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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 168

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 168 (sequence 170)
Language
German
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168 Esriel Carlebach Am nächsten Tag kam der Wächter und jammerte, nun wo er das haarige Fell nach draußen trage, hielten ihn die Hunde für einen Wolf und bellten ihn an. Da setjte man den Wächter mit dem umgedrehten Pelz zur Sicherheit auf ein Pferd. Da vertrug das Pferd den Chelmer Wächter weit in die Wälder und Felder hinein, daß man ihn erst am dritten Tag wiederfand. So beschloß man das Pferd festzubinden. Es wollte aber jeder Chelmer, daß es gerade neben seinem Laden festgebunden werde und den hüte. So beschloß man, damit keiner bevorzugt sei, es am Ende der Stadt, neben dem Bad festzubinden. Hier stand es mit dem Wächter und hütete die Stadt. Am nächsten Tag kamen Zigeuner und plünderten alle Läden aus. Chelm lief zum Wächter und machte ihm Vorwürfe. »Weshalb hast du die Diebe nicht gepackt?« — »Weil ich auf meinem Pferd gesessen bin.« — »Und warum bist du nicht an die Diebe herangeritten?« — »Weil das Pferd festgebunden war.« — »Und warum hast du es nicht losgebunden?« —■ »Weil es mich in den Wald vertragen hätte.« — »Und warum bist du dann nicht vom Pferd gestiegen?« — »Weil mein Pelz umgedreht ist und die Hunde mich für einen Wolf gehalten hätten.« — »Warum hast du dann den Pelz nicht gewendet?« — »Weil man mich dann für den Bethausvorsteher gehalten hätte.« — »Warum hast du dann den Pelz nicht überhaupt ausgezogen?« — »Weil ich Angst hatte mich zu erkälten und zu sterben.« — »Warum hast du dann nicht geschrien, daß Diebe da sind und wir aufstehen sollen?« —■ »Weil ihr mich doch angestellt habt, daß ich Achtung gebe und ihr ruhig schlafen könnt.« Da sah ganz Chelm, daß dieser Mensch der logischeste Mensch in der Stadt war. Und sie hielten ihn alle Zeit in großen Ehren. DER CHELMER RABBI GEBIERT EIN KALB. Die Chelmer bemerkten, daß ihr Rabbi sich nicht gesund fühlte. Und sie gaben ihm einen Abgesandten mit, der ihn in die Stadt zu einem Arzt brachte und ihn untersuchen ließ und zurückkam und berichtete:

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