Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 160)
- Language
- German
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158 Esriel CarlehacIi auf ihren vier Füßchen stehen, wie je; also daß ganz Chelm sah, es sei nicht nur ein Dämon, sondern noch — ein Verhängnis. Da, wenn man sie von einem Dach herunterwirft, sie einfach davonspaziert, muß man sie festbinden, am Fuß des Bethaussehammes. Und man warf sie, an den Schammes festgebunden, vom Dach. Der Schammes blieb tot liegen und die Katje miaute. So beschloß man sie in den Fluß zu werfen. Wie sie da aber auch wieder herauskroch, band man sie fest. An den Bethausvorsteher. Der Vorsteher ertrank und die Katje miaute. Sodaß ganz Chelm deutlich sah, die Katje werde noch die ganze Stadt vernichten. Kein Mittel durfte zu schwach sein, sie auszurotten. Man müßte sie verbrennen. Und man türmte einen großen Strohhaufen im Schulhof auf und setjte die Katje auf ihn und zündete ihn an. Das Feuer brannte lichterloh, sprang über auf das Schuldach und von dort auf die Badegasse und von da auf den Markt und verbrannte die ganze ehrenwerte Stadt Chelm. Über die rauchenden Balken und die Trümmer der Stadt spazierte die Katje und miaute. ES SCHLÄFT UND SCHLUMMERT NICHT DER HÜTER ISRAELS. Als die Stadt damals in hellen Flammen stand, und ganz Chelm mit Wasserkrügen in der Hand ankam, das Feuer löschen, kam auch der Rabbi mit. Es war schon mitten in der Nacht. Lang stand der Rabbi vor den Flammen und wunderte sich. Dann pries er den Schöpfer der Welt und sagte: — Gelobt sei Gott, der noch im Unglück sich seines Volkes erbarmt. Denn wenn die Flammen nicht so hell wären, man wüßte in dieser Dunkelheit wirklich nicht wo es brennt und wo man löschen soll .. . DA CHELM WIEDER AUFGEBAUT WURDE. Als alle Häuser und Kramläden nach dem großen Brande wieder errichtet waren, blieb nur noch die große Schul aufzubauen. Und ganz Chelm ging mit Eifer an die heilige Verrichtung. Weil die abgebrannte Schul aber verschiedene Mängel