Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1929. Bestand UB Ffm
- Issue
- März 1929
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 8 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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' "S. Nicht vorgexogene Länder: Oesterreich-, Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, Jugoslawien, Rumänien, Rutheuien, Litauen, Estland, Rußland. Danzig. Einwanderung^ aus nicht vorgezogenen Lindern ist — abgesehen von IzeslinmuenVerwandtenkategorien — *uf Farmer, Karmarbeiter und häusliche . DiensthÖten beschränkt. Die Einwanderer müssen einen Nach»ehHIiiW Be- , schäftigung in Kanada erliringen. — (Zu vergleichen ist der Schluß des Berichtes über Kanada.) , — 3. Ande/e-Länder : Jeder Kall muß der kanadischen Regierung unterbreitet werden, und ein spezielle* Permit muß vor der Abreise aufgewiesen werden. Einem Interview mit dein kanadischen Einwanderungsminister Egan, das die „B. Z. am Mittag1' am la. November 1938 veröffentlicht hat, entnehmen Wir die folgenden interessanten Erklärungen des Ministers ' jj .Unser Hamburger Büro arbeilet Hand in Hand mit den groben Dampfergescllschaf t«o, lim dafür zu sorgen, d 1 Ii n 11 r Einwanderer, auf .die wir Wert* legen-, ' in an s ex Land kommen-. Die zukünftigen .Kolonisten Kanadas müssen s i c h c i n er ärztlichen Un t e r s u eh u n g unter- .sieben und sowohl körperlich wie g»c i 51 i g die Gewähr dafür bieten, willkommene Bürger des Demihioii iu »erden. Abgesehen von landwirtschaftlichen Kräften, Hie' wir immer gebrauchen können, sind uns Handwerker, Ingenieure, Aerzte und -Tierärzte besonders' wünschenswerte Elemente. Mit den deutschen "Einwanderern haben wir gute Erfahrungen gemacht. In den letzten Jahren sind leider nicht soviel Deutsche nach Kanada gekommen, wie wir gern gesellen bitten. Unser Land ist dtiim bevölkert, und Raum genug ist für fleißige, junge Leute vorhanden. *,.'''' 1 In unserem letzten Korrespondenzblatt "wiesen wir darauf hin. tu welch en Konsequenzen es fahren kann, wenn mit der ärztlichen Untersuchung eich selektive Einwanderurigsprinzipien verknüpfen.- Die Entscheidungen der kanadischen Aerzte haben zu Härten geführt. Es sind infolgedessen u. a. Interventionen seitens der Hicem in Kanada erfolgt. Eine besondere kanadisch« Aerzte- . konimission ist zur Prüfung der Fälle der zurückgehaltenen Emigranten nach Europa. entsandt worden. Nach einer uns zugegangenen Mitteilung aus einer Hafenstadt bewegt sich ihr Gutachten, das sie an die kanadischen Behörden erstattet 'haben, im großen und ganzen — da sie von denselben Prinzipien ausgehen — im Rahmen der ursprünglichen ärztlichen Feststellungen. . W^-. „ir. ' >V. .■ . : „' . V. -',': ■•'.'>;; . ' *-'vv'.'ê .T. s'. :.'">'-' Arbeitsverhältnisse. & * Die Löhne variieren sehr in den verschiedenen Teilen K*r nadas — den Seeprovinzen (Neuschottland, Neu-Braunscbweig lieber den Verdien»! feines landwirtschaf.t-. liehen Arbeiters und die L e b en s k o s t e n für landwirtschaftliche Arbeiter in Kanada seien folgende allgemeine Angaben gebracht : N ' . " , . , Der Verdienst nines mit kanadischen Verhältnissen vertrauten landwirtschaftlichen .Arbeiters bewegt sich im Durchschnitt zwischen *a5 und 3o pro Monat,und Kost und Logis. Man kann während der Sommermonate mehr verdienen, aber wenn nicht ein Engagement für das ganze Jahr erfolgt, besteht die ernste Gefahr der. Arbeitslosigkeit im "Winter. In den kleinen jüdischen Kolonien ist kein Bedarf für landwirtschaftliche Arbeitskräfte im Winter. Die Iiebenskosten für eine einzeln* jl'ecson sind schwer anzugeben! Als Anhaltspunkt kann dienen, daß durchschnittliche Ausgaben für eine Familie von fünf Personen —. WcJmung. -Nahrung, Heizung, Beleuchtung, Wäsche — sich auf $31.39' pro Woche belaufen. Daraus geht'hervor, daß ein einzelner guter Arbeiter vorwärtskommen kann. .. ' -, Die Kosten für Logis und Kost in den kanadischen Städten weisen starke Differenzen je nach der Größe der Stadt auf. Wir führen nachstehend nach Angaben des^Oversea Settlement Department die wöchentlichen Preise in einigen Städten an: - Kost u. Logis-' ibost u. Logis Kost u. Logis im Privalhaus in BoardinghSusern im Hotel Montreal- $10—17 u. därüb. 8—»r u. darüb. 17—ao-u. darüb. Ottawa ' |8,5o*-io - id—ti Toronto i—if-i—iS 9—17 Winnipeg $6—13 5,5o—10 Wohjung im Pritathiu» . Montreal $5—IQ u. darüber Ottawa , $3—4,00 Toronto $3—9 Winnipeg $1,75—7;5o--; ' Von kanadischen Einwanderungsboliörden sind die folgenden Ratschläge "im Interesse von Ansicdlungswilligen erteilt worden. In -bezug auf-Handwerker wird die obenerwähnte Auslassung des J kanadischen 'Einwanderungsministen eingeschränkt. . 1 armarheiter sollten in Kanada zwischen dem 1. April und 1. September ankommen. Es ist keine weitverbreitete oder allgemeine. Nachfrage in Kanada nach Handwerkern oder qualifizierten Arbeitern. Es ist keine Nachfrage nach gewöhnlichen Arbeitern oder Eisenbahnarbeitern während der Winterraonate. Nachfrage besteht nach häuslichen Dienstboten in jeder Provinz von Kanada während des ganzen Jahres.' —■'' ' v - Es muß darauf hingewiesen werden, daß Kontraktbedinguna4,So—3i3o 17—35 •17,50 u, 'darüber Wohnen im HoteT- 7-rio u. darüber 7—Va > 10—3o «^ai und Prinz-Edward-Insel)—Quebec und Ontario — den Prairiegen/ die die Grundlage für Einreisepermits bilden, streng J1 provinzen.'i Manitoba. Sa«k.-rsi-liewan und Alberta) — British Co-~ innegehalten werden müssen. Z. B. dürfen als Dienstboten Zulumbien usw. — und? je nachdem es sich um qualifiziert« oder ei nia che A r b e i t handelt. Es ist besonders zu beachten, von welch außerordentlicher Bedeutung* der "Saisonchärakter der kttnadischen Landarbeit ist. In den Debatten, die über' Einwanderungsfragen im Juni 1938 im kanadischen .House of commons stattfanden. « male besonders darauf hingewiesen, daß bei" der Einwanderung der Saisoncharakter eines großen Teils der Arbeit in Kanada nicht Genügend berücksichtigt wird. Sehr If-merkenswert ist auch-in iesein Zusammenhang eine Mitteilung aus Kanada über die Arbeitsverhältnisse im Westen Kanadas, die" die Reichsstelle für das Auswanderungswesen soeben publiziert: „Im Jahre 1938 haben sich die Arbeitsverhältnisse fur die-bei Beginn des Winters entlassenen^ Farmarbeiter besonders' schwierig gestaltet. Die Arbeitslosigkeit in den Prärieproiinzen ist sur Zeit recht beträchtlich, da die Holzfällei lager ihr« Tätigkeit bisher nur in sehr beschranktem Umfange aufgenommen haben. Dies ist dem außergewöhnlichen Umstand zuzuschreiben, daß seh Einsetzen der Wihlerkillo in den ^betreffenden Gebieten noch kein Schnee gefallen ist, wahrend Swöhnlich von Ende September ab. dort beständig Schnee liegt. Da I^RrrTschaffen der Baumstimme ohne Schnee nicht möglich ist, und die Holzgesellschaften aus der regen Tätigkeil der beiden' letzten Jahre noch erhebliche Bestände zum Abtransport liegen haben, so hat bisher nur eilt Teil der Holtflllcrlagcr in sehr beschränktem Umfang die Tätigkeit aufgenommen...... 1 Nach Lsg* der hiesigen Arbeitsverhältnisse sollten nach dem 3i. August und vor d-am i5. Mar/ keine Einwanderer hierher kommen." Das Aufhören der ländlichen Arbeit und in gewisser Ausdélinung auch industriellen Arbeit _f nr einige Monate hat Wesen des Zustroms zu den Städten zur Folge, daß der Arbeitsmarkt dort sehr-überfüllt wird. Die Fraget de* Winterarbeit ist deshalb in Kanada eine sehr prekäre. gelassene junge Mädchen nicht Ort und Art ihrer-Arbeit verändern, sie setzen sich sonst der Gefahr der Deportation ajis. Restriktion der Einwanderung. . "" Nach einer Verordnung des Kanadischen Ein wanden 11 igs- 1 Ministeriums wird die Einwanderung von landwirtschaftlichen Arbeitern aus nicht bevorzugten'Ländern àuf 3jo éVdèr Zahl der während des 'letzten' Kalenderjahres von den Eisenbahngesellschaften . eingebrachten Einwanderer beschränk, werden. Von. dieser Beschränkung sind nicht betroffen Hausangestellte, landwirtschaftliche Familien mit Kapital, Ehefrauen und Kin<lep<u«c zu" irr Kanada he find liehen r a m i 1 i e n h ä Optera gehen .Nachrichtenblatt der Reichsstelle für das^Auswanderungswesen, t. Februar .1939.) *• * ■ ' Aus einem Briefe des 1 >eputy Minister of Immigration and Colonisation W. J. Egan an die kanadischen Eiseiibahngesellschaften Canadian National Railways und Canadian Pacific Railway vom a. Januar 1939 entnehmen wir die folgenden Bemerkungen darüber: 1 Unsere' Nachforschungen zeigen, daß während der Periode des Railways Agreement viele 'Pausende von Einwanderern aus den nicht vorgezogenen Ländern fast Unmittelbar nach der Ankunft nichtlandwirtschaftlicher \rbeit.zuströmten, einschließlich industrieller BeTchäftigung in den Zentren von Ost-Canada, wodurch sie zur Ersetzung von Canadiern beitrugen und andererseits Positionen ausfüllten, die .■•oust von Einwanderern aus dem Mutterlande hätten ausgefüllt werden können. ~- . •/ . 1 . ■*' Sehr interessant sind auch diè " nachstehenden Bemerkungen, welche die Times Weekly-vom 17. Jannar ,1939 an diese Restriktion dfx Einwanderung knüpft: Die„Anliündigung des kanadischen fönwanderungs^inistera, daß künftig die Zahl der Einwanderer aus nichtvorgesogenen «. I . - ' 1 ' ■' I V I -q >,