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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 157

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 157 (sequence 159)
Language
German
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C hei in er Geschichten 157 Teller legte. Denn es pflegten, sobald man das Essen auftrug, aus allen Winkeln die Mäuse heranzukommen und mithalten zu wollen. Sodaß die Chelmer in der einen Hand den Löffel hielten und in der anderen die Rute, mit der sie die Mäuse verscheuchten. Da kam einmal ein Fremder in die Stadt und wunderte sich und fragte, ob man denn die Mäuse nicht mit einer Katje vertreiben könnte. Die Chelmer aber wußten nicht, was eine Katje ist und als der Fremde es ihnen erklärte, fielen sie in große Begeisterung und beriefen eine Gemeindeversammlung und beschlossen: man solle dem Fremden 500 Rubel und mehr bezahlen, wenn er ihnen nur, wie er versprochen, eine Katje brächte. Als die Katje dann aber wirklich da war, verschwanden zwar die Mäuse, aber die Katje selbst wuchs sieh zur Plage aus: Keine Hausfrau konnte mehr Sauermilch auf die Straße stellen, — bald war die Kalje da und leckte sie weg. So berief man eine Versammlung ein und fand: die Katje sei gar keine Katje, sondern gefährlich. Ein Dämon. Er könne noch die ganze Stadt verwüsten. Man muß sich seiner entledigen. Wie? — Man muß ihn auf einen Heuboden bringen und die Leiter fortziehen. Soll er da oben in Ruhe und Einsamkeit sterben. Also tat man, aber als die Leiter fortgenommen war, sprang die Katje herunter und spazierte durch Chelm, als sei nichts geschehen. Darauf ging man zum Rabbi und fragte ihn, wie man den Dämon loswerden könne. Der Rabbi sagte: Im guten, ohne Gewalt. Am besten, indem man ihm den dämonischen Geist austreibt: durch Heiligkeit, durch die Thora selbst, dadurch, daß man ihn am Sabbatb zur Thora rufe und über ihn die Segnungen spreche. Wie man aber am Sabbatb feierlich die Katje zur Thora aufrief, bekam sie einen Heidensclireck, sprang vom Almemor auf die Leuchter, von den Leuchtern zur Frauen- Empore und von da durch ein Fenster nach draußen. Also daß ganz Chelm sah, daß man es mit einem »unheilbaren Dämon« zu tun hatte. Und man beriet wieder sieben Tage und sieben Nächte und beschloß — mit Gewalt vorzugehen, der Katje den Garaus zu machen. Sie von einem hohen Dach herunterzustürzen. Man warf sie von dem Dach herunter, aber sie blieb

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