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Jüdischer Almanach · 1937-01-01 · 5697 (1936-1937) · p. Seite 36

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5697 (1936-1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 36 (sequence 38)
Language
German
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36 sal über dieses Schicksal hinauszuwachsen; daß wir durch Selbsterkenntnis und innere Wandlung immer mehr Wir- Selbst werden, daß wir durch Arbeit und Opfer für die Gemeinschaft unseres Volkes den kleinen Egoismus des Einzelnen bezwingen; und daß wir die Qual der irdischen Unsicherheit in großen Momenten zu verwandeln vermögen in das schöpferische Bewußtsein heiliger Unsicherheit im Angesichte des unendlichen göttlichen Geschehens. Felix Weltsch. DAS JAHR 5696 Jahresrückschau Das vergangene Jahr war kein »gutes Jahr« für die Judenheit der Welt. Dies zu behaupten wäre verfehlter Optimismus oder absichtliches Verschweigen von bedrückenden Tatsachen, die heute auch dem politisch Nichtinformierten bekannt sind. Nicht nur in Deutschland ist die Lage der Juden katastrophal; in ganz Europa, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, feiert der Antisemitismus offene oder versteckte Erfolge, überall geht man nach bewährtem Muster daran, den Juden die Existerizmögliehkeiten abzuschneiden, sie wirtschaftlieh zu vernichten. Man sagt einfach: an der Krise sind die Juden schuld, auch an dem Rüstungswahn, der wachsenden Kriegsgefahr, an der Autarkie und dem Verfall Europas sind sie schuld. Von allen Seiten ist diese Parole aufgenommen worden. Heute unterscheidet sich der Antisemitismus in Polen, Rumänien, in Österreich und Ungarn von dem deutschen nur in den Methoden, nicht aber in seinen Zielen. Sogar Frankreich, der Hort europäischer Humanität, sogar England, das Land der Magna cliarta libertatis, meldet gelegentlich antisemitische Demonstrationen, die nicht nur »symbolische« Bedeutung haben. Deutschland verfolgt in der Judenfrage ein deutlich sichtbares Ziel, dessen Erreichung mit rücksichtsloser Konsequenz verfolgt wird. Dieses Ziel ist, kurz gesagt, die voll-

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