Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 43)
- Language
- German
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Ein Jahr der Umwälzung I I rung der jüdischen Bevölkerung Palästinas mit sich gebracht. Es bildet sich eine — vorläufig noch der Kleinbeil des Landes entsprechend sehr dünne — Schicht der oberen Hunderte, die bereits als reich angesprochen werden können. Danach kommt die sich verbreiternde Schicht des Bürgertums, Pflanzer, mittlere Industrielle, Rentner und Händler. Ihnen folgt die heute ziemlich breite Schicht der gut verdienenden städtischen Arbeiter, die die Standarderhöhung zu einem guten Prozentsatz mitmachen und schließlich der unqualifizierte und landwirtschaftliche Arbeiter. Die unterste Stufe wird schließlich von jener bunt zusammengewürfelten Fülle der Gelegenheitsarbeiter gebildet, die sich zum großen Teil aus Angehörigen der orientalischen Juden — Kurden, Jemeniten, Perser etc., aber auch aus europäischen Juden — rekrutieren, die von der Konjunktur nur wenige und sehr magere Fegen erwischen können und auf einem sehr niedrigen Existenzminimum leben, bei einer geordneten Sozialpolitik bereits Objekte einer Fürsorge und vorsichtigen, auf die Hebung ihres Standards bedachten Wirtschaftspolitik sein müßten. Man darf sich diese entstehende Differenzierung jedoch keineswegs so vorstellen, als ob sie bereits zu fest abgegrenzten Schichten und Wirtschaftsklassen geführt hätte. Palästina ist auch heute noch in dem Sinne ein echtes Kolonisationsland, daß sich die Klassengrenzen sehr leicht verwischen und Angehörige der verschiedenen Schichten stark aus der einen in die andere hinüberwechseln. So ist zum Beispiel das Gewicht der »nationalen« Siedlungen in den legten Jahren insbesondere dadurch gewachsen, daß die Wirtschaften durch Außenarbeit und gute Preise für ihre Produkte an der Konjunktur teil hatten, dadurch imstande waren, ihre Wirtschaften auszubauen, durch Intensivierung neue Menschen aufzunehmen und ihren Standard merklich zu erhöhen. Weiter ist zu beobachten, daß es — wieder auf Grund derselben Situation — einer beträchtlichen Zahl von Lohnarbeitern in den Kolonien gelungen ist, sich eigene Wirtschaften durch Ersparnisse und Anleihen aufzurichten. (Ein großer Teil von Wadi Chawarith ist auf diese Weise besiedelt worden, ebenso wie bestimmte Gegenden des mittleren Scharon um Tel- Mond.) Hier ist also der Schritt vom Lohnarbeiter zum selbständigen Siedler geglückt. In den Städten sind ebenfalls die Grenzen zwischen Arbeiterschaft und kleinem Unternehmertum keineswegs klar und fest. Vielen gelingt