Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1929. Bestand UB Ffm
- Issue
- März 1929
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 10 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Immigranten eingeführt, ïo, z^ B, - '—tindot siefT die Hobciinduitrje fast ictiließbch in jüutsetien Händen. . In den letzten Jahren haben ^poldie Stricker« in Argentinien eingeführt und damit die "t^nw ldr Strickwaren, die bit dahin aus dem Aualand eingeführt werden .ZMtfiten, um' 56*/» verbilligt, Und schließlich tauch. Konfektion. In kleinerem Mafistabe wurden aush Betten " mil Jja»as»f-|»iiil Messing, Spiegel, Koffer aus Holt und Leder, BüroarÜkel usw. fabriziert. In diesen Zweigen konnte sic!i die Produktion noetT «setter entwickeln Auch eine Reihe von neuen Produktionszweigen, wie z. B. die'Herstellung von Bijouterie aus Silber und Gold, Kleineiseswaren (Schlösser, Türklinken, Federmesser, Sdherèn üsw.) sowie Galanteriewaren verschiedener Art, die schon frühes-in Rußland und Polen immer in jüdischen Händen waren, kannten in Argentinien eingeführt werden.' Auf die Handelsmöglichkeitea kann hier nicht niher eingegangen, werden. Jeder Kaufmann) der. drüben in seinem Berufe bleiben will, muß ein gewisses Kapital mit sich bringen, damit er das sehr unangenehme Stadium des Hausierers vermeiden kann." Bemerkt sei. daß, während der Kurswert des Pesos zurzeit 1,77 M. beträgt, der Kauf wert Bach Angabe erfahrener Kenner der Verhältnisse etwa der der deutschen Mark gleichzusetzen ist. In dem Bericht wird bezüglich Argentiniens auch die Trage besprochen, die in EinwanderungstiSndern stets Gegenstand der Disku—ion bildet, inwieweit die Zuwanderung von Arbeiterclementen aus Europa die 1,6hm' der einheimischen Arbeiter drücke. - Die Arbgitshedinçungen 'sind so beschaffen, und der Arbeitslohn iit bei den in jeder Beziehung außerordentlich anspruchslosen einheimischen oder italienischen Arbeitern so niedrig, daß ein jüdischer Arbeiter, der ihnen an Körperkraft nachsteht, nicht imstande ist, mit ihnen su konkurrieren. . - \ Kolonisationswerk der Jewish Colonization Assoziation. In dem der Generalversammlung der Ica erstatteten Bericht heifit es: . Wir haben unsere ■Unternehmungen in diesen Landern (Argentinien, Brasilien, Vereinigte Staaten, Kanada) tu konsolidieren Und sie auszudehnen, wenn möglich oder notwendig. -, Es" ist vornehmlich so mit unseren Kolonien in Argentinien, wo ihre Entwicklung uns einen Anblick bietet, mit dem wir uns besonders befriedigt erklären können. Die gesamte, bis heute in' Argentinien kolonisierte Fläche beträgt 0870 973 Hektar, wovon i3p g39 Hektar selbständigen Kolonisten gehören, die völlige Eigentümer ihrer Parzellen sind. ■ 1 ■ Die Bevölkerung unserer Gruppen beträgt gegenwärtig 57'i V jüdische Familien (33 o84 Seelen), 'davon Kolonistenfamilicn 3563 (19733 Seelen). ' ' Die Kolonien beleben sich, bevölkern sich, die Kommuhi-'" kationswege werden vermehrt, die Bodenkulturen vervollkommnen sich, die industriellen Methoden dringen uberall durch. Wenn .einmal du Schicksal der väterlichen Besitzung gesichert ist, beginnen die überzähligen Kolonistensöhne, deren Ar-' beitskrafl dort nicht mehr unentbehrlich ist, Gruppen in anderen Distrikten zu gründen. Einige .gehen in die Städte. Man braucht ' über dies Verlassen der Kolonien nicht zuviel Bedauern su empfinden, wenn man an die schon zahlreichen argentinischen Schriftsteller und Gelehrten, an die Juristen. Mediziner denkt, die aus unseren Kolonien hervorgegangen sind. Oer Bericht, den ich hier vorlege, zählt die Kolonien, den Ertrag der Ernte, die, Kooperativ-Wohlfahrts- oder Studien-Gesellschaften auf, deren Zahl sich in unseren Zentren vermehrt.' Was nicht wiedergegeben werden kann, ist der unmittelbare Eindruck des'Lebens, der Kraft und des Vertrauens,' den man an Ort und Stelle empfindet, wenn man siebt, was einige Jahre der Freiheit und guter Arbeit aus diesen Immigranten gemacht haben, die einst so schlecht in ihren Heimatländern behandelt worden sind. Sie werden von unserem Generaldirektor, der von dort kommt, über einige seiner Erfahrungen und über seinen Glauben an die Zukunft der argentinischen Kolonien hören. Wer empfindet nicht ein tröstliche«, Gefühl bei der Betrachtung dessen; was die nach Argentinien ausgewanderten russischen Juden haben ins Werk set zen könnten?; ■ " ' Sie sind nicht nir -lf: geilte -Landarbeit üauirrtd; zu sorgen, sondern es^lst ihnen außerdem gelungen, die m . Summe zur Bezahlung der. Zinsen und Amortisierung 1 schüsse, die sie von unserer Gesellschaft erhallen haben V _ 1 rj_ —5<sV -, menzubringen. > . I' Wir können dank diesen Rückzahlungen aufs neue'dieselben *Summfn verwenden, urn wiederum unseren russischen Glaubensgenossen unsere Hälfe z*ur dauernden Io-tallaiion in ihrem Lande unseren Beistand tu leihen k J - A r •> MX .»•*■ . w—-'• : .. ■.»» I —L_i_: gelangt, durch eifrige und inlelli die Notwendigkeiten ihrer l. 'jede nach oder durch Argentinien reisende Person über i5 Jahre benötigt zwecks Erlangung des- Visums (hierzu ist personliche Anwesenheit erforderlich) folgende Papiere: -•) Reisepaß, h> polizeiliches Führungszeugnis über die letalen fünf Jahre, «art der genauen Datenangabe über die Meldezeit (bei verschiedenen Aufenthaltsorten wahrend dieser Zeil die respektiien Führungszeugnisse 1, worin bestätigt fwird, daß der Interessent unbestraft ist, und daß während,der letzten fünf Jahre kein richterliches Verfahren wegen ' Vorstoßes gegen die gesellschaftliche Ordnung gtjjen ihn stattgefunden ha.t, ' * 1 ' ' ' c) zwei lose PafibHder. ... ., - Fur Kinder unter i5 Jahren ist die Geburtsurkunde ■mitzufahren, die von dem betreffenden argentinischen Konsulat mit einem Paßbild versehen wird. ■ / ' v . I Personen über So Jahre; sowie -Frauen, die mit Kindern unter ij Jahren allein, d. Ii. ohne Begleitung des Ehemannes, reisen, benötige« von der Einwanderungsbehorde 'in Buonoa Aires eine besondere L a n d u n g s e »Ja u b n i s. Dieselbe kann von in Argentinien lebenden Verwandten, Freunden" und Bekannten usw. im Einwanderangsamt beantragt werden, welches dann seinerseits die Antwort an die betreffenden Konsulate telegraphisch übesrnitteln kann. Die Kosten hierfür geben natürlich zu Hasten des Interessenten. - Obige Erlaubnis ist auch erforderlich fur Personen, welche an irgendeinem körperlichen Gebrechen leiden, das ihre Arbeitsfähigkeit herabsetzt. '■■''« { Restriktion der Einwanderung. . Wie wir einer Publikation des Internationalen Arbeitsamtes in Genf entnehmen, bringt das-Emigrationsbüro der polnischen Begierung die Meldung, daß die Konsularbehörden der Republik Argentinien in Polen von ihrer Regierung im Oktober 1938 Instruktionen erhalten haben, nur Pisse folgender Auswanderer nach Argentinien su visieren: 1. Einzelne Personen oder Familien, die die Landungsgenehmigung von dem Generaldirektor für Einwanderung - in Argentinien bekommen haben; . ' ' 3. Personen mit einem Zertifikat der Behörden des Emigrationslandes, äaß sie als 1 arid wirtschaftliche .Arbeiter sich nach Argentinien begeben, um.auf dem Lande zu arbeiten, und d*ß sie auch mit einem gewissen Kapital versehen sind. 3. Personen, die früher in Argentinien gewohnt und -tob den argentinischen Behörden ein Zeugnis über gute Führung während ihres Aufenthaltes in Argentinien, erhalten haben, wie ein entsprechendes Zeugnis von, den Behörden ihres. Heimatlandes für die Zeit, die seit der Rückkehr der Betreffenden nach Argentinien verflossen ist " Argentinische Konsulate in Deutschland, ' ' Nachstehend geben wir eine Aufstellung der argentinischen Konsulate in Deutschland und deren Amtsbezirke: Generalkonsulat in H a, m, b u r g , zuständig fürganz Deutschland und besonders diejenigen Bezirke, in denen «ich kein argentinisches Konsulat befindet „ - / •'".,'' ■.' ■ - - i Konsulat in Berlin: für Brandenburg, Pommern'und Ostpreußen. - 1 Konsulat in B r e m e.n: für Oldenburg und Lippe; sowie die Provinzen Ostf riesland und Westfalen. Honorarkonsulat in N'ü r n h e r g : für Qber-, Mittel- und Niederfranken. : . . * Honorarkonsulat in Frankfurt a. M.; für Hessen ^Nassau und ■ Waldeck, diè Stidte•Zweibrücken, Neustadt, Kaiserslautern, - Speyer, Ludwigshafen, Heidelberg, Mannheim, Aschaffenburg, Lahr, Gmündeh und ihre Bezirke und Vororte, . Honorarkonsulat in Köln: für die Bezirke der Rheinprovinz um Köln, Kôbrenïmnd1 Trier.' llonorarkonsulat in W i e s ha d <■ n : für den Wiesbadener Distrikt. Visekonsulat in Stuttgart: für Badet), Württemberg und die W«ht. Vizekonsulat in Aachen: 'für die lUieinprovinz-Bezirke: Heunsherg, Erkelenz. Geilenkirchen, Jülich, Düren. Montjoie und Schleiden 1.11-iil.it in Düsseldorf: für die RtreinprOvint-Bezirke: Kleve, Wesel, Essen, Mühlheim, Barmen, Elberfeld, Düsseldorf, Solmgcn.-Ucm-chejd, Lennep, NenlS. Grevenbroich Und München-Gladbach; . ■ Vizekonsukt m Breslau: fürdie>Provins Scbleaierv v Vizekonsnlat in Kiel: für Schleswig-Holstein ',. ». ' ■ >• * ■ *~ * " . 1 ' .'