Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1925
- Issue
- Mai/Juni (1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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vv Gegenwärtig 'beträgt die Ausdehnung des .ajgenu nischen Eisenbahnnetzes 37 ooo Kilometer und in Kürze wird eine weitere internationale Eisenbahnlinie von Salta (Argentinien) nach Autofagasta .(Chile) dem. öffentlichen Verkehr übergeben werden, von der .un-, längst bereits eine-Str^ ke von ungefähr 100 Kilometer : ' frei-gegeben wurde; die Gesamtstrecke mißt' ca. 450 Kilometer." Durch Inbetriebsetzung dieser Linie wird Argentinien ro«- Chiledurch Anschluß der Juncal- Linie Mendoza-Valparaiso in Verbindung gebracht": . . » Über die Kolonisatiofrspläne der argentinischen Re-' ' gierung' finden wir in dein Buche des Konsuls u. a. folgende Ausführungen: In früheren „Zeiten-Avar'es nicht möglich, die Einwan- 1 tu gelangen. Nicht* Falscheres und nichts »ts diese Ratschläge. * .; . « Wir wehe 1 au' di?; e Tatsachen hin und e np'ehlen Ih en aufs dringendste, die Aufmerksamkeit der Emigranten-auf die tatsächliche Lag« 2U lenken. Es ist ganz besonder* geboten, sie vorder Propaganda von interessierten Seiten zu warn«n und sie von. den Gefahren in Kenntnis zu setzen;, die diejenigen laufe», die »ach-Uruguay-mit der7 Absicht fahren, alsdaan nach Argentinien zu g^hen. pfepr, Weg ist rn.it so großen Schwierigkeiten und.^J|h^g_^jti.ft#pft, daß er praktisch: unmöglich ist. , f y l '. Wir heben schließlich noch besonders hervorK daß die Argentinisch« £ in wa n d e r u ngs d i rek-t i o n •soeben unsere Freunde in Buenos Aires* informiert hat,, daß von jetzt atcEoiigrängen; die-sich in ÜrumwIn?dlrB/aAi,iCn befiPie"' k#M2!£- dererrnass^'zu organisieren un<Lau4-die>verschiedenen Geeilt werden BfJ^ " r^ ^•«titt^nbie,e 4er Republik angemessen zu verteilen; sie warea sich selbst überlassen "und suchten sich, nach eigener Wahl je nach ihren Neigurigen und „Berufsarten die für sie geeigneteV^ Gegenden aus. Jetzt beschäftigen sich die Behörden damit, dem'Kolonisierungsgesetz gemäß.zu verfahren, d. h. ausgedehnte , Läjidereien zur Bewirtschaftung abzugeben und zwar in der; Weise, daß dje Verteilung zu gleichen Teilen vorgenommen wird, und 'so die Ausbeutung der riesigen, bishernoch unausgenutzten und äusserst fruchtbaren und ergiebigen/ Landteile den Einwanderern zur Aufgabe ge-* macht wird. ' w .j-J ■ : Y> ~~ # ..Zu diesem Zweck werden von der Dkeccion General de Tierras* y Colonias (Generaldirektion ■ für - Ländereien und Kolonien), die derq Ackerbaurninisterium untersteht,, tige Pläne der Ur^guayschen Regierung zur Förderung der <v Messungen vorgenommen^ wodurch die noch im Besitz Oer , Einwanderung und Colonisation erhalten, nämlich die* Er-:—-Regierung befindlichen Gebiete 4&tgtü,t£l}t werden, die an Weiteren früheren "^a'chrichTen~cntnehmen wir. noch das folgende über die. Verhältnisse -in, Uruguay. „Einwanderer, die nicht die Landessprache* kennen und keinen Beruf haben, haben viele Schwierigkeiten—irr der Republik Uruguay Arbeit zu finden. „Die wirtschaftliche ■ Lage in" Uruguay im-Jahre 1924 war ebenso ungünstig, wenn nicht ungünstiger, als diejenige Argentiniens. Dürre und Heuschreckenplage haben die Ernte gefährdet und Entwertung des Viehs ruiniert die Zuchter. Handwerker finden zwar Arbeit, aber sie sind unter den Immigranten wenig vertreten... Ein Vertreter der ICA hat von dem Generäleihwan-. derungsdirektor in Montevideo Informationen über' wichrichtung eines guten Hotels zur Empfangnahme der Immigranten und Begründung einer Colomsations-Bank". Die Regierung will ihr Möglichstes tun, um die Verwirklichung dieser Projekte zu beschleunigen. . ' Nach Etablierung solcher Bank werden, sich möglicherweise Berufslahdwirte in Uruguay niederlassen können." J* V '.. "' . - ■ ■ ..' y. .. Argentinien ..*-<. Dem vom Konsul der Republik Argentinien in Berlin, Herrn Oberstleutnant a. D.Justo E. Diana verfaßten, Buche „Die Republik Argentinien". entnehmen wir die folgenden Angaben r Kolonisten abgegeben -werden können; verschiedene Pri-' vatunternehmen befassen sich -ebenfalls mit recht lobens^~" wertem Bemühen mit der Kp'lonisierung des. argentinischen* Landes, und auch bei ihnen findet der Einwanderer lohnende Arbeit. Es soll vor allem gegenwärtig' vermieden werden, daß-.der Einwanderer sich in den. großen Städten niederläßt, wo das Leben teurer ist, als auf dem Lande und' die AussichterrQes Arbeiters, das erstrebte .Ziel, einst selbst Eigentümer zu werden, , zü erreichen,, längst nicht .so günstige sind. Man trachtet daher, di^ Organisation in der , Richtung zu betreiben, daß der Einwanderer nachx seiner Ankunft im Hafen nach dem Innern des Landes geschickt Die am -3<• Dezemtör 1923 vorgenommene Yfu&fafc w0 er ausgedehnte Ländereien vorfindet, die nur danncr »rcraH annähf-rnn 7phn Mllnnnen . KinwrthTlpr , ....__A * . . *» - Zählung ergab annähernd zejin Millionen. Einwohner. Die argentinische Republik „kann bequemmehr als' 300 Millionen aufnehmen, denn die verhältnißmäßige Bevölkerungszahl des Landes beträgt 1 gegenwärtig 2,8 Einwohner pro Kilometer, während in Deutschland 12% England 135, BelgienL 257 und Frankreich 71 Einwohner Auf. ejnea Gesetzentwurf über Kolonisation vorgelegt, welcher den .Qukm. kommen. V ' allem Anschein nach auch angenommen werden wird. Es rauf warten, daß der Pflug ihre fruchtbaren Erdmassen Jjearbeitet, um-so das angelegte Kapital mit großem Nutzen wieder herauszuwirtschaften, 1 '•*"*• .*' 1 ' ' ■ Ende August (1924) hat die Regierung dem Reichstag ^Ei'senbajjrrnen : , Nach den Veröffentlichungen des Ackerbaumjinistehand»k>jdch da uni ein Gesetz, das das P ö d e r E j e - cutiyo ermächtigt, 50 Prozent des bisher -noch unkulti- 1 .'vierten, zum Ackerbau sich eignenden Landes fu der get -riums, deren Daten im November 1922 zusammenge- " Vct,c"'^UI" ^T, t rv * S!Z ^nH•■?•■• rZ^.I.S.n^ Eisen- <*m«n Republik .in Hobe seines Wertes aufzukaufen. Diestellt wurden, gestaltete sich die Verbreitung, des Eisenbahnnetzes in ganz Süd-Amerika wie folgt i**= ' *Sf. 1 h l.nnjrr Argentinien Bolivien Brasilien ' Chile' Columbien Ecuador ^Paraguay,' Peru ' , Uruguay, Venezuela 'Insgesamt \ ses von der Regierung erworbene Land wird an Kolonisten oder Einwanderer auf Ansuchen verkauft oder verpachtet. Durch tjiese Maßnahme wird das unbebaute, noch brach--, liegende ^.and der Bebauung übergehen, per Verkauf wird in der Weise gehandhabt, daß man schon mit einer kleinen Summe Geldes, unter Zusicherung späterer Abzahlungserleichteruugen,,' die zum Anbau benötigten Hektar Land erwerben kann." 1 Der Gesetzentwurf ist f924 kurz vor Schluß der Kammersitzung von der' Regierung eingebracht worden. Eine Beschlußfassung kann erstvin diesem Jahre erfolgen, - ' { * •-" . .1 Die Jewis.h Cotonizat.i.ön Art sfoc i a 11 o n, die bereits seit demjetzten Jahrzehnt dei vorigen Jahrhunderts den Gruhd zuTihrem Kolonisationswerk .in Argentinien gelegt hat, verfolgt -mh -tebhafttni. l*iten sse die Bestr.ebitn. gen dir'ärg^Tiniscneii "R^ip^ung/"-——--;-——" — 9