Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1928. Bestand UB Ffm
- Issue
- März 1928
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 12 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Ankommende weiden möglichst bereits kul dem Schiff .emp- '< fangen, für die Unterbringung nach dir Ankunft und ihre Beschäftigung wird nach gegebener Möglichkeit gesorgt. Diese Seite der _Tätigkeh des Schutzkomitees ist besonders, notwendig im Interesse' der Friuen und Mädchen, um sie vor ~Mädchenhändlern tu schützen. Gegen die Mädchenhändler wird von dem Komitee ein scharfer Kampf geführt. Wenn es. \ auch gelungen ist, einzelne oder einer Bande von Mädchen- ' hindiern das Handwerk zu legen, so' tauchen doch "nimr wieder neue zweifelhafte Elemente auf, deren. Treiben um so gefährlicher ist, als. zweifellos internationale» Verbind^ffgen bestehen, die von den Auswanderungsländern an ihr unheilvolles Wesen treiben. •>"' :- Aussichten für Industriearbeiter. In einem soeben neu herausgegebenen Merkblatt der Beichsstelle für das Auswanderungswesen wird des näheren dargelegt, daß die Aussichten für Industriearbeiter in Argentinien sehr beschränkt sind, da das argentinische Wirtschaftsleben in weit überwiegendem Umfange auf Landwirtschaft beruht. Eine -größere Bedeutung haben nur einige Industriezweige gewonnen, in denen die Erzeugnisse der Landwirtschaft verarbeitet werden. Die Metallindustrie hat sich über Anfinge hinaus nicht entwickeln können, .da Metalle und Kahlen in nennenswerten Mengen und zu lohnenden Preisen nicht im Lande selbst-,gewonnen werden. Qualitätswaren werden fast ausschließlich vom Auslande eingeführt. Im allgemeinen wird sich der Industriearbeiter häufig umstellen und sich vielseitigere Fertigkeit aneignen ^müssen; denn die argentinische Industrie hat meist nicht so spezialisierte Arbeitsmethoden wie« die deutsche. Fast die Hälfte/ aller Industriearbeiter sind eingewanderte Angehörige fremder Nationen. Unter ihnen überwiegen die sehr bedürfnislosen {(aliéner und Spanier. Der; Gesam(bedarf der argentinischen Industrie an Arbeits kräften ist auch in Zeiten guten Geschäftsganges nicht groß. Es pflegen zti erhalten: Gelernte Arbeiter 5—7 Pesos taglich, Vorarbeiter und 'Arbeiter für besonders schwierige Arbeiten bis 10 Pesos, Werkführer bei selbständigen Arbeiten — z. B. Montagen — bis i3 Pesos täglich, wobei Sprachkenntnisse und Erfahrung in der Behandhing Her' einheimischen, Arbeiterschaft Vorbedingungen sind,, Die Löhne schwanken mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und dem Angebot'an Arbeitskräften. Im großen Durchschnitt hat ein Papierpeso die Kaufkraft von 1 Goklmark in Deutschland. u >r itimnit, dia im August ift'j herauskam. Bei gleichzeitiger nguUigkèitserklârung der bisherigen Bestimmungen wurden folgende Kategorien von Einwanderern festgelegt: _ 1. Nahe VerwandteTVürt in Palistina Ansässigen, die im Hausfhajt der bereits in Palästina Lebenden m i tauf genommen werden. .Zu Verwandten rechnen nur Söhne. Töchter, Ehefrauen und Ehemänner. Sehen« Ausnahmefälle weitläufigerer Ver- - wand ter sind, zulassig. , 3. Besitzer* von beträchtlichen Kapitalien, die die Sieberheil .geben, daß sie Palästina wesentlichen Nutzen bringen werden. Entscheidung über solche Antragsteller liegt bei der palästinensischen Immigrationsbehörde. 3: Schüler palästinensischer Lehranstalten, wenn die Anstalt selbst die Bürgschaft -für die Existenz des Betreffenden übernimmt. * 4. Politische Flüchtlinge aus Sowjetrußland. Der Erlaß dieser Verfügungen war die Folg Neueitawanderer erhalten anfänglich vielfach 'geringeren Lohn. ..." ■'''.•" "S :f -*i?> i; 1 m Die Löhne sind im Vergleich zu den Kosten des' Lebens- ' Unterhalts nicht hoch, auf dem Landeunter Berücksichtigung der oft gewährten freien Verpflegung und Unterkunft verhSBnismkßig höher als in der Stadt. ~~_ '. ■ .- .. > i. Mieten fat Buenos Aires. Mietpreise in B 5"e Dos Aires. Das nation* 1* Arbeitsamt hat ein« Statistik der Mietpreise veröffentlicht, der-die folgendes, gaben im Nachrichtertblait der Reichaatelle für das Auswanderung*« e*,n Nr. ai 1. Nov. 1917 entnommen sind. — Der Durchacfiiltt der Mietpreise'bei Steinhäusern ist 3i,o4 Peaoa*) für ein Zimtner, der höchste Preis wird im Vorort San Nicola« mit 3g, 16. der niedrigste im Stadtteil Pilar mit a6,5g Pesos' bezahlt, für »Zimmer in -Holthausern werden im-' Puiilmhnitt ss.Jo Peaoa bezahlt. Die meisten Einzimmerwohnungen existieren in f den Stadtteilen Boca und Harraras. Far Straßen- und Speisezimmer ist der Durchschnitt 5s,Si Pesos. Der hSthste Preis dafür wird in Balvanera Sur mit 80,89 Pesos, der niedrigste in Belgrano mit 30,80- Peaoa bezahlt. 1 Fur Wohnungen mit zwei Zimmern weiden peiahlt im Durrhschaitt 83,04 Peaoa. Delhöchste Preia .wieder in Balvanera Sur ' mit is 1,57 Peaoa, der aiedrigste in Velei Sarsfieid mit 70 Pesosy Dreizimmerwohnungen haben einen Durchschnittspreis von 118,60 Peaoa. Am teuersten sind dies« in San Nicolas mit l68,6ji. am billigsten in San Bernardo mit 90 Pesos monatlich. Als Unterlagen haben die Mietpreise von 5ooo Wohnuqgen gedient* . *, Palästina. , Das Palästina-Amt Berlin hat uns den nachfolgenden Berieht zur Verfügung gestellt. „v ' pie Bedingungen der Einwanderung nach Palistina werden durch eine /.wisrhenverordmuig'j}f*r palästinensischen Regierung i t *) Ein trgMtinUch«r pMOv(Papier) »,79 M.. S * . f| 12 .1 m. Der Erlaß dieser Verfügungen war die folge der zunehmenden Verschlechterung des Arbeitsmarktes. Durch diu grüßen EinwanderungeB-^des Jahres 1915 und die noch immer ziemlich beträchtliche Einwanderung des Jahres 1936 war der Arbeitsmarkt Verstopft, und besonders-in Tel-Awiw war die Zahl der Arbeitslosen-trXirch Ansammlung kinderreicher^Familien von ungelernten Arbeitern sehr beträchtlich geworden. Sowohl die Einwanderungsbehörde der englischen Regierung wie der Zionistischen Orgsmi- ' sat ion hielten eine Pause in der großen Einwanderung für notwendig, \ Gleichzeitig setzte eine A u s watt d er u n gab e w agu ng ein. Trotzdem hörte die Einwanderung nach Palistina nicht völlig auf. Im Jahre 1937 wanderten noch insgesamt »71 3 Menscherl nach Palästina ein, was einen Monatsdurchschnitt vcm 220 ergibt. Demgegenüber stand allerdings eine Auswanderung, die die Einwanderung überwog. Die größte Zahl der Auswanderer war im August 571. Bis zum Dezember hat die Auswanderung nach.den vorliegenden Begierungsberichten jedoch nachgelassen. Dies steht zweifellos im engen Zusammenhang mit der wesentlich verbesserten Lsg« auf dem Arbeitsmarkt. ' Mit Hilfe von öffentlichen Arbeiten der Regierung, der Städte und der Zionistischen Organisation' und durch Ausführung von verschiedenen anderen größeren Projekten gelang es, einem großen Teil der Arbeitslosen Beschäftigung zu geben, so daß mit Ausnahme von Tel-Awiw an allen anderen Orten Palistinas keine Arbeitslosen Unterstützung mehr gezahlt au werden braucht. Auch in Tel-Awiw ist die Arbeitslosigkeit wesentlich zurückgegangen, und' es scheint nicht unwahrscheinlich, daß in kurzer Zeit auch dort die' Arbeitslosenunterstützung eingestellt werden kann, nachdem allen Arbeitsfähigen die Möglichkeit regelrechter Beschäftigung gegeben wird. v ' T Die VeroidiHmg^eT^palästirzftnaischen Regierung/ vom August 1937'ist.nur eine provisorische Verordnung und verändert nicht die eigentliche Einwanderungsgesetzgebung. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß mit Hiicksicht hierauf und im Zusammenhang mit den gebesserten Verhältnissen des Arbeitsmarktes diese- Verord- ' nung in absehbarer Zeit wieder aufgehoben wird, und wie vorher auch bestimmten Kategorien unbemittelter Arbeiter die Ein- ' Wanderung nach Palästina ijrieder ermöglicht werden wird. — « "■. ■ : i : . _ Konferenzen. '. \ . t i _ Zur Beratung über verschiedenartige Probleme, namentlich auch solche, die durch die scharfen Restriktionen der Einwanderung geschaffen worden sind, haben mannigfache Konferenzen stattgefunden, Vertreter des Hilfsvereins haben an den folgenden Beratungen teilgenommen. "* ' ' * ■ l Kongreß zur Bekämpfung des Frauen- und Mädchenhandels in London. Vom' 33. bis 3&. Juni 1937 fand eine jüdische Internationale Konferenz in London vor der. Tagung des 7. Internationalen Kongresses zur Bekämpfung des 'Frauen- und Mädchenhandels in London vom 28. Juni bis 1. Juli 1037 statt. Der Hilfsverein wurde durch Herrn Professor M. Sobernheim vertreten. Nachstehend geben wir die Ans m,p fehlungen der, jüdisch-nationalen Konferenz in London in kurzen Auszügen wieder : * ■ ' | ' Organisatorischer Ausbau des jüdischen Vereinswesens für Zwecke .des Frauen- und Mädchenschutzes: .Erweiterung der Ueberwachung von Häfen und Bahnhöfenfschutz fur kranke, « \t HsxTHfiH * '!].. » 1