Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 39

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 39 (sequence 41)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4919024-4919797--0616-4919838
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ein Jahr der Umwälzung 39 revisionistischen Bewegung, der nach langem Hin und Her in einer Niederlage Ben-Gurions, und damit im Siege der radikaleren Arheitermassen endete. Dieser Kampf hatte weit über die Reihen der Arbeiterschaft seine Bedeutung, weil er tief in das Bürgertum hineingriff und zu einem zionistischen Streit wurde. Die »Nein-Sager« begründeten ihre Haltung in der Hauptsache damit, daß sie es ablehnten, den Revisionismus, die jüdische Form des Faschismus, durch ein Abkommen zu legalisieren und ihm damit neue große Propagandamöglichkeiten zu eröffnen, wahrend zugleich die Stellung der Arbeiterschaft gefährdet wurde. Man hatte vielfach von der Ablehnung des Abkommens ein Neuaufleben der dauernden Reibereien unter den jüdischen Parteien, die oft genug in Schlägereien ernster Natur ausarteten, befürchtet. Diese Angst war jedoch unbegründet. Die letzten Monate haben eine Befriedung der Atmosphäre gebracht, die auch während der großen Massenfeste der letjten Monate mit ihren Menschenansammlungen und Erregungen nicht gestört worden ist. Eine Analyse der hier grob skizzierten raschen Entwicklung wird sich in erster Linie mit zwei Fragen zu beschäftigen haben, nämlich denen nach der Beeinflussung des jüdischen Palästina auf sozialem und kulturellem Gebiete. Denn es ist klar, daß derartige im Verhältnis zur Kleinheit Palästinas eminente Expansionen durch Einpumpen von Menschen und Kapital imstande sind, grundlegende Veränderungen herbeizuführen. Man wird also untersuchen müssen, ob solche Veränderungen eingetreten sind und wie sie sich bemerkbar machen. Um die Wandlungen des' heutigen Palästina zu verstehen, muß man sich nochmals vor Augen halten, daß die Konjunktur in erster Linie auf der Vergrößerung der Kaufkraft — unter den Juden und zu einem Teil auch unter den Arabern — beruht. Die Ankurbelung der jüdischen Wirtschaft in Palästina erfolgte dadurch, daß große Massen einwanderten, für die alle Bedürfnisse — Wohnung, Nahrung, Kleidung, Vergnügen — befriedigt werden mußten, daß zugleich das Kapital hineingepumpt wurde, das imstande war, diesen neuen Anforderungen Genüge zu leisten und daß durch die Belebung des Arbeitsmarktes, die dadurch erfolgte, auch unter den früheren Bewohnern des Landes, insbesondere ihrem jüdischen Sektor, eine Standarderhöhung ermöglicht wurde. Das bewegende Rad der neuen Wirtschaft ist also im ersten Stadium der gesteigert«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.