Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5697 (1936-1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 53)
- Language
- German
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51 sie auch auf wirtschaftlichem Gebiete ihre tiefen Spuren hinterließen. Wie auf politischem, so läßt sich heute auch auf wirtschaftlichem Gebiete noch nicht abschließend über diesen Einfluß der Unruhen urteilen. Sicher ist, daß sie in eine Zeit des neuerlichen ökonomischen Aufstiegs fielen und daß verschiedene Anzeichen (wie die Wiederverstärkung des Kapitalimports und das starke Sinken der Arbeitslosigkeit) dafür sprechen, daß ohne die Unruhen wir uns heute wieder in einer steigenden Konjunkturkurve befänden. Außerdem ist bereits heute deutlich, daß jede Verlängerung der Unruhen die ökonomischen Schwierigkeiten vertieft und verbreitert und gerade deswegen ist es heute, mitten im Tumult der Ereignisse, besonders schwer, ein abschließendes Urteil zu fällen. Die jüdische Wirtschaft in Palästina sab sich nach Ausbruch der Unruhen vor eine doppelte Aufgabe gestellt: sie mußte, da der arabische Streik die Produkte der Fellachen vom jüdischen Markt entfernte, einen Ersaß schaffen, um die Lebensmittelversorgung der Juden sicherzustellen und sie mußte sich mit den äußerst erschwerten Kommunikationsbedingungen auseinandersctjen. Die jüdische Industrie hatte außerdem damit zu rechnen, daß sich ihr der arabische Inlandsmarkt verschloß und daß außerdem der Export durch die erschwerten Verbindungen gehindert wurde. Lebensmittelversorgung. Wenn die arabische Führung gehofft hatte, durch den Streik die Juden auszuhungern ■—- und die arabische Presse berichtete in den ersten Wochen dauernd von Lebensmittelmangel in Tel-Aviv — so hatte sie eine völlig falsche Vorstellung der bestehenden Möglichkeiten. Die Juden ersetjten den Ausfall der arabischen Produkte aus zwei Quellen: einerseits erhöhten die jüdischen Wirtschaften so rasch wie möglich die Erzeugung von frischen Produkten (Gemüse, Eier, Obst, Milch), andererseits wurde der Import aus den Nachbarländern (Zypern, Ägypten, Syrien) vergrößert. Es fehlten und fehlen einzelne Obstsorten, die hauptsächlich von Arabern geliefert werden, ein gewisses Anziehen der Preise ist festzustellen, aber Tel-Aviv, Hadar Hakarmel und das jüdische Jerusalem haben bisher nicht einen Tag auf ibre übliche Versorgung verzichten müssen. Daß dem so war, verdankten die Städte den großen Anstrengungen der Siedlungen, die sich den veränderten