^ der Lohn sogar i5—ab Milreis pro Tag. Auch ungelernte Arbeiter verdienen bis io Milreis pro Tag. Auch gischen Staatcss und den preußischen Enklaven, die in Thü- —die. Arbeitsbeschaffung ist hier -viel ' leichter. ».. (Der Bericht ai ioo qkm — Wu den wurde im Jahre ringen liegen. v -.v ' Brasilien. i Bevölkerung. Die Einwohnerzahl des Bundesstaates Brasilien, der nahezu " dreimal so groß wie Argentinien ist — lasô 36 j ooo Personen, die Zahl der lyjauf 3oooo geschätzt. Nach einer privaten Berechnung beträgt die Bevölkerungsdichte des. großen-Nordgebiets von 6 435 ooo qkm 75/»»/» des "gesamten Areals von Brasilien, i J\ Bewohner auf den Quadrat-, kilometer, während in der kleineren Hilft« von 34,6 o/o des gesamten Areals ioo3ooo qkm o,3 Bewohner auf den Quadratkilometer entfallen. Binnenwanderung. Es ist eine starke Binnenwanderung nach dem Süden, ina- 1m Minder6 nach dem Staat Sao Pablo, zu verzeichnen. Dieselbe ist, abgesehen von temporären Verhältnisses), wie eine lange Dürre in den Nord- und NoVdoststaaten im Jahre 1928. auf die langsame Entwicklang der Inianddistrikte, Unsicherheit infolge politischer Agitationen und den niedrigen Lehensstandard der Bevölkerungzurückzuführen, die an Ort und Stelle regelmäßige oder lohnende Beschäftigung nicht finden kann.' Dieser Exodus hat. zur Entvölkerung einer Anzahl ländlicher Distrikte geführt. In den südlichen Landesteilen, wohin -sich diese -Binnenwanderung richtet, wh-d diese Zuwanderung von tausend«*-Arbeitern zu Zeiten, wo der ländliche Arbeitsmarkt hur wenig absorbiert, sehr empfunden. Die Behörden konnten aber wegen der gesetzlich garantierten Freizügigkeit nichts unternehmen. Diese Verhältnisse lösen auch Rückwirkungen gegenüber der Stellungnahme zur a aslândiscbérr Einwanderung aus. Es herrscht"die Ansicht vor, daß Schutz und Vergünstigungen für das nationale Arbeitsangebot nicht geringer sein dürfen als die ausländischen Bewilligungen für Immigranten, die oft bei der Ansiedelung von Privilegien, von., internationalen Verträgen und konsularischem Schutz profitieren. In einem landwirtschaftlichen, kommerziellen und industriellen Kongreß vom Mai 1938 in Minas Geraes kamen diese Tendenzen zum Ausdruck. _ Der Vizepräsident der landwirtschaftlichen' Gesellschaft Minas (îeraes schätzte die Zahl (1er landwirtschaftlichen Elemente, die Minas Geraes während der letzten Jahre verlassen haben, um —nach den Nachbarstaaten Goyaz, M at to Grosso, Sao Paolo, Parana und Spirito Santo zu gehen, auf jihrlicb>4o ooô. Etwa ein Viertel von diesen Emigranten waren Kolonisten mit Mitteln. Der Rest ' bestand aus Arbeitern, die bessere Bezahlung suchten. - Einwanderung. Nach der staatlichen brasilianischen 'Statistik landeten 1917 in brasilianischen Häfen 101 568 Einwanderer (ap 000 weniger als 1036). Die Zahl der jüdischen Einwanderer über die Häfen; 'Ilm de Janeiro" und Santos, die im Lande verblieben, ist auf . 3ooo zu schätzen. Bericht der Delegation der H kern. Dem Bericht der Hicem entnehmen wir folgendes: . ' „Vorläufig steht Brasilien in seiner Entwicklung noch weit '.- hinter Argentinien zurück. Die Industrie ist noch weniger.entwickelt, der Handel wird noch in detv primitiven FormeA der Hausierer«! ( J'eddlerei') betrieben. Soweit es großangelegte Un-- " t, liegen diese meisten» in ausrfPaVi bringt über Lebens Unkosten Aufstellung.) and Arbeitslöhne eine spezifi. rte ternehmen «der Handelshäuser gibt, ländischen (hauptsächlich englischen) Händen. Nur éi* * ZTJ\. Allerdings vorlangt das sehr heiße Klima, besonders im nörd- ' liehen Teile Brasiliens (im Süden'sowohl als auch im 800 m hoch gelegenen Sao Paolo-ist das Klima wesentlich milder) eine größere Anpassungsfähigkeit "als in Argentinien." , In Brasilien bestehen Komitees in Rio de Janeiro. Sao Paolo, Porto Alegre, Pernambuco und Bahia. Ihre Tätigkeit bewegt sich im entsprechenden Rahmen wie dieder axgentinuchen-Jiiomitee«. In den Sprachkursen, deren Besuch zu wünschen übrig läßt, wird portugiesisch gelehrt. Die Geldüberweisungen sind sehr sehwach entwickelt, die Post nimmt*keine 1 Überweisungen an. Kolonisationswerk der Jewish Colonization Assoziation. - „Unser Kolonisationswerk in Brasilien hat im letzten Jahre (1907) wesentliche Fortschritte gemacht. Die Anstrengungen, die wir entfaltet haben, die Energie, mit der alle, unsene. Dienststellen, die' seit z»ei Jahren wiederhergestellt sind, die Vorbereitung von neuen Zentren betreiben und die neuen" Installationen eingerichtet haben, scheinen ihre Belohnung gefunden zu haben. So erhöhte sich die Gesamtbevölkerung von Philippson und Quatro Irmaos Ende des- Jahre* 1937 auf 3ioi Seelen, 986 mehr,als im Dezember 1-936. So sind ständige Elemente in Brasilien kolonisiert worden in den Gruppen Baron Hirsch (Chalet) und Pampa. Ihr ^materieller, und moralischer .Zustand , ist außerordentlich zufriedenstellend. In Brasilien wie in Argentinien überragt unsere . kolonisatorische Tätigkeit weitden Rahmen der direkten. Installationen, die wir vornehmen.. Diese Gruppen, die jetzt schon so beträchtlich sjnd, üben durch ihr bloßes Bestehen eine mächtige - Anziehungskraft von unschätzbarem Wert für unsere Glaubensgenossen aus, die eine Zufluchtsstätte suchen und welche die •' restriktiven Einwanderungsgesetz« zwingen, neue Auswege zu finden. In Brasilien besonders haben wir in dem Wunsche, die Zukunft vorzubereiten, durch ein-spezielles erzieherisches und moralisches Werk analog demjenigen, das wir vor 30 Jahren in Ar-' gentinien geschaffen haben, zur Konstituierung zahlreicher jüdi- * scher Gemeinden mit ihren Synagogen, Schulen,' ihrer besonderen Atmosphäre heigetragen. Ein Tag wird kommen, wo die brasilianische Judenheit, glücklich und zahlreich, bezeugen wird, was sie der Initiative und den Bemühungen unserer Assoziation zu verdanken hat." Brasilianische Einreisebestimmungen.? ' (Berliner Konsulat) 1. Reisepaß , - ■ •' -, 1. Polizeiliches ' Kührjungazeuguis der leisten ununterbrochenen Tüdf - Jah/4 - ,; . , i ■ -v .V Impfschein Jucht älter als zwei Jahr«. (Kreisarzt. 1 '1. Gesundheitsattest neueren Dalums. (Kreisarzt.) 5. Drei Lichtbilder. - Ferner sind drei Formulare mit PeraotiaUngaben auszufüllen, welche in der Kejrrtlei zu haben* Sind, aber nicht verschickt warden. Die' Pässe,. die mit oben angefahrten Papieren persönlich hier einzureichen sind, werden drei Tigs nach der Ablieferung," bei in Ordnung teilenden I nti Magen, visiert r.urückgi-gi-tn n Die Einreise hat binnen 90 Tagen zu erfolgen. Schriftliche Gesuch» können nicht benVk.suhligt werden, deshalb ist von der EiliaesaajSJflsk von- Paaaoii durch die Pott lIi/UM-iien < a 1 ' Minderjährige, alleipreiaeQdc Frauen oder Mädchen, bedürfen ( einer boaonderen Erlaubnis (lt. Dekret Nr .'il ,7 der Biimlearrgierung vom .6. Januar lOli), welche von <len,Intete*aanten in, Brasilien bei «er Zuständigen Polizei-' oder"" Einwandarungsbehöruc einzuholen und dem (*t.e,»lk<i„,uM vorzulegen ist Usber S> JaJ Einreise nur enorac einzunnien una ritm Jahre alten Persoften. wird~^ie aehwaami, daft sie aber ge- * ■ ' t i . 1 •k //