Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1929. Bestand UB Ffm
- Issue
- März 1929
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 9 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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europäischen lAudeptf Restriktionen untez>worfen/_a^rdW soll, wird von allen begrüßt werden, dieernstlich und mit Recht durch das neuerliche Uebcrgcwicht Fremder über iwitiscW Ansiedler in Kanada beunruhigt worden sind. Aus den bis jetzt veröffent- -, lichten Zahlen geht zweifellos hervor, daß im Jahre 1918, nun zweiten Male ■ nacheinander, die Fremden die Briten tun das Doppelte an Zahl übertroffen haben. Es ist vorauszusetzen, daß die Vereinbarung, die die kanadischen EisenbalinenHhrrHauptvermktlern^dcr Einwanderung macht, entsprechend der, im Jub» vorigen Jahres von Mhem Komitee des Canadischen House of Commons gemachten Anempfehlung nicht erneuert wird, und daß die Zahl von Einwanderern aus nichtvorgezogenen-îiândem auf 3o 0/0 der Gesamtzahl vom Jahre 1938 reduziert wif*- Selbst bei der Annahme, daß der Bedarf Kanadas im gegenwärtigen Jahre nicht größer ist als während des letzten Jahres, bedeutet dies, daß wenigstens 35 000 Extravakanzen für britische Siedler verfügbar sein werden. Die Tatsache ist ein weiterer Beweis des aufrichtigen Wunsches der kanadischen Behörden ... daß ihr Land vorwiegend britisch bleiben soll... Wie wir oft dargelegt haben, ist der Ansiedler,'der sowohj der willkommenste ist als auch die meisten Aussichten auf Erfolg unter den neuen Verhältnissen --in einem fremden Lande hat, der j un g e alleinstehende Mann, und die 3 5 ooq fremden Ansiedler, die fortan ausgeschlossen werden, gehörten tatsächlich fast ausschließlich zu dieser Kategorie. Die Kolonien der Jewish Colonization Association. Ueber die "Entwicklung der Kolonien der Ica im Jahre 1917 wurde in der Generalversammlung derselben von dem Präsidenten, Herrn Franz Jttilippson'i wie folgt berichtet: '- '.V * . Auch in Kanada erlaubt uns die entschlossene Anwendung unserer Methoden, die sich in langer Praxis1 der Kolonisation*: arbeit bewährt haben, einen namhaften Fortschritt zu verzeichnen. Wie in Argentinien.und Brasilien etablieren wir heute unsere Schutzbefohlenen, die mit Sorgfalt ausgewählt sind,-auf; Pars ■ zellen von béschfânkter, aber fur eine bescheidene Bewirtschaftung genügender Ausdehnung (160 acres in Kanada, fast 75 ha). , Siefinden dort die nötigen Gebäude und unsere Vor-, schüsse beadiaffçn.ihaen. die Tiere und da* Material, rrjs sie bjwochen.^' Außer den alten Kolonien, wp wir -noch erhebliche Reserven an Terrains besitzen, haben wir. im Jahre'ji037 65 Parzellen in 'den. Kolonisationszentren Hirsch und Sorinenfeld erworben 1 'iS.WhaV lit Kanada ermutigen wir auch mit allen Kräften di» Kooperative, die.. Koionistcngesellsçhaftèn,, kommunalen Institutionen. Ich glaube bestimiiu, daß dievjüdisehe Kolo^„ nisafion'in diesem Lande über die Schwierigkeiten triumphieren 'wird, die seit langem ihren Aufschwung verzögert haben." ,'.-y .• . : : . ■ ■ ' . ,. -• .'■ Argentinien. Größe, Bevölkerung, Einwanderung. Argentiniens Bodenfläche — a 978 600 qkm ^mit (*9»5) 10087000 Bewohnern — ist an Umfang etwa derjenigen der folgenden zwölf europäischeoJJfaaten gleich: Belgien, Dänemark, Deutschlands Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Oeslerreich, Schweiz, Spanien-,-Tschechoslowakei. Die jüdische Einwanderung nach Argentinien ist eine verhältnismäßig geringe. Sie betrug in den fünf Jahren' 1933/37 * '11 538. Im Jahre 1937 »wanderten 5 584 Juden ein. Die gesamte allgemeine Einwanderung in diesen fünf Jahren betrug 776 5a6 Personen, die Rückwanderung »63 o56. Den größten Prozentsatz Ein- und Rückwanderer stellen Italiener und Spanier als S ai 5 o n w a nd e r e r. ...,>;. ,Zür Organisation der Arbeit für Einwanderer und die bereits im'Lande befindlichen Eingewanderlen hat Ende, Mai 1938 ein jüdischer I m mi g r a t i o n s k on gr e ß", einberufcb" durch den Immigrantenschutzverein in Buenos Aires, stattgefunden. ■ ' . . , - '. ■ 'lie I X (Eine Delegation jdor II icem. bestehend aus den Herren Ben - j a m^-u<v.#iew. York, Louis 0 un g r « und M. Kreinin . bereiste im Sommer, 1938 während- »V» Monate südamerikanisch« Länder. An ihren Arbeiten nahm^Herr Dr. Ilaf f alo witsch aktiven Anteil! - Aus ihrem Bericht, wie weiteren Berichten der Hicem gebenwir interessante Mitteilungen über Landes- und Arbeitsverhältnisse, Beschlüsse des Kongresses, WohTfahrfseinrkhtungen und -arbeiten wieder. ' Jüdischer Immigrationskongreß in Buenos Aires. Auf dem Kongreß 'wurde1 beschlossen, den Immigranten- , schulzvereinr in Rttenos Aires-(Söprotimis)'un<Ldie Subkomitees in der Provins tu reorganisieren.» Hicem gcVährt ih4e finanzielle v .— I X , * *' V . *- ■ . , 1 *\ ' 1 ' , Mithilfe daWi. Gegenwärtige sind die Immigrahtenschutevereitar m Buenos Aires, in Rosaria. Santa Fé und Cordoba, wie in den Kolonien der Ica in Moisesville, Rivera "und Basavilbaso reorganisiert. Die Reorganisation der anderen Komitee», macht Fortschritte, Dje Tätigkeit der Komitees erstreckt sich vorläufig noch in kleinerem Umfange auf Arbeitsnachweis, professionelle Ausbildung zur AssimHierung von Handwerkern und Ausbildung von Arbeitern zu Fachleuten. Sprachkurse (Unterricht in spanischer Sprache; es existieren Kurse in Buenos Aires, Santa Fé und Rosariö); Kredithilfe. Es ist ein Fonds für Ankauf von'Schiffskarten gebildet worden, durch den es argentinischen Einwände- . rem ermöglicht wird, für Verwandte in Europa su billigen Preisen und günstigen Zahlungsbedingungen Schiffskarten zu erwerben. Einreisenermits (IJamadas) werden be-chafftr Auch werden Geldüberweisungen nach Europa vermittelt. Immigranten, die nicht ohne direkte Unterstützung auskommen können, wird Hilfe gewährt, vorwiegend für Miete und Kost für die erste Zeit, Reisespesen zum Arbeitsplatz oder zum Bestimmungsort in der Provinz. 7 -, + -. Die Wöhnungsbedingungen sind in Argentinien ziemlich schlecht. Die arme Bevölkerung haust in einfachen Häusern, wobej selten'eine ganze Familie mehr als ein Zimmer bewohnt. Aücb diese 'Wohnstätten sind verhältnismäßig 'Sehr teuer (10^—90 Pesos 'monatlich). Die Hauptschwierigkeit besteht aber noch darin, daß man unbedingt für a—3 Monate im voraus bezahlen muß. s f . ' . ~" Vön besonderer Wirhtigkeit ist ferner'der den Frauen und Mädchen gewährte Schutz. Die Zahl jder; jüdischen Bevölkerung in' Argentinien wirdWuf ado 900 geschätzt, wovon zirka 100000 in Buenos Aires leben. 5;\ \ Familien, welche 33084 Personen aus- - machen, bewohnten im Januar 1938 die jüdischen Kolonien und die sie umgebenden Kleinstädte. Als Kolonisten'sind 19 733 beschäftigt und i3 352 waren in den Kolonien als Handwerker. Lohnarbeiter," Lehrer. Angestellte *ïn den Genossenschaften und Kreditkassen tätig. Der Rest wohnte in den übrigen Provinzen Argentiniens (Rosario zirka 5ooo Personen, Santa Fe zirka 500 Familien, Cordoba, Concordia usw. je einige hundert Familien. - i . '-' ' . _V . J * r r~ Arbeitsverhältnisse. Kleinindustrien. Auszug aus dem Bericht der H kern-Delegation. 1 Ueber,die Arbeitsverhältnisse berichtet die Hicem-Délegati'on folgendes:' . \ ' ,* * „Natürlich sind di» Aussichten für qualifizierte Handwerker und Arheiter viel hesser fur ungelernte Schwarzarbeiter.- Ein Handwerker kann stet« Arbeit finden, beiondere Nachtrage besieht in der Provinz. "■Sehr begehrt sind t. B. in Rosario: Mechaniker, Schneider '(nach Maß) und Konfektionsschiieidec, Friseure, Schmiede, z. T. auch Tischler . und Schulter. In Santa Fé wcrdeiy verlangt: Tischler, Syhncidei\ Uhrmacher, Schlosser, Bauarbeiter, Bicker und Schulter (aber nickt,. Schuhünd'SHiifleznschncidcrV To den« größeren - Städten, besieht ■ für Bicker keine. Nachfrage mehr, desgleichen für Fleischer. Ein. H a n d w r-.r k e r verdient durchschnittlich 6—9 Pesos täglich, manchmal auch mehr, je nach den Fach- Und Sprachkenntnissen Besonders wichtig ist es für lien Handwerker, seine Werkzeuge aus Europa mitzubringen, denn dies gibt ihm die Möglichkeit, von vornherein selbständig zu arbeilen und viel mehr zu verdienen, als wenn er in Stellung gehen müßte. In Argentinien, Sind Maschinen und Werkzeuge 'kehr teuer, werden, aber nicht verrollt, wenn ' sie von Immigranten eingeführt werden.; Angelernte S c h w a r-z a r b ei I e r verdienen von 3,5— 4 Peso» pro Tag. Arbeit kann man hauptsächlich bei Eisenbahn- und Chausseebauten, wie auch bei den Tclepbonanlagen immer finden. Bei den Arbeitern bei der Eisenbahn werden vom LoTin 1,10 Pesos täglich abgezogen für Kost und Wohnung. Das Existenzminimum betragt in Buenos Aires " für eine Person IOO—n5 Pesos monatlich, für, eine Familie von vier Köpfen ■60—180 Pesos. In der Provinz beträgt1 das Existenzminimum für die einzelne Person So Pesos, für die Familie 1 V» Pesos. .Daraus ist zu ersehen, daß ein ungflcrntfi Arbeiter allein keine Familie er- ' nähren kann, es sei denn, daß noch andere Mitglieder mitarbeiten. Landwirtschaft! ich«_A-cd>e iter verdienen in der Ernte-, zeit bis'9 Pesos liglich, .diese dauert aber nur 3—5 Monate, überdies beansprucht diese Arbeit besondere physisch» Kräfte. In der übrigen Zeit kann er nicht .mehr als 1—9,5 Pesos täglich Snkl. Kost und Wohnung vordienen. T~t>dischc l-a n d w j r t » c h a f 11 i c h o Arbeiter / die,~- aicll für die Landwirtschaft' geeignet erweison, werden von der tea kolonisiert, und "zwar wird ihm zu Anfang eine kleine Wirtschaft von ie>—13 Hektar tut Verfügung gestellt,' die dann in eine 5o—7!» Hektar .große Wirtschaft umgetauscht jrird. ' Km besonderes Gebiet, das noch unbegrenzte Möglichkeiten in sieh I birgt, ist die Einführung von, neuen Klcinînduitrion durch jüdische Immigranten. Viele solcher Industrien wurden bereits durch jüdische 1 1 •Vit. 9 -\>: