Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 152)
- Language
- German
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ISO Ben-Chorin Als die Unruhe ihren Höhepunkt erreicht hatte, höh Hassan effenili die Hand, wischte sich den Sehweiß von der Stirne und sagte: »Wie Ihr wißt, meine Herren, begraben wir Mohammedaner unsre Toten mit der Richtung nach Mekka und unsre Vettern, die Juden, die ihren in der Richtung zum Tempelplag. Und daß dieser Tote in der Richtung zum Tempelplag« — er wies auf die Omarmoschee hinter sich — »begraben ist, werden Sie nicht leugnen.« Das Dorf wurde verurteilt, den Friedhof in Ruhe zu lassen und Hassan effendi bekam fünfundsiebzig L'ay für dieses Ei des Columbus, wofür er mindestens zweiundzwanzigtausendfünfbundert gewöhnliche Eier bekommen kann. Ehen werden im Himmel geschlossen Eine wahre Geschichte aus dem palästinensischen Alltag von Ben-Chorin. »Heiraten?« sagte mein Freund Simonsohn, der Ingenieur, mit wehmütigem Lächeln, »sprechen wir von etwas anderem, — ich habe meine Erfahrungen hinter mir!« »Wieso haben Sic sie hinter sich?« frug ich erstaunt. »Ich dachte, Sie sind glücklicher Bräutigam und im allgemeinen hat man als solcher das Heiraten vor sich.« »Ich weiß nicht, Herr Ben-Chorin«, gab Simonsohn müden Blickes zurück, »wollen Sie mich verulken oder wissen Sie es wirklich nicht. Aber natürlich wissen Sie es: ganz Tel-Aviv weiß das: Dizengoff und Rubaschow und vielleicht auch der High-Commissionar, und es würde mich gar nicht wundern, wenn Agnon oder ein anderer von unseren Schriftstellern eine Humoreske daraus machen würde!« »Nanu, Simonsohn, Sie tun ja, als wären Sie zur Lustspielfigur avanciert.« »Als ,wäre' ist gut. Mein Lieber: ich bin, ja wohl, ich hin es — eine Lustspielfigur, wie Sie zu sagen belieben.« I inionsohn knirschte mit den Zähnen. »Aber ich werde