Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Schmarja Lewin 53 den Hilfsverein und seine Absieht, deutsch zur Unterrichtssprache des Technikums in Haifa zu machen, gegen Uganda, 1909 gegen die Passivität amerikanisch-jüdischer Organisationen Palästina gegenüber, 1913 als Mitglied der Zionistischen Exekutive unter Warburg. Der Krieg überrascht ihn in Amerika. Von jenen Jahren her, in denen er die Generation amerikanischer Zionisten geschaffen hat, halten ihn die Juden drüben ganz und gar für einen der ihren und holen ihn sich immerfort wieder herüber. Nach dem Krieg, 1919, übernimmt er das Kultur- Departement im zionistischen Zentralbüro in London. Aber wie ein Jahr später der Keren Hajessod geschaffen wird und man ständige Aufrufer zu ständiger Tat braucht, ist selbstverständlich, daß Schmarja Lewin, der Berufsredner, der berufenste aller Redner für den Aufbau wird. So ist er die legten 15 Jahre seines Lebens von Afrika nach Amerika, immer wieder durch ganz Europa gefahren und bat es den vergeßlichen Juden beigebracht, daß sie leben, daß sie wieder aufleben. Er hat, das ist wahr, für den Keren Hajessod gesprochen. Aber gemeint hat er — mehr. Mehr noch selbst als — Palästina. Gemeint hat er sein Lebtag die jüdische Kultur. Aus ihm gesprochen und die Hörer angesprochen hat nur sie. Und er hat es immer wieder gesagt: »Ich hätte nicht den Mut zu den Juden zu reden, daß sie Palästina bauen sollen, wenn ich nicht glaubte, daß es schließlich doch ein Heiliges Land und kein nur um einige Grade verbessertes Gallith sein werde. Ich hätte nicht einmal den Mut für jüdische Kolonien zu reden, wüßte ich nicht, daß man in diesen Kolonien — hebräisch spricht«. Seinem Porträt fehlt deshalb der wesentlichste Zug, wenn das nicht erwähnt wird und seine Biographie ist nicht vollständig, wenn nicht gesagt wird, daß, was ihn in den letjten Jahren seines schweren Nierenleidens am Leben hielt, seine sehriftstellerische Arbeit, die Abfassung der vier Bände seiner Lebenserinnerungen und seine verlegcrische Tätigkeit im »Dwir« war. Den »Dwir« hat er zusammen mit Bialik gegründet. Es war der einzige Mensch vielleicht, mit dem der impulsive »Reb Schmarja«, ein Mann starker Sympathien und Anti-