Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 156)
- Language
- German
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154 Ben-Chorin was meinen Sie, ich sollte mich nicht aufgeregt haben. ,Das ist niederträchtig', brülle ich, ,Sander, Manja, ihr habt also ernst gemacht?' Sie nicken beide, wie unartige, schuldbewußte Kinder. Endlich meint Manja kleinlaut: ,Du liebst mich doch, Robert.' Ich schwieg. ,Du willst doch mein Bestes!' Ich schwieg noch beharrlicher. ,Du hast mir doch selbst geschrieben, Sander ist der beste, anständigste und gentlemanlikeste Mensch von der Welt! Siehst du, und zu dieser Überzeugung bin ich auch gekommen.' ,Simonsohn', räuspert sich Sander, seine englische Ruhe ist dahin, ,sei mir nicht böse. Aber du hast doch selbst immer gesagt, Manja ist das liebste, bravste und goldigste Mädel von der Welt!' Da ist's aus mit meiner Beherrschung. ,Ich will die Herrschaften nicht stören', höre ich mich noch selbst sagen und dann segelte ich hinaus aus meinem Zimmer. Ich glaube, die beiden haben mir etwas verdutjt nachgeschaut.« Simonsohn schwieg. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er hatte sich in Rage geredet. »Das ist alles«, ließ er sich abschließend vernehmen, »das ist die Humoreske, in der ich die Hauptrolle spiele.« »Haben Sie keine Angst, Simonsohn, niemand in Palästina wird daraus ein Stück machen. Kein Theater würde es spielen.« »Warum nicht? Ich finde die Idee recht tragikomisch!« »Mag sein — aber es gäbe einen Theaterskandal!« »Wieso?« »Nun, ja, die Hälfte des Publikums würde meinen, persönlich verulkt zu werden und das darf man nicht riskieren! I