Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5697 (1936-1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 124)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Das gelbe Licht gibst du den Bienen, ich will das weiße Licht, die Milch, die fette Milch laß mich gewinnen! Nun kommt sie auf uns zugeeilt, und zwischen ihren hohen Hörnern, wie einen Krug, trägt sie das Licht. Dem höchsten Gast Wie lange wünscht ich schon dein Bild: dein Wort zu wollen, dünkte mich zu kühn; wie manchen Abend harrt ich angsterfüllt und blickte überm Tisch nach deinem Sessel hin. Auf weißem Tischtuch lag das Brot, der braune Laib, von dem du gerne brachst; in breiten Schalen glomm es kühl und rot: es war der Griechenwein, ob dem du Segen sprachst. Und heute kommst du, wo der Tisch verwaist im nüchternen Gewölbe steht; so nimm mein Glück, es ist ein Brotlaib frisch, und meine Liebe nimm und sag dein Trinkgebet. Rose Ausländer. Liebesg edicht Des Geliebten Nächte zu entzünden, will ich augenspendend süß erblinden. Des Geliebten Atem zu umkosen, wandelt sich mein Blut in tausend Rosen. Des Geliebten Liebe zu erhalten, will ich mich in tausend Frauen spalten, daß er tausendfach nur mich begehre, alle liebend nur mir angehöre.