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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 92

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 92 (sequence 94)
Language
German
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92 Dr. Karl ScIi w ar die besten Solisten, die während des Winters Gastspiele geben. Das Orchester erhält keinerlei Subvention und das ganze Unternehmen schwebt ziemlich in der Luft. Eine wichtige Kulturstätte ist das Museum, das vor wenigen Jahren aus der Privatinitiative des Bürgermeisters Dizengoff und einiger Kunstfreunde entstanden, sich zu der besten Sammlung moderner Kunst im ganzen Land entwickelt hat. Ganz im Stillen ist hier, durch die Gebe- und Opferfreudigkeit ausländischer Freunde gefördert, ein Kunstinstitut erwachsen, das von um so größerer Bedeutung ist, da es die einzige Stelle ist, die allen künstlerischen Anforderungen zu entsprechen hat. In einer Stadt, in der nicht wie wo anders Akademien, Kunstgewerbe- und Kunstschulen sowie Ausstellungmöglichkeiten bestehen, ist der Aufgabenkreis des Museums besonders groß. Von hier gehen alle künstlerischen Anregungen aus, hier ist die einzige Stelle, an der Ausstellungen veranstaltet werden können. Das Institut hat als Belehrungsstätte der Jugend, Erziehungsfaktor unserer Menschen und Förderungsort unserer Künstler zu wirken. Und diese verantwortungsvolle Arbeil wird mit den geringsten Mittel geleistet, die ganz von privater Seite aufgebracht werden müssen! Und trotjdem ist es gelungen, eine Summe bereitzustellen, durch die es ermöglicht wurde, an den Bau eines neuen stattlichen Hauses zu gehen. Ende dieses Jahres wird Tel-Aviv ein repräsentatives Museumsgebäude besitzen und damit wird ein neuer Abschnitt in dem Kunstleben unserer Stadt beginnen. Man wird endlich die aufgehäuften Schätze zeigen können und erst dann wird es unserer Bevölkerung zu Bewußtsein kommen, was ein Museuni an Anregungen zu bieten vermag. Man wird hier beste Beispiele der impressionistischen und nachinipressionislischen Kunst sehen. Pissarro, Monet, Israels, Ensor, Utrillo, Vlaniink, Liebermann, Ury, Chagall u. a. sind gut vertreten. Audi plastische Werke von Antokolski, Jacob Epstein, Scharf, Barlach, Sintenis, Fiori gibt es in größerer Anzahl. Die Namen sollen nur als Andeutungen dienen, ihre Zahl beträgt schon einige Hundert. In einem graphischen Kabinett sind mehrere tausend ausgewählter Blätter vorhanden, die zu regelmäßigen Ausstellungen zusammengestellt werden. Ein Flügel des Hauses soll regelmäßige Ausstellungen palästinensischer Künstler bringen und damit einem der dringendsten Bedürfnisse gerecht werden. Denn unsere Künstler brauchen einen Besonanzboden, müssen

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