Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1923
- Issue
- August/September (1923)
- Date
- 1923-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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.Betätigung i irch Bienenzucht. kftlich w( Die Viehzucht gewinnt" teilweise eine/- Ausdehnim :. die iie für unternehmende Kolonisten auch zu einem kommerzjeUVtt, *«ktor macht. In den Kolonien werden "auflandwirtschaftlicher Grundlage \aufgebaute Industrien betrieben. Die Verwaltung der Kolonien trägt für Verkehrswege und VerkehrsmIttel Und deren Instandhaltung Sorge, was speziell auch für die Forstausnützung in Quatro Irmaos.von Wertet. ^-Jm Laufe der letzte« Monate tyrt sich der. Ertrag" aus den Forsten verdreifacht. . 'Das, Kooperativwesen wird ausgebaut. '.' Der Gesundheitszustand in beiden Kolonien ist ein guter. Im Staate Rio Grande do Sul befindet sich die Verwaltungsdirektion ,,der Icjtkolonien, wie auch eine, AnzahL Komitees. r- Die Adresse der Direktion der ICA für Brasilien ist' Administrationdes Colonies de la I. C. A.. Estacao Erebango, Municipe de Passo Fundo (Rio Grande do Sul). Nachstehend lassen wir. die Adr. es.se n "der" weiteren Vertretungen der.ICA in Brasilien folgen, die Fürsorge für Immigranten von'ihrer Ankunft an übernehmen:,--- Comite Tintrai Pro-Tmmigrantes Israelitas, Leon Back, if), Avenida Redempcao. P o r t o - A l eg r« (Rio Grande do Sul) (ca. 400 jüdische Familien). Socitdale Israelite Pelotense, rue Gonc,alves Chaves, 1066,' Sobredo Pelotas (Rio Grande do Sul), 43 jüdische Einwohner, Comit* de Secoürs anx Immigrants, Benjamin Steinbruck! 339ruf Uruguayana, Riö Grande do Sul, 17 jüdische, Familien, " , . Sociedale tsraelita -Cachoeirense, Abram Braun, President, rue Major Ouriques. 35 C a ch'o e i i> a (Rio'Grande dö,_Sul), 13 jüdisch« .Einwohner, S Sociedade Beneficente Tsraelita de Santa Maria,- Abram Knijnik, Santa Maria (Rio Graode do Sul), 62 jüdische Familien-, "»: * 4 Uniao Israelita de Cruz-Alta, Isaac'Nissenson,. rue do Cammercio 24. Crti; Alt* (RioGrande do Sul), 48 judische Familien. 7 Ehelose, Beneficencia de .Passo Fundo, Isaac Zatz, P a s~s o 'i F u"n d o'-f-R-fo'Grandgido Sul), 21 jüdische Einwohne/. Di? Gesamtzahl der jüdischen" Einwohner im Staate Rio Grande do Sul ist auf 630- Familien oder. 3200 bis 3500 Seelen zu sehätzen. ";• SociedadV beneficonte- Jsraelita, ruft M*rquez Sapucahi i;r, Rio de'raiteiro; '• \ .. / 1 r Comit*<_l4uif d'Immigration, Docteur Mindlin, •'Libero-, badaro 46, Sao Paulo. Im Staate Parana (-ttanptstäiit Curitiba) befinden sfch »94 jüdische Einwohner; davon 190 in Curitiba., 'gratoofca. . j " Die argentinischen Einwanderungsbestimmungcn und die' argentinischen Konsulate in Deutschland haben wir in Nr. 1 des Korrespondenzbiattes aufgeführt. Argentinische Konsulate östlich von Deutsehland befinden «ich in Reval (Estland), W a r s c h* u und Danzig. Emigranten, die aus Litauen stammen« .können das argentinische Visum beim Konsulat. der Vereinigten -. Staaten von, Amerika in Kowno erhalten. -* ' •v,-- Das Visum zur -Einreise nach Argentinien wird Von den argentinischen Konsulaten nur auf Grund b e h ö r dl i cjfct r Führungszeugnisse, die sich'auf die letzten 5vJahre erstr« erteilt. , - . f Reisende, die. aus Rußland kommen, können, wenn sie die erforderlichen Dokumente. Eirfreiseerlaubnis und SchSffskÄrte besitzen, in den Einschiffungshäfen, z. B. Hamburg iund Amsterdam, durch die dortigen argentinischen Konsulatsvertretungjefi dis, Visum erhalten'. *s Nach dem ' vom argentinischen Ministerium für «auswärtige Angelegenheiten im 15.' Mai_dieses Jahres erlassenen Zirkularsrnreiben Nr. 13 erfolgt entsprechend de» Dekret vom ,a8. September iqi'i die Bewilligung von 'Visen'an Einwanderer dach Argentinien, die ihren Charakter alt solcße nachweisen und den vorgeschriebenen Formalitäten gpnügert;- durch die argentinischen Konsulatsvertretungen im Auslände -unentgeltlich, - 1, „.........„ ■ ~ Nach Artikel a des Oesetzes 817 vom Jahre iJ^tKwerden als" E i n wandercr angesehen jeder Fremde -+- »gelöhner, ' bejaht mit Dampf-. "der S zweiter oder drittel) Klasse bezahlt hat oder d( . durch die Nation, die "Provinz hfler "die Privath die sich mit dem-Schutze der Einwanderer und de tion beschäftigen,^hezalilt worden ist. -»- Es i-t den _ Ankömmt ingen in Argentinien, die Arbeit t süthen -jind »ich itber die Landesverhiltnisse unterrichten wollen, anzuefflpfShlCTf, «ich an das Schutzkomitee für' Emigranten i n B u e n o s - A i r e s . Calle V i a,- mon4e 2759, zu wendenr das auch ein Arbeitsamt unterhält. •i Dasselbe empfängt von den Schiffahrtgesellschaften bereits Listen der jüdischen Passagiere Und kann die nötigen Dispositionen treffen und die Verwandten von der bevorstehenden Ankunft verständigen. Ein -Beamter des Komitee» nimmt die Ankommenden in Empfang. Es muß darauf hingewiesen'•erden, um Einwanderer, namentlich auch solche freier" Berufe, vor Enttäuschungen zu bewahren, daßausreichende Erwerbsmöglichkeiten in der Hauptsache sich nur denen bieten, die sich, der ökonomischen 1 Situation des Landes sich anpassend, der Handarbeit unter den gebotenen EntloHnungsbedingungen bzw. 'landwirtschaftlicher Arbeit zu widmen bereit sind. Es sei alsdann noch auf Grund um Nachrichten aus Argentinien auf folgendes hingewiesen. Es bringt Nachteile mit sich, wenn — wie es zur Er- -sparung von Visakosten öfters geschieht — für mehrere Auswanderer,' z. B: Männer und. Frauen,, die nicht zu ei*e r Familie gehören;_ nur ein einziger Paß ausgestellt ist. Die auf dem Paß zusammen Verzeichneten können u. a. nach ihrer Landung in Argentinien nicht unentgeltlich in die ein*, zelnen. Provinzen, befördert werden. Zur Erlangung freier ' ""Beförderung muß der Eaß des Immigranten vorgelegt werden» Wenn mehrere Personen sich auf einem Passe befinden, werden sie als zu einer Familie gehörig betrachtet und müssen' alle" die Reischach der Provinz antreten, auch, wenn das Reiseziel einzelner ^-on ihnen die Hauptstadt Buenos-Aires ist; ,^lEs*"muß alsdatyi davor gewarnt werden."" daß "Witwe n , sei, es, daß sie alle inst eben oder Kinder, bei sich haben, nach Argentinien gehen; ohne dort Angehörige oder genügend« SuhstiStenzmittel. *u haben. Es bieten sich, in Argentinien nicht die Möglichkeiten, sie dauernd auf fremde lCosten. zu unterhalten. - ■ . . Werk der ICA in Argentinie« : £ \ Die.ICA hat den Immigranten; die sich in ihren Kolonien - in Argentinien ansässig zu; machen wünschen, zahlreiche Erleichterungen .geboten. Den bisher von ihr Installierten sind-befriedigende Existenzmöglichkeiten verschafft worden. •Weitere Vergünstigungen sind neuerdings bewilligt word&i. In der Kolonie Montefiore (Provinz Santa Fe) werden Parzelle« von 25 ha überlassen (anstatt 10 ha. in den anderen Zentren). Des ferneren stellt die Gesellschaft von nun an.den Familien :i äußer dei1 Parzelle! mit Br"i*nncn und" Häuschen einiges' Vieh (Milchkühe. Pferde), Geflügel-und Ge'rät zur X<^ fügung. - Nach einem-Jahre, wenn der Immigrant genügend, akklimatisiert ist, wird ihm eine größere.Parzell^ eingeräumt, ' .die zwischen 30 und too ha variieren kann, je nach der Beschaffenheit des Terrains". - 1 «, Was die in ihren Kolonien eingerichteten Ackerbauer anbetrifft, so geht das Bestreben der ICA dahin, den Geist der Initiative und Unabhängigkeit bei ihnen zu entwickeln. Die Kooperativgenossenschaften begnügen sicH' nicht damit, ihren Mitgliedern die Produkte^ uju}-^d^ M^texialr das jie brauchen, wohlfeil voMustrjuk«f»r^Te^flT>ernehme^ es auch, die -Interessen der KöTopTit&Tzu schnT*6n, den Verkauf der Ernte-. ertrfige zu vermitteln, und zusammen mit den Administratoren der ICA. dje,Reisen zur Abhaltung von Konferenzen und zu praktischen Vorführungen unternehmen,' üben sie eine nützliehe Propaganda für die Einführung und Entwicklung'verschiedener landwirtschaftlicher Zweige aus: Molkerei, Geflügelzucht^ Bienenzucht usw. - . Weitere Fortschritte anderer Art sind in den letzten Zeiten erfolgt. Leihkassen .werden in den Kylonien geschaffen; Die. ':• Dörfer\enlwick>ln »Ich. Ein Friedensgericht hat stcii z. B.* , vor kofiem in dier Kolonie Montefiore aufgetah.ywrtcne; jetat an den Kolorfisten viel Zeitverlust erspart.--vStcr~mi sich früher.zu eiller SteUe begeben,. die*6o km von der Koloni enttdrnt war, , _ ' ' / . •. * ■ -t » J , 6 -ril i,'. .< ' . ,-vs