Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5697 (1936-1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 134)
- Language
- German
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132 sen. Das Doppelte und Dreifache müssen wir dieses Jahr der Tempelspende geben, das Kleid vom Leibe und den Ring vom Finger. Wir müssen das heilige Gerät ihnen abkaufen, und sei es um das Siebenfache seines goldenen Gewichts.« Ein Seufzer unterbrach ihn. Hyrcanos ben Hillel hob traurig den Blick. »Es ist vergebens. Ich habe es schon versucht« sagte er still. »Es war mein erster Gedanke. Ich ging zu ihren Schagern und Schreibern, aber sie waren grob und hart. Ich drang zu Genserich vor und bot ihm hohe Löse. Erst sali er mich mürrisch an und scharrte mit dem Fuß. Da verließ mich der Verstand, ich drängte in ihn und rühmte, was uns dieser Leuchter sei, ich erklärte ihm, ich Tor, daß er in Schelomos Tempel gewesen und daß Titus ihn als das Herrlichste seines Triumphs heimgebracht von Jerusalem. Da erst begriff der Barbar, was er genommen, und lachte frech: »Ich brauche nicht Euer Gold. So viel Gold habe ich hier gebeutet, daß ich die Ställe pflastern kann meiner Pferde und Edelsteine ihnen in die Hufe hämmern. Ist dieser Leuchter wirklich König Salomos Leuchter, dann ist er mir nicht feil. Hat ihn Titus im Triumph von Rom vor sich getragen, dann soll er vor mir getragen werden im Triumph über Rom. Hat er Eurem Gotte gedient, so soll er jetjt dem wahren Gott dienen.Geh!« — und damit wies er mich fort!« »Du hättest nicht gehen sollen!« »Bin ich denn gegangen? Ich warf mich vor ihn hin, ich faßte seine Knie. Aber sein Herz war noch härter als die eisernen Schienen seiner Schuhe. Er stieß mich fort wie einen Stein. Und dann schlugen mich die Knechte hinaus, kaum daß ich das Leben behielt.« Jetjt erst verstanden sie, warum Hyrcanos ben Hillcls Kleider zerrissen waren. .legt erst merkten sie den geronnenen Blutstreifen an seiner Schläfe. Schweigend saßen sie da und so still, daß man jegt das Knarren der Karren hörte, die noch immer und immer durch die Nacht zogen, und jetjt auch, sonderbar wiederholt von einem Ende zum andern der Stadt, die dumpfen vandalisclien Hörner. Dann erlosch jeder Laut, und alle dachten sie dasselbe: der große Raub ist zu Ende, verloren der Leuchter! Rabbi Elieser hob mühsam den Blick. »Heute Nacht, sagst Du, führen sie ihn fort.« »Heute Nacht. In einem Karren bringen sie ihn die portuensische Straße entlang zu den Schiffen und vielleicht,