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Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden · 1924-04-01 · April (1924) · p. [Seite]

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Journal
Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
Volume
1924
Issue
April (1924)
Date
1924-04-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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keiteu, Visabeschaffung uew., bei denen es sich um sehr verwickelte Verhältnisse, handelt,- sind zahlreichen AnfTagendjerrerteilt worden. r. » — . '. _ - . Rumänien. Fttreorg» fitr russische Flüchtlinge in Rumänien. , 1 ii Verfolg unserer Mitteilungen ".irrt vorigen Kor-respon* denzblatt über die Flüchtlingsfürsorge, speziell auch in Rumänien, teilen wir folgendes mit:; Auf Grund einer Verständigung zwischen der JEWISH . COLONIZATION ASSOCIATION und der VÖLKER¬ BUNDLIGA waren bei der rumänischen Regierung Schritte ■ zur Verlängerung dar bis zum 31. Dezember' 1923 festgesetzten Aufentbaltsfrist für die in Rumänien befindlichen russischen Flüchtlinge unternommen worden. Die Intervention hat zu einem Erfolge geführt, die Frist ist bis zum 1. Juli 1934 erstreckt worden. Die Mehrzahl der Flüchtlinge wird sich alsdann nach den Vereinigten Staaten begeben könnenv Überführung einer Anzahl Flüchtlinge nach Kanada unter Fürsorge der Jewish Colonization Association. Das kanadische Immigrationsdeparttnent hat auf Betreiben des kanadischen Komitees der Jewish Colonization Association seine Zustimmung zunrEinlafl von etwa 5000 ukrainischen, in Rumänien befindlichen jüdischen Flüchtlingen ' nach 'Kanada gegeben und zwar in einer Anzahl von 100 Personen pro Woche. Das Immig'rationsdeparqnent hat sich damit einver-. standen erklärt, für diese Kategorie von Einwanderern Paß- und andere Bestimmungen* außer Kraft zu setzen. Die Einwanderer sollen nur den gesetzlichen intellektuellen und physischen Erfordernissen zu genügen haben. Das kanadische Büro der ICA übernimmt die Absorbierung dieser. Einwanderer und richtet seine Bemühungen darauf, zu verhüten, daß sie der öffentlieKkeit .zur Last fallen. T r> Die Jewish Colonization Association hat durch' Vermittlung ihres Emigrationsbüros in Bukarest nach der letzten urts vorliegenden Nachricht 850 Klüchtlingsemigrahieu aus Rumänien bereits nach Kanada befördert. Europäische Länder als Einwanderungsziele (Dänemark, Holland, Belgien, Schweiz, Italien Portugal, Spanien). v . •-• Die. Einwanderung, nach überseeischen Ländern hat durch gesetzgeberische oder administrative restriktive (Bestimmungen und Maßnahmen große Erschwerungen erfahren; ferner wirken die ungemein gestiegenen Reisekosten -in starkem MaBe hemmend. Infolgedessen besteht die Neigung, nähere kontinentale Einwanderungsziele zu wählen. Nachfolgend bringen wir kurze Auszüge aus Berichten, die' uns über Einwanderungsbedingungen, die wirtschaftliche Lage und Besehäftigungsmöglichkeiten für Einwanderer in einzelnen europäischen' Ländern zugegangen siiid^;-' Dänemark. ..... Es dürfte~fhnen bekannt sein, daß die Behörden jede Einwanderung erschweren, eine Bewilligung zum ständigen Aufenthalt bekommt kein Mensch. Falls jemand vom Konsulat als „'Handelsreisender" oder unter einem ahnlichen Titel ein Visum für kürzere Zeit erhalten hat, wird seitens der Polizei die Verlängerung des Aufenth'altsreehtes--ohne^Ausnahme verweigert... Holland. , >; ■----—* ' .... . Ups" jrt, keine, Branche bekannt, wo die Nachfrage nach Arbeitskräften in Hotland größer ist als das Angebot. Hie ökonomische Lage ist hier so' schlecht, daß die Zahl der .arbeite- ' losen Holländer ungeheuer ist. Wir würden keinem raten, nach Holland auszuwandern. Diejenigen, welche defi Versuch 'gemacht haben, kehren ganz enttäuscht.zurück oder suchen ihr Heft in Nachbarländern 4 T. . . * ■-v? _ Es .wird, wie dazu bemerkt sei, in der holländischen Presse bereits eine strengere EinwanderungSkontfoltfc gefordert." •-' . Ähnlich ■* wie in Holland liegen die Verhältnisse in Belgien. A Man schreibt uns von dort) ■ . .Über die schwierigen Verhältnisse in Deutschlaad sind wir auf depi laufenden schon infolge der Tatsache, daß täg- , lieh ganze Scharen jünger Leute hierher kommen. Wir, sind in ' großer Verlegenheit, was mit ihnen anzufangen, denn sie finden hier keine. Arbeit und viele von ihnen wandern weiter "nach Frankreich aus, um dort Arbeit zu suchen. Die ganze Industrie liegt hier in belgischen Händen, jüdische Handwerker upd Ar: heiter werden nicht aufgenommen, und es kommt nur ganz selten vorydaß es jemanden) gelungen'ist, Beschäftigung «U finden, die ihm wenig einbringt.' . V gwngen noch schwieriger; sie mössen_eine spexieiU,Erlaub- _ , ftis -bekommen .1 Ihre Ergänzimg finden vorstehende Mitteilungen' duT'-h die folgenden uns von gleicher Seite später -zugeg.u^gciien . Nachrichten: . 's . . . 7l Die Aufsathaltsbedlnguniren in Belgien sind "Infolge Arbt iislosigkeit noch verschärft werden, so daß fremde Arbeiter, welche hier 'Beschäftigung haben, ausgewiesen >erden, werm _ ihre Papiere nicht in Ordnung sind,, Infolge Schärferer Kontrolle ist dic^iffWanderong. hierher in der letzten Zeit etwa» - ahgrflaiit . .' . . . Ein Gesetz zur weiteren Beschränkung des, Wohnrechls för Ausläader ist in Vorbereitung. Schweis. .......Ks ist fftreinen Ausländer so gut wW-tinmöglich, Arbeit zu finden. Einmal wird das Visum zu dauerndem "Auf^ cnthalt-rum Zwecke der^Arbeitnahme in der Regel nicht erteilt» Andererseits werden -Äoerhaupr von den -Arbeitgebern begreiflicherweise- Schweizer vorgezogen. ■ Die Beantwortung- Ihrer generellen Anfrage kann also folgendermaßen zusammengefaßt werden'. Sofern ein Visum mit ausdrücklicher Erlaubnis zur AJsk~ beitnahme erwirkt werden kann, ist für gelernte Handwerker7*-' und tüchtige Professionisten die Arbeitsmöglichkeit nicht gänzlichausgeschlossen. Es kann_ sich jedoch immerhin nur um vereinzelte Fälle handeln, und mit einem Mißerfolg muß in den^ meisten Fällengerechnet werden . .. . , A . Wie * wir anderen , M^tteTluTTgen entnehmen, sind die schweizerischen Vertretungen im Auslande (Gesandtschaften und Konsulate) vom eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement in Berti angewiesen, das Visum zu Besucheh, Ferien- und Erholungsaufenthalt oder in Familienangelegenheiten nur zu erteilen auf Grund einer Einverständniserklärung der kantonalen Fremdenpolizeibehörden; außerdem hat der *Ge-> suchstetler der schweizerischen Gesandtschaft oder dem Konsulat die schriftliche Erklärung'abzugeben, daß er nach der Besuchszeit die Schweiz ohne weiteres verlassen werde. An Dienstmädchen dürfen' die Gesandtschaften und Konsulate nur noch dann ein. Einreisevisum verabfolgen, wenn "das Gesuch von den 'Zuständigen Behörden überprüft wurde. ' Zuständig hierfür ist die kantonale Fretndenpolizei, welche" über die Gesuche nach Fühlungnahme' mit den über die speziellen Verhältnisse orientierten Ortsbehörden entscheidet. *- u - ,»\*53vy*ÄBjÄ * lallen. ~ ' „ . . . . Was eine selbst begrenzte Einwanderung -^Togar Von einzelnen Personen —» nach Italien. betrifft, so ~tüilt wjuir Ihnen mit, daß davon dringend abzuraten ist Es gibt'keine Möglichkeit, Arbeitzu bekommen, da. im Lände selbst eine ' starke Arbeitslosigkeit herrscht. ' Wir haben einzelne Personen, die hierher gekommen sind, veranlassen müsseh, zurückzufahren, da sie sonst u. a. auch wegen Mangels an Sprachkenntnissen zugrunde gegangen wären."' ( c fj <i > ■ Portugal. ' Über die Verhältnisse in Portugal, das in letzter Zeit ein bevorzugtes'Reiseziel bildete, liegen Berichte var, die sich zum'Teil widersprechen. . «. Der erste.; von den vqn' Orts wiedergegebenen Berichten ist uns vor einiger Zeit vo*tranein Landeseinwohner erstattet, der zu einem verhältnismäßig günstigen Urteile über die Aussichten kommt, die speziell tüchtige Handwerker iu Portugal haben. Der zweite ist privaten Mitteilungen einer Gruppe von Einwanderern entnommen, Sie persönlich die schlechtesten Erfahrungen gemacht haben und aufs Entschiedenste einer Auswanderung nach Portugal widerraten. Beiden Berichten gemeinsam ist der Hinweis darauf, daß die Einwanderer auf Beistand in dem-fremden Lande, wenn es ihnen, schlecht geht, nicht rechnen können, und die sprachliche 'Verständigung zwischen den sephardischen und # den vom Osten eingewanderten Juden sehr* schwer ist. ', V'":-'\j * ' ' . J , ' ' '■ ' ' *; .*'- Bericht 1:" i .... Portugalist' im allgemeinen ein Land, das für stär- - kere Immigration nicht geeignet ist, da es keine große Industrie . hat. .Für-junge Leute ohne Fach ist daher* das Land nicht .. passend. Handwerker •'dagegen, die ihr JEach gut verstehen, \ '' können ihren Let^sumerhaft verdienet».- Als solche kämen in ' Betracht: Schuster, Schneider, TIscbUr, Schlosser und ähnliche Berufe. Ein Arbeiter der vorgenannten Berufe verdient in Portugal U—30 Escudos pro Tag, v*as 0,50—0,75 amerikanischen Dollars ) ', ■' entspricht. Ein Arbeiter, 4eic von den mitteleuropäischen Ländern kommt und gewöhnlich mehr"Bedürf«jase als der hiesige 1— 3 PMMS^C

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