Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5697 (1936-1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 135)
- Language
- German
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133 indem wir reden, ist er sehon fort? Diese Hörner riefen die Nachhut zusammen. Morgen früh laden sie ihn auf das Schiff.« Rahhi Elieser beugte den Kopf immer tiefer über den Tisch. Es war, als schliefe er im Hören ein. Wie ein Abwesender war er, und fühlte nicht, daß die andern beunruhigt auf ihn blickten. Dann plötzlich hob er die. Stirn auf und sagte ruhig. »Heute Nacht, sagst Du. Gut. Dann müssen wir mit.« Alle staunten. Aber der alte Mann wiederholte nur ruhig und fest. »Wir müssen mit. Es ist unsere Pflicht. Besinnt Euch der Schrift und ihrer Gebote. Wenn die Lade wanderte, dann brachen wir auf, nur, wenn sie ruhte, durften wir ruhen. Wenn Gottes Zeichen wandern, müssen wir wandern mit ihnen.« »Aber wie mit über das Meer! Wir haben keine Schiffe.« »Dann bis zum Meer. Es ist eine Nacht.« Jetjt stand Hyrcanos auf. »Wie immer spricht Rabbi Elieser das Rechte. Wir müssen mitgehen. Es ist Teil unseres ewigen Wegs. Wenn die Lade wandert und der Leuchter, muß das Volk mitwandern, die ganze Gemeinde.« Aber eine zaghafte Stimme widersprach. Simche war es, der Schreiner, verwachsen und klein. »Aber wenn sie uns greifen? Hunderte haben sie schon geschlepnt in die Knechtschaft. Sie werden uns schlagen, sie werden uns töten, unsere Kinder werden sie verkaufen, und nichts ist gewonnen und nichts ist «;etan.« »Schweig!« fuhr einer dawider. »Und friß Deine Aucst! Wird einer von uns genommen, so ist er genommen. Stirbt einer, so ist er für das Heilige gestorben. Alle müssen wir, alle werden wir eehen.« »Ja alle, wir alle.« Wirr schrien sie durcheinander. Jedoch Elieser, der Rabbi, machte ein Zeichen zur S'ille. Abermals schloß er die Augen, es war seine Gewohnheit, wenn er nachdenken wollte. Dann entschied er. »Simche hat Recht. Nicht schmäht ihn einen Feigen und Schwachen. Er hat Recht, wir dürfen nicht das Leben wa?en und sinnlos hinaus zu den Räubern in die Nacht, denn nichts ist beiliger als das lieben. Gott will nicht, und es steht geschrieben in seinen Büchern, daß auch nur ein einziges Treben unniitj vertan sei. Er hat Recht, Simche. sie würden die Junten greifen und zu Sklaven machen in ihrer Stadt. Darum dürfen die Männer und die Knaben nicht mit