Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 124)
- Language
- German
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122 Said Tschernichoivshy: Der Abend Von den Hügelketten Breitet sich der Dämm'rung Fülle, Sie beschattet und bewölkt den Silberquell. Und es schlummert, schlaft die Well', Oben leuchtet Luna hell, Ringsumher ist zauberhafte Stille. Da und dort blitjt auf ein Stern; Plötjlich regt ein Zephyrwind die Flügel, Plaudert mit der Welle sacht Und zerflattert dann in Schilf und Nacht. Sieh nur, wie von jenem Hügel Himmelan sich dort der Cherub schwingt Und auf jenen Stern sein Flügelschlag ihn bringt! Saul Tschernichoivshy: A n i M a a m i n ...Und an die Zukunft glaube ich: Es kommt dereinst der Tag, Da friedlich man von Volk zu Volk Nur Brudergrüße lauschen mag. Auch meinem Volk erblühet dann In seiner Heimat neues Leben, Es werden tapfre Söhne ihm Die lichte Freiheit wiedergeben. Mein Volk wird leben, lieben, schaffen, Mit beiden Füßen stehn auf seiner Erde, Nicht wähnend mehr, daß ihm sein Heil Die Zukunft nur, der Himmel bringen werde. Dann stimmt ein neues Lied der junge Dichter an, Dem Schönen glüht sein Herz und dem Erhabnen ganz; Von meinem Grabe pflücket Blumen man, Zu winden ihm daraus den Dichterkranz. (1893) (Dbersefit von Otto Spifl, Lednice.)