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Jüdischer Almanach · 1937-01-01 · 5697 (1936-1937) · p. Seite 95

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5697 (1936-1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 95 (sequence 97)
Language
German
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95 dies nun zugestehen, zu Unrecht wohl, doch nicht ganz unbegründet. Der Maler Marc Chagall nun, russischer Jude, in Paris zu sich findend und sich vollendend, vereinigt in seinem Werk auf exemplarische Art jüdisches Wesen mit dem jüngsten Fortschritt europäischer Malerei. Seine Bilder sind in Inhalt und Duktus jüdisch; dies Judentum freilich bereichert um die russische Umwelt seiner Jugend, freilich gelockert durch die Farbigkeit und Gestaltenfülle des Chassidismus, dem seine Seele verschwistert ist. Chagalls Werk stellt so recht die Wiedergeburt der Kindheits-Welt aus dem Geiste der Kunst dar, einen allgemeinen Fortschritt der letzten Jahrzehnte, den keiner so einleuchtend formuliert hat wie Thomas Mann in seiner Rede auf Lübeck. Daß Kindheit und jüdische Erinnerung sich hier verbinden, ergibt einen deutlichen Schnittpunkt europäischen und nationalen Kunststrebens. Die Jünglinge auf

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