Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5697 (1936-1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 52)
- Language
- German
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50 Nachdem die Großbanken in den ersten krisenhaften Tagen eine Stützungsaktion durchgeführt und damit Zusammenbrüche verhindert hatten, folgte nach einer gewissen Zeit die jüdische Arbeiterorganisation mit einer umfassenden Geldsammlung, die einen Rückhalt für die Arbeitslosigkeit schaffen sollte. Die Resultate dieser Aktion waren außergewöhnlich groß und sie wurden nicht einfach für Unterstütjungen verwendet, sondern mit Geldern der jüdischen Leitung, der Jewish Agency zusammengeworfen, um das Grundkapital einer Gesellschaft für wirtschaftliche Stütjungsmaßnahmen zu schaffen. Obligationen vergrößerten das Kapital der Gesellschaft, und sie begann mit der Iniitierung verschiedener Arbeiten und einem System der Kreditgewährung, das seinen belebenden Einfluß nicht verfehlte. Darüber hinaus zeigten sich gegen Ende des Winters Anzeichen eines neuen Steigens der Konjunkturkurve. In den Monaten von Februar bis April stiegen der Kapitalimport und die Kapitalisteneinwanderung von neuem an, besserte sich die Arbeitslage, hoben sich die Perspektiven auf neuerliche Investitionen. All dieses war eine verständliche Folge der Beruhigung im östlichen Mittelmeerbecken, verbunden mit dem nach wie vor unerträglichen Druck, der Juden des Galuth mit ihrer Habe und Initiative nach Palästina preßte. Eine neue ökonomische Schwierigkeit kündigte sich jedoch auch gegen das Frühjahr zu an, nämlich die Devisensperre von Polen, die Kapitalexport aus diesem Lande inhibierte und die jüdischen Wirtschaftsinstitute vor eine neue Aufgabe stellte, nämlich die Schaffung eines Transfers zwischen Polen und Palästina. Die Jewish Agency hat sich dieser neuen Aufgabe unterzogen, und, während dieser Bericht geschrieben wird, sind die Verhandlungen in der Transferfrage in Warschau im Gange, stoßen jedoch auf nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Unterdessen bedeutete die polnische Devisensperre eine Restringierung der für Palästina zur Verfügung stehenden Kapitalien, was sich deutlich bemerkbar machte. Zu gleicher Zeit aber machte die Politik, die in den letjten Wintermonaten der Ökonomie gegenüber immer stärker in den Vordergrund getreten war, auch ihre Einwirkung auf wirtschaftlichem Gebiete geltend. 19. April 1936. Am 19. April begannen die Unruhen in Palästina, die bis heute angedauert haben und die alles andere völlig in den Hintergrund drängten. Es konnte nicht ausbleiben, daß