Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1924
- Issue
- April (1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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H-f/iWrl ine Rechnung eincufigfne Werkstatt einzurichten, siud- AuBar dem $ 200—40b, je nach dem Beruf, erforderlich, , . lorej-ic n;£h Portugal-unterliegt Seite«* der portu- RefrJeYünp keinen Schwierigkeiten. Die HerrdUendco jh "einen Sichtvermerk vom portugiesischen Konsul .. scn, und dic*en bekommen, sie ohne weiteres, selbst auf (ausweise, wo sie als Staatenlose angegeben sind . icn Kreiizcimcii weDicie JBe'r icht 2: Der -Worttulrrer der Arbeitergruppe in Lissabon sehreibt folgendes: - ■ " ......Pie Läse hier ist fürchterlich schlecht. Für Fachmänner, wie c. B. Schneider und Schuster, ist es sehr schwer, Arbeit zu bekommen. Diejenigen, die Arbeit haben, leiden unter unerträglichen-Bedingungen. Andere" Facharbeiten finden überhaupt keine Aftoeit. Da'-8o % der Eingewanderten ohne Beruf sind, ist ihre Lage geradezu verzweifelt. Von bjex fortzugehen ist sehr schwer, jla es mit außerordentlich großen materiellen Opfern verbunden ist. Arbeiter, die hier seit 4—6 Wochen sind, haben bereits ihre ganze Habe verkauft und hüben absolut "nichts mehr, um ihren Lebensunterhalt, zu bestreiten. Die Sprache verstehen wir nicht und die portugiesischen Juden sprechen weder tiebriisch noch jiddisch ■ Unterstützungen bekommen wir hier von keinem Menschen. Wir warnen deshalb alle jüdischen "Arbeiter und Handwerker, daß niemand hierher kommen soll, da'er sich sonst der Gefahr aussetzt, zu verhungern..... In Spanien "tiegen die wirtÄlia^lk*«^ Verhältnisse gleichfalls außerordentlich schlecht. _ -TüÄrÜtBV" > " Die restriktiven Einwanderungsbestimmungen, welche die Zulassung1 auf wenige bestimmte Kategorien Einwanderer beschränken — nämlich praktische Landwirte mit genügenden Mitteln, Landarbeiter und weibliche Dienstboten mit gesicherter Beschäftigung. Frauen und Kinder, unter 18 Jahren in Canada Ansässiger, bei weniger strenger Handhabung even- - tuell auch minderjährige Geschwister? für "die in Canada gesorgt ist —, bestehen noch, , Vom canadischen. Immjgrationsminister 'ist neuerdings eine. Erklärung über die künftige kanadische Inurtigratjonspolitik abgegeben worden.* "Er brachte zum Ausdruck, daß eine - erweiterte Zulassung von . Auswanderern ins Auge gefaßt würde, bemerkte Wß^ des ferneren, daß nur gelernte und ur>"»- , lernte Arbeiter Sis Großbritannien und. absorbierbare Ein-* «anderer aus den Vereinigten Staaten und dem kontinentaler. Europa in Zukunft annehmbar sein würden. - Vnter Rumänien haben wir darüber berichtet, daß dank de?" Einreisegenehmigung seiteos der kanadischen Regierung" einer, größeren Anzahl -russischer Flüchtlinge aus "Rumänien .sWrTrine Zufluchtetätte_.in Ganada eröffnet hat. * K f 7 Im Fiskaljahr t. Mai io,22 bis 30. April 1923 wanderten nach 'Kanada über die östlichen kanadischen Häfen ein: Über Quebec ... .. 188t Juden St. John . ... .. , . 40« - „ JHattfax . . : . . . 772 „ . >-.', \ -< *L- .r^" -* . 305S Juden, die 3,53 der Gesatnteinwanderung, ausmachen. < . M kanadische Einwanderungsbüro in Hamburg hat sein Geschäftsstelle von Mundsbujgerdarnm 11 nach Esplanade . verif 'Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Mexiko liegen sehr ((echt. Eineallgemeine Depression herrscht im Lande. Laut Bekanntmachung der mexikanischen Regierung sind ■ *düe Vorschriften für die Einwanderer abgeändert worden, feeute, welche nach Mexiko zu fahren beabsichtigen, müssen fetzt unbedingt einen' Arbeitskontrakt verlegen können und außerdem bei der Landung einen Betrag von $ 100,— vorzeigen. Der Depütiertenkammer ist vom Ministerium des Innern ein Estwurf zur Abänderung des bestehenden Einwanderungsj fcftzes vorgelegt/ Die Zulassung von Einwanderern soll an hwerende Bedingungen geknüpft werden. Männer, die Analphabeten sind, '^anhanglose F-caucn «jugendlichen Ajlters ubi bemittelte Personen und unerwünschte Konkurrenz machende j Arbeiter sollen vorn Eintritt ausgeschlossen werden. , . . , - , . .,_v Häfen bringen, nicht Verträge von vorgesehener1 Art mit' Vereinigten Staaten geschlossen haben. tV#a den Schiffsge .schaften,.die den.Verkehr nach und von Mexiko vewnittern.Jja^. keine eine' solche Vereinbarung geschlossen' und demzufolge kann keine 1 «ga 1 e Einwanderung aus Europa und anderen Gebieten durch Mexiko' stattfinden. ■* "Vordem Versuch der illegalen Greiizüherschrehüng muß gewarnt werden. - ' , Kuba. . 7 (• Die Industrie in Kuba ist geringfügig; Zucker-und Tabakindustrie sind nur Saisonrndustrien. Der Handel ist vielfach noch unentwickelt:~ An Sprachkenntnissen ist Englisch und besonders Spanisch notwendig. < Ein Visurff*naTh Kuba ist nicht erforderlich. Die Immi-^ , granten müssen im Besitz einer Adresse eines in Kuba lebendan^ Verwandten.oder Bekannten und von Vorzeigegeld in Höbe von mindestens 60 amerikanischen Dollars sein. ■ Vor einer Einwanderung nach' Kuba, sei es zu dauerndem, sei es auch" nur T~iVt vorübergehendem —.Aufenthalt, ist aufs' allerdringerarste zu warnen. Zurzeit "Befinden sich in Kuba mehrere tausend\lmmigranten in äußerst mißlicher ,Lage. Auf Unterstützung \von anderer Seite können Einwanderer ia Kuba nicht rechnen. Nach vorliegenden Nachrichten sinn keine Wohlfahrtsinstitutionen im Lande vorhanden, die jüdischen Emigranten zu Hilfe kommen. ' Vereinigte Staaten von Amerika. Im Fiskaljahr 1022/23'wanderten 49 719 Juden in die Ver- ' 'einigten Staaten ein, davon aus Europa 42423.. Die Gesamtelnwanderung betrug 522 919 Personen, wovon unter die Quo; tenberechnung 335 480 fielen. Von letzteren kamen 177,943 aus Nord- und Westeuropa, 156938 aus Süd- und Osteuropa. Asiatischer Türkei und übriges Asien, 590 aus Afrika, , Australien. Neu-Seeland ,und •Inseln des Stillen und Atlantiseben Ozeans. Die Rückwanderung ausländischer Emigranten aus den Vereinigten Staaten Selief-sich 192^/23 auf 81450 Personen: Die lahresquote, für das Fiskaljahr 1. Juli , 1922. bis 30. Juni 1923 betrüg 357 «03 Personen. Vom 1. Juli 1923 bis zum 23. Januar 1924 wurden"^? 170 Personen zugelassen. ■ .'}•<■' -* Von den-eingewanderten 49719 Juden waren aas. Polen 14 125, Rumänien 7150. Rußland 14264, Europäische Türkei ■ n»T, - ■ - ":-r; ' iv - •'. ■ ■• '. Freien Berufen gehörten, an 1593.-»Die Z^hl, d*r gelernten Arbeiter belief sich auf 10957. : Zu verschiedenen" kaufm^ machen'und gewerblichen Berufen zählten" 11 689. Ohne Beruf (Frauen und Kinder inbegriffen) waren 25 480. . •Von» Eintritt in die ^Vereinigten Staaten, ausgeschlossen* wurden 4455 Personen.-'" 1 »'.• 1- "Die "Einwanderung nach-den Vereinigten Staaten voll zo-»' sich^pm Fiskaljahr Juli 192 r/«*, an utjter dpi>-'Herrscna{t von" F.inwandVrungshestimmungcn. welche die Zulassung in schärf- < ster Wetse »ahlenmäßig beschränkt*«.- F« fanden seit dieser Zeit von jeder fremden Nationalität nur tX der im Jahre 1910 in den Vereinigten Staaten Ansässigen Aufnahme. Das zurzeit'bestehende Quoteneinwanderungsgesetz hat l^zum-tOv/irni 1924 Gültigkeit. Für das kommende Fiskaljahr — Ii Juli 1Q24. bis 30. Juli r^By resp. darüber hinaus —< wird lieuem (Hwritie Gestaltung' der Einwandertlngsbestimrtunfen entschieden.n "Der wichtigste Entwurf ist die Johnson-- LodKfcBill.: attl.dfe wir unten •ausflHuJkh zurückkommen, die — statt wie bisher 3 % jeder Nationalität nacb dem Zensus von 1010 — nuV 2 %. nach denC^Zensus von rRejo mit bestimmten Modifikationen^zulassen will. „' , 1 —--Weitere bezüglich der Regulierung der Einwanderung bestehende Tendenzen sind aus der fönenden Zusammenstellung r'sirntlich. die dem Summarv "f Events of Jewish Tnterest. vom 31. Tanuar ih24 entnommen ist.' " Die Sab a.t h - B i H sieht' votf daß die 2 % Quote auf dem Zensus von 1020 basiere. — Die P h i 11 i p s - B i 11 sieht vor. daß die in jedem lahre ,r»?nila<'seiide J^ersonenrahl der Entsche^iiijf» des Commissioner reneral »f Tirimigrat-on ünefl>«<en hl"!he. r>5c",«ich «1 erüriden ■h»he auf "die jeweilige industrielle La"' in d«>n ..Vereinigten. ct**tc<i *'nd d'e 7ahl der in-dem betreffenden Tahr» ahrei$en-\ ,." H»* nirlltiimura^isierten Ausländer äRw..<rdjieT mit de/ Maßgabe. ' d%8 die" Maximafrahl *ugel«sener"Immigranten 500 000 nicht" Über»»eip#. 1., -. Die G_r a-rnrm '>■ Bill sieht eine auf dem Zensus von^oio basierte ßuote vor, \ ,\t."'i 8 —