Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 95)
- Language
- German
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Kunst pflege in Tel-Aviv aus ihrem isolierten Einzeldasein herauskommen, müssen ihre Kunst entfalten und zeigen können. Palästina ist heute kein kunstarmes Land mehr. Viele tüchtige Künstler lehen ud scharfen hier, aber man kennt sie kaum. Es gehört eine große Portion von Idealismus und Selbstentsagung dazu, hier das Leben eines Künstlers zu fristen. Diese Menschen, die die Künder jüdischen Kunstwillens und jüdischer Kunstbegeisterung sind —■ Eigenschaften, die man uns immer noch gar zu gerne abzusprechen sich nicht scheut —, finden kaum irgendwelche Beachtung, geschweige denn einen Absati ihrer Werke. Und doch ist das, was hier geleistet wird, überaus vielversprechend für die weitere kulturelle Entwicklung, für das weitere Gedeihen einer jüdischen Kunst, die nur hier, auf unserem Grund und Boden, in unserem Lande sich entfalten kann. Wenn man von dem Aufbau Palästinas und dem Erblühen der jüdischen Stadt Tel-Aviv spricht, soll man an das Ringen und Kämpfen der Kräfte denken, die hier kulturbildend Pionierdienste leisten. Man soll sich bewußt werden, daß hier der Boden bereitet wird für eine festgefügte Zukunft, für einen gesunden Organismus, der nur dann von Bestand ist, wenn er in seinen Adern gesundes Blut, d. h. geistige Kräfte als Ausdruck eines neuen Menschentums, besitjt.