Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1924
- Issue
- April (1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4920222-6348828-6349409--070-4920259- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JvvJrC ÜESPONDENZBLATT des entralbüros für jüdische AuswandcrüngsangclegcnKeitcn des Hilfsvereins der DeJRhen Juden vom Reichswanderunfaamt anerkannte gemeinnützige Auskunftsstelle für jüdische Durchwinderung und Auswanderung. JL^- Berlin, April 1924. ' Fürtorgeatellen de« Hilf »Vereins der Deutschen Juden. Deutachland. \- r. 1. 'Zentralbüro des HjlfsVereins der_._Peutschen Juden für -Jüdische A'uswanderungsangelegenheiten, Steglitzer _ Straße 12. Telegrammadresse „Zedakah, Berlin". 2. Jüdischer Bahnhofsdienst, Schlesischer Bahnhof, . Durchwandererhaller' Von den Beamten des Bahnhofsdienstes werden zugleich andere Berliner Bahnhöfe überwacht.* Hamburg: „ " Zentralbüro für jüdische Auswanderungsangelegen- , heiten, Abt. HamburgrLeiter: Paul Laskar, Ferdipandstraße 14. Telegrammadresse: „Zedakah, Hamburg". Zentralbüro für jüdische Auswanderungsangelegenheiten, Abt. Bremen. 'Vertrauensmann: Herr B. Galatzer, Philosophepweg I. Telegrammadr.: „Olympic, Bremeji'V Zeitweilige Ausübung der ' Auswandererfürsorge im Büroder Bremer* Synagogengemeinde, Garten-. ■ *:'*- ~- N'' '■' J>" " :.JJI3 ..*'.■■• '•" ■ > V : ' '* s*.-*- . ■ . ♦ - - h;^.:f-VV'-V,"'-< straße 6. Eydtkuhnen : Vertrauensmann» Herr S. Woltschanski. Stenttch: _.....l... ° ~^ , (deutsob-polniscjje Grenze^ wird ständig kontrolliert durch •Herrn Kantor Lewin, Schwiebus. , ■- Oai^BrUek: Frau Safa Frank, Krahnstr. 34. " ' — Infolge Umbaues des Bahnhofs in Osnabrück, der "erst in einigen Monaten beendigt sein wird, kann sich x. Z. die Auswandererfürsorge nicht in dem Kähmen, | t wie sie früher stattgefunden hatte, vollziehen^ ~ Bentheim (Westgrenze): * ■>;■'.•■ .f"?~ '■X^'^-'-' ■ '* ' r ■ Iwan und Egon Neter. Adresse: Kaufhaus -Neter. . , - 'T ' '7^* ~ . rV£ ' '*„# '" . Oderberg (Tschechoslowakei): *-•♦.</>'.» - „. \ Vertrauensmann: Herr I. Glaser. Durchführung von Auiwanderertr.nsp orten. _ii-f>V Für den Durchzugder Emigrantentransporte aus dem Osten über Deutschland nach Häfen der Weststaaten, Frankreich und'Belgien, ist der Weg über Cöin b*w. Kehl noch nicht freigegeben. *'.'.* Die Durchführung tnuB noch über.Bentheim zur Weiterfahrt über Holland geschehen. . 1 >; Im Jahre 1923 nahmen ihren Weg unter Fürsorge des Hilfsvereins über . .. Be r I i n Schlesischer Bahnhof ^f- Bahnhofsdienst des Hilfsvereins 30690 Personen S t e n t s c h 7~ . . «, . i~ 26 060 'V Es wanderten au« über ' - Hamburg von den Auswanderer-' ' ' .\ ' hallen aus .* . .....u . r»3*3 ., --\ außerdem Personen, die außer- *1 \ halb—dex, ' AüswTmdercrhallen logierten, rund . '... •. 2000 „ über Bremen •; . . . . ".' und zwar nach.den Vereinigten Staaten von Amerika 2902 Südamerika (Argentinien und Brasilien) .... Kanada " ...... Portugal und Spanien . England . . . .v v . Oderberg (Transporte Rumänien nach Südamerika, organisiert vom -Jcabüro Bukarest) . . . . . 3 193 Personen s -102 aus in 316 In Hamburg Und Bremen befinden sieh bereits längere Zeit eine Anzahl-russischer Emigranten, deren Reise- - ziel die Vereinigten Staaten bilden und die ihre- Ausreise noch nicht antreten können, weil die Quote für Russen erschöpft ist, die erat zu Beginn des neuen amerikanischen Fiskaljahres — 1. Juli 1924-V sich wieder eröffnet. ' - Es handelt sich um ca. 175 Personen in Hamburg, darunter etwa % Kinder, und um etwa 300 Personen in Bremen. Die Auswanderer sind in den Hamburger Aus-, wandererhallen 6xwr—itn Lloydheim in Bremen untergebracht. --------------- ... . \ r . - -----,t * Der Hilfsverein sucht im Rahmen des ihm möglichen den Emigranten in ihrer, schwierigen Lage beizustehen. Russlandr „ - Die Auswanderung aus-Rußland über See und die Einwanderung dorthin ist' durch besonderen Konzessionsvertrag mit einer Anzahl Schiffsgesellscfaaften geregelt worden, denen das Recht zur Beförderung von Fassagieren übertragen wor-' den ist. , Der Rat der .Volkskommissare' in Moskau hat im August 1923 das Statut'der „Ocean-Reisebüro-A.-G." ratifiziert. Die Gründer der Gesellschaft sind: - die Russische (_ Freiwillige Flotte uiid die Zentralverwaltung der Kussischen, . Handelsflotte einerseits, die White Star Line, die Mamburg- Amerika-Linie und dar Norddeutsche Lloyd andererseits. Laut Vertrag ist die Möglichkeit vorgesehen,, auch weitere ausländische Schiffsgesellschaften heranzuziehen. Die Tätigkeit der Gesellschaft erstreckt sich auf die ganze Union der sozialistischen Sowjetrepublik, mit Ausnahme der Gewässer des fernen Ostens. Die in den Vertrag einbegriffenen Schiffsgesellschaften haben das Recht, in Rußland. Büros einzurichten. Ein weiteres konzessioniertes, Reisebüro bilden die Canadian Pacific, Cunard Line und Holland-Amerika-Linie'' (Ruscapa). " Es erhalten nur solche Emigranten von den' Ortsbehörden in Rußland Auslandspässe, welche mit einer in Rußland zugelassenen Schiffsgesellschaft reisen. Da nach Rußland von überseeischen Ländern aus vielfach Schiffskarten anderer als der konzessionierten Linien gesandt worden sind (Prepaids), geraten die Knif^Äu^ex solcher SchiffskaYterr; <fie aus Rußland ausreisen wollen, aber"keinen AVStSnds.pag erhalten, In tchwen . Bedrängnis. . . - ' /■ Im Verein -mit anderen Humanitären Gesellschaften bemüht sich der—Hjtfpverein nach Kräften, die Hindernisse fu ' die Ausreise der yberseepasAgiere aus Rußland aus dem Wege räumen zu helfen.. , ' In-Verbindung mit der Ernigratltenfürsorgeiiat der Hilfsverein seine Tätigkeit auch darauf erstreckt, Dokumente (Sr'hiffs karten' und Einreiseerlaubnis), sowie," Gel'dvr' an «Angehörige Won argenti»- nischen, kanadischen und brasilianischen Juden nach Rußland m übermitteln. -' v - t*l