Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4919024-4919797--0631-4919853- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
54 Dr. Schmarja Lewin pathien, sich ganz und gar verständigen konnte. Sie liebten einer im anderen — sich selbst, das gemeinsame alte Beth Hamidrasch, die Sehnsucht, Brücke zu schlagen zwischen dem Gewesenen und dem Werdenden und die espritvolle Distanz zu den Kleinigkeiten. Lewins kleines Haus am unteren Ende der Rothschild- Allee in Tel Aviv, da, wo die Eckensteher sich versammelten und seine Witjworte über die Stadt hin kolportierten, hatte sein natürliches Pendant verloren, als Bialik aus seinem etwas höher, etwas weniger mitten in der Masse stehendem Turmhaus oben am Magistrat wegging ... Ich habe" an dem Sonntag, an dem Lewin in Haifa starb, einen Brief in seinem Auftrag geschrieben bekommen, der begann: »...Reh Schmarja ist, wie Du weißt, seit Bialik nicht mehr da ist, zu krank, um noch selbst schreiben zu können. Aber er läßt Dir sagen, daß er nichts mehr erleben möchte als den wirklichen und großen Ausbau des Bialik-Institutes, mit dem Ihr Jungen einen Teil von dem erfüllen sollt, was Bialik gewollt hat.« Kultur, Juden, — hat Reh Schmarja mir gesagt, — um Himmels willen Kultur, auch wenn nur die ganz wenigen sie tragen ... Es könnten seine allerletjten Worte gewesen sein.