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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 79

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 79 (sequence 81)
Language
German
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Die nächsten fünf Jahre 79 Es ist eine gewaltige Verantwortung, aber keine selhstgewählte, sondern eine vom Schicksal auferlegte. Die hiermit im Zusammenhang stehenden pädagogischen und berufspädagogischen Fragen können garnicht ernst genug genommen werden; das gleiche gilt von der kulturellen, der sprachlichen und der religiösen Frage. Was die letjte anbetrifft, so mag die Mitteilung von Interesse sein, daß zurzeit ernsthafte Anstrengungen gemacht werden, den schon bestehenden Institutionen ein religiöses Jugenddorf zur Seite zu stellen, in dem der Versuch gewagt werden soll, die beiden großen legitimen Erziehungstypen des jüdischen Volkes, den Talmid Chacham und den Chaluz, zu einer lebendigen Begegnung miteinander zu bringen. Die Bildungsaufgabe eines Volkes hört nicht mit Abschluß der Schulzeit auf. Gerade Epochen geschichtlichen Werdens, wie der Zionismus sie für das jüdische Volk bedeutet, verlangen nach besonders intensiver Erwachsenenbildung. Diese darf sich nicht an einzelnen und zusammenhanglosen Vorträgen in Stadt und Land genug sein lassen, sondern muß nach einem System intensiver geistiger Eigenarbeit streben, deren Themen in einem inneren Zusammenhang mit den echten Lebensbedürfnissen der verschiedenen Volks- und Berufskreise stehen. In dieser Hinsicht bleibt in Erez Jisrael fast noch alles zu tun. Ein wichtiger Hebel echter Erwachsenenbildung kann die Presse, muß das Buch sein. Beider Entwicklung im hebräischen Palästina ist verheißungsvoll, wenn auch noch keineswegs zufriedenstellend. Immerhin ist eine äußere Konsolidierung der großen Zeitungen und Verlagsanstalten eingetreten; immerhin nimmt Palästina heute eindeutig die Stelle des Mittelpunktes für die Schaffung und Konsumierung des jüdischen Buches ein, und dieses selbst scheint eine gewisse Wendung von der, von Bialik in ihrem Ubermaß so beklagten Übersetjungsliteratur in die eigene Produktivität vorzunehmen. Was vor allem fehlt, ist eine echte öffentliche Meinung, eine freie Diskussion der politischen, sozialen, kulturellen Fragen, unabhängig vom Gewissensdruek aller Parteien und Verbände. In manchen Ländern und zu manchen Zeiten hat das Theater eine wichtige Funktion der öffentlichen Meinim;; ausgeübt: man denke nur an die Wirkung von Beau-

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