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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 95 (sequence 97)
Language
German
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<>r> Gabriele Tergit: Synagogen und Fe sie in Palästina Es gibt keinen Tempel mehr in Jerusalem und es darf auch kein Tempel mehr sein bis zur großen Rückkehr der Juden nach Erez Israel, zur Erde Israels. Die Zeit ist nicht da für den Tempel. Niemand hat daran gedacht, um einem neuen Tempel die Heimkehr zu gestalten. Nicht Herzl, dessen ganze Größe man erst bier erkennt, am Nichtgewordenen, am Unterschied der gewaltigen Konzeption, nicht die Zionsliebenden, die Choweve Zion, die ostjüdischen Vorläufer Herzls. Besetjt ist der Tempelplatj, der ungeheure, der herrlichste Plag, besetjt mit einem der schönsten Gebäude der Welt, der Omarmoschee. Sie ist gebaut ans blaugrünen Kacheln um einen Felsen, von dem die Mohammedaner glauben, daß dort Abraham den Isaak opfern wollte, besetjt mit heiteren Toren, mit dem lieblichsten Brünnlein, mit der Aksamoschee, alter Kirche der Kreuzfahrer. An der Mauer darunter, die den Tempclplatj stütjt, nicht etwa an einer der alten Tempelmauern selbst, schmaler Gang davor, dahinter niedrige Mauern von arabischen Häusern, stehen die Juden und klagen durch die Jahrtausende. Das blieb. Als Einziges. Es gibt keinen Tempel mehr in Jerusalem. Die Synagoge, der Ort des Zusammenkominens, blieb klein. Ganz klein. Überall sind Stübchen, in der Mitte steht die Bima, von der gelesen wird und gebetet. Hinten im Schrank der Aron hakodesch, der heilige Schrank mit der Thora. In der Altstadt von Jerusalem sind sieben Synagogen der Spharden ineinander gebaut, die eine über der andern. Von der einen kann man in die andre gehen. Ein junger Mann im gewöhnlichen Straßenanzug, im grauen Schlapphut liest und betet vor. Es sitjen alte Sephardim da. Sie haben die edelsten Judengesichter, schmal und verwittert, große schmale gebogene Nasen, Augen flammend schwarz, die Münder dünn im langen weißen Bart, hohe Gestalten im Fez und langen arabischen Kittel. Würdige gefallene Könige. Die Jugend trägt Schirmmütje und billigen europäischen Anzug. Sie sehen aus wie südliche

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