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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 42

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 42 (sequence 44)
Language
German
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42 Gerda Luft es, sich kleine Werkstätten zu eröffnen und an der blühenden Spekulation ist auch der kleine Mann in beträchtlichem Umfange beteiligt. Dabei läuft er dann freilich Gefahr, seine kleinen Ersparnisse einzubüßen, hat aber auch hier und da das Glück, selbst einen guten Brocken zu erhaschen, der seine soziale Stellung mit einem Schlage ändert. Schließlich darf nicht vergessen werden, daß die Standardhebung im Lande heute keine Sache der Bourgeoisie, sondern eine allgemeine Erscheinung ist, an der die Arbeiter, insbesondere die qualifizierten, in großem Umfange partizipieren. Man kann das an der Frequenz der Lokale, an Kleidung, am Ankauf von Möbeln, kurz an der allgemeinen Verbesserung der Lebenshaltung erkennen, die keineswegs auf das Bürgertum beschränkt ist. Daß die Arbeiterschaft bisher imstande gewesen ist, ihren Standard gegenüber dem wachsenden Lebensniveau der Bourgeoisie zu halten, ihn sogar entsprechend der herrschenden Prosperität zu steigern, liegt eben an der Proportion zwischen Investitionen und arbeitender Immigration. Die Arbeitszertifikate konnten trotj ihrer Erhöhung und trotj der beträchtlichen illegalen Einwanderung, die die Massen der Arbeitnehmer verstärkte, nicht dem Bedarf entsprechen, und da mit der Einwanderung eine radikale Umschichtung zusammengehen muß, die niemals in genügendem Maße erreicht wird, stiegen die Löhne bis auf für Palästina bisher unbekannte Stufen. Die straffe Organisation der Arbeiterschaft, die sie schon als Tradition aus früheren Siedlungsstadien mitgebracht hatte, halfen bei diesem Aufbau eines hohen Arbeiterstandards — zumindest in den Städten, der wieder seinerseits der Konjunktur zugute kam, da er Verbrauchskraft und Kaufkraft in weiten Kreisen schuf. Noch in anderer Beziehung gibt es heute keine feste Klassenschichten in Palästina. Die ganz veränderten Lebensverhältnisse, die der Einwanderer bei der Ankunft im Lande vorfindet, lassen ihn die verschiedensten neuen Wege ausprobieren. Aus Mittelständlern werden Siedler, die selbst arbeiten. Viele sind in einem laufenden Berufswechsel begriffen, werden aus Unternehmern oder Angehörigen freier Berufe zu Arbeitern, wechseln Klasse und Beschäftigung. Es ist das eine normale Erscheinung jedes Kolonisationslandes — man denke nur an die an Illustrationen reiche Geschichte Amerikas! — upd sie wird 'tl

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