Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1929. Bestand UB Ffm
- Issue
- März 1929
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Weiterreise, und zwar bit <u dein rWsliramungsorte, erforderhch Mad, vorzeigen können. Di« vorzuweisende Somme «on Ii. S. A. DU. 100.— haben bei Femilieil auch die ^männlichen Kinder Ober 16 Jahre voriuzeigeo. '' Jader Einwanderer hat bei der Einreise in/ Mexiko eine Kopfsteuer von mes. Pesos ao— zu zahlen.' A 1 s .E^in wan d ere r »erden folgende Personen angesehen: Alle Auslander; die nach Mexiko gehen mit der Absiebt, sich aus irgendwelchen Gründen anzusiedeln. Ferner alle Personen, die sich langer als sechs Monate in Mexiko aufhalten.* Anmerkung: Der Einwanderer,' der für Mexiko einen Arbeitskontrakt abgeschlossen hat, muß denselben dem betreffenden mexikanischen Konsulat in vierfacher Ausfertigung vorlegen. Einreise bestimmun gen für Kuba. Ffir die Einreise nach Kuba lind folgende Papiere notwendig: i Gesundheitsattest von einem amtlichen Arzt. •.--- i Leumundszeugnis. 60 Dollar in bar. Ein Visum das Pas« nicht mehr erforderlich. für deutsche Staatsangehörige ist v Warnung vor illegaler Auswanderung. Auf die schweren -Nachteile und Gefahren illegaler Auswanderung haben wir_wicderholt aufmerksam gemacht (vgl. unsere KorrespoodenfCl&ttcr vom Mai/Juni 193$ und Märi/April 1.937). Wir bringen nachstehend sur Warnung für Auswanderungswillige, die bei der wachsenden Restriktion der Einwanderung besonders Versuchungen seitens betrügerischer Elemente ausgesetzt < sind, Hinweise auf die Gefahren und die Erfolglosigkeit, zu der Versuche illegaler A us w ander un g verurteilt sind, ausdem letztangeführten Korrespondenzblatt" erneut zum Abdruck. v Die Tricks der gewissenlosen Betrüger sind wechselnder Natur. Es ist außerordentlich schwer, sie zu verfolgen und unschädlich zu machen, da sie möglichst im Hintergrunde zu bleiben suchen und bandenähnlichzusammenarbeiten. Dazu kommt die Furcht der Betrogenen, nähere Angaben zu machen, durch die sie sich eventuell selbst belasten. . f Es" muß immer wieder, und wieder darauf hingewiesen .werden, daß Versuche, auf illegalem Wege Visa zu erlangen und zu diesem Zwecke sich gefälschter Papier« zu bedienen und falsche Aussagen zu machen, nicht nur verwerflich, schweren Strafen ausgesetzt und höchst kostspielig, sondern fast stets erfolglos, sind. Die vielfachen. Kontrollen auf dein Wege und bei der Ankunft tSrden Bestimmungsländern sind sö scharf und — mit Rücksiebt auf Umgehungsversuche — so weitgehend organisiert, daß die Aufdeckung solcher Versuche als »jener zu betrachten ist. Es ist also, wenn Auswanderrtngswilligft sich, der Hilf« von . Betrügern bedienin, die. unmöglich alle Faktoren der Kontrolle zu überblicken imstande sind, und die aeshalb wissentlich, aus Gewinnsticht und in völliger Gleichgültigkeit gegen die unheilvollen Folçen ihrer Gewissenlosigkeit, ihre Opfer ins Unglück stürzen, kern Anderes Ergebnis zu erwarten, als .Verlust von Ehre.. Zeit und Geld. Auch ist mit einer Verstrickung des Emigranten in derartige Schwindelmanöver die Verschlechterling der Chance- - spitererAuswanderung verknüpft, -oder' sie wird ganz unmöglich gemfccht. In Fallen aber, wo es selbst einmal ausnahmsweise gelingensollte, illegal Eintritt zu finden, droht — was die Vereinigten Staaten betrifft — stets noch die Gefahr späterer• Deportierung. Die , Tatsachen zeigen, daß die Bestimmungen bezüglich Deportation nicht bloß auf dem Papier stehen. Es ist jetzt, wie oben erwähnt, vom amerikanischen Kongreß ein neues Gesetz bezüglich Deportation illegal Eingewanderter angenommen worden. — Die Emigranten müssen, aus der Erkenntnis dieser Lage der Dinge heraus, sich aufs äußerste hüten, mit unbekannt en Personen überhaupt -in irgendwelche Verbindung wegen Ermöglichung der Auswanderung auf anderem als legalem* Wege zu treten. Sie müssen sich an autorisierte Auswandererbüros oder Vertrauensstellen wenden. Sie müssen sich in ihrem eigenen In-; teresse, für.die Gegenwart, wie um sich künftige Möglichkeiten nicht selbst zu 1 erschließen, mit den bestellenden Einwanderungsliedingungen abfinden. Die Einwanderung kann auf illegalem Wege weder erzwungen noch erschlichen Werden. Gerade jetzt jst wieder ein krasser Fall der Hintergehung und;,Ausbeutung einer Anzahl von Emigranten aus dem Osten durch einen gewissenlosen Schwindler bekannt geworden. Die Ium'Tê|£ aHer ihrer Mittel beraubten Emigranten, Ton denen "éinige niczït einmal Pisse -besaßen, ~*ind in deutscheni Hafenstädten steckengeblieben. w*""~ """".Y ' \ « - Kanada. Bevölkerung. Die Bevölkerung Kanadas beträgt nach f ngaben des Dominion Bureau of Statistics 9658.000 Personen; i3qooo mehr ab 1937. Nach dem Zensus im Jahre 1931 belief sie sich -auf 8 788 483";-die Anzahl der Juden betrug 136 196. Die 9.658 000 Einwohner verteilten sich auf die emzelnen^ruviitteTTWie folgt: , Prinz-Tdward-Insel 86 4oo, Weu-Schottland 57i7 OOO, Neu- Braunschweig 4i5ooo, Quebec 3 647000, Ontario «339000, Manitoba 655 000, Saskatchewan 851 000, Alberta 631900, Britisch Columbien 583 000, Yukon 3 5tx>, Nord West Territorium 9 300., Auf Stadt-und Land verteilte sich die Bevölkerung nach kanadischer Einteilung folgendermaßen : v Rural. . .,5o,48 •/» Cities 3o " •— * Towns 10,89 °/° » , v Villages ,. 4,5r>ir Einwanderungsstatfstik. Von April 1937 bis 3i. März 1938. wanderten i5i 597 Personen ein, davon 34 0/0 aus Großbritannien, 16 o/e aus den Vereinigten Staaten, 5o o/o aus anderen Lindern. (Nach dem Monthly Record of Migration des Internationalen, Arbeitsamts.) Die Berufe der Einwanderer waren wie folgt: Minnliche Weibliche Kirxt f" '-* Erwachsene Erwachsene Landwirtschaft 6173** 6 963 x 14637 Arbeiter ' 6148 '• 1075 1681 ' Handwerker 6671 1043 1 3sq Handel 3 776 1576 864 Bergarbeit 698 . 119 l5o Weu>liche Dienstboten — * i53ia>— —* 1 - Andere Klassen 3184 n 469 13 a84 ~ 8s3o4 n 38 458. 3098* Dem Annual Report der Jewish Immigrant Aid Society of Canada fiber das Fiskaljahr 1. Mai 1.907 bis-3o. April 1938 entnehmen wir bezüglich der Einwanderung nachstehende Angaben : Ueber die drei Seehafen Quebec, St. John und Halifax wanderten 144 2 n Personen ein, davon 4 319 Juden 3,90 0/0. Die-, selben verteilen sich auf die einzelnen Provinzen wie folgt: Quebec 3g,22 »0 (1 655 Personen) Ontario; 39,790/0 (1679 Manitoba 10,68 o/0 ( 45o Saskatchewan 5.78 «Vo;f 344 AlberU Britisch Columbien Nova Scotia Neu Braunschweig 1,1 >,95 o,45 «/o ( o,3o «ife ( %\ l :s Einwanderungspolitik. Die, kanadische Einwanderungspolitik gebt darauf hinaus, trotz des Bedarfs an Arbeitskräften, daß das britische Element an erster Stelle steht, und daß näch Möglidikfeit dar ,Angemessene Verhältnis" zwischen dem britischen und dem nichtbritischen Element festgehalten wird. (Vgl. das letzte Korrespondenzblatt 1 des Hilfsvereins vom Marz 1928, Seite 6.) Dié Einwanderung britischer Staatsangehöriger nach Kanada und Australien? wird durch besondere Uebereinkommen zwischen der englischen Regierung und den Dominions unter Assistenz der Schiffsgeserlschaften wie Mitwirkung von Bahngesellschaften in jeder Weise zu fördern gesucht durch .Gewährung ermäßigter oder freier Passage und ein den Wirtschaftriehen- Verhältnissen angepaßtes System von Auswahl (Selection) und Berufungen (Nominations), wie ein Training-System, das bereits" in England seinen Anfang nimmt. ____ » Für Kanada ist die Auswahr auf landwirtschaftliche Elemente und häusliche Dienstboten beschränkt, während für Australien außerdem noch industrielle Arbeitskräfte hinzukommen. Auch ffir Kanada ist eine Erweiterung' vorgeschlagen. Die Einwanderer aus niiht-brilisduai .europäischen Landern sind in drei Gruppen klassifiziert: Vorgezogene, nipht vorgezogene und-andere Linder. Klassifizierung der Einwanderer. 1. Vorgezogene Lindert:! Finnland, Schweden, Norwegen.. Dänemark, Holland, (Belgien, Deutschland, Frankreich, Schwei/. I .L_~ Ii