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Jüdischer Almanach · 1938-01-01 · 5698 (1937-1938) · p. Seite 130

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5698 (1937-1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 130 (sequence 142)
Language
German
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130 HANS MARTIN Verlag M. Schwamm, Dresden« werden neue mathematische Schulaufgaben für die Schuljugend gestellt: »Begründe den Unterschied in der Zahl der Juden zwischen Pommern und Ostpreußen einerseits und der Rhein-Provinz und Hessen Nassau andererseits! Leite aus den Zahlen die Üherzeugung ab, daß wir in einem ganz berechtigten Abwehrkampfe gegen die Juden stehen.« In dem Lesebuch von Damer, Regat und Maszmann, Verlag Ferdinand Hirsch, Breslau 35 schreibt Professor Dr. Martin Stängler in dem Lesestück »Die Judenfrage«: »Und sie wurden, was sie von Natur immer gewesen waren: Händler, Schacherer. Nur handelte der eine mit Gesetzen und ihrer Auslegung und der zweite handelte mit Krankheiten und ihrer Behandlung. Er nannte sich zwar Arzt . .. und das Geschäft ging gut. Sie haben beide große Pläne. . . Sie werden beide Universitätsprofessoren werden. ,Wir haben so unsere Beziehungen.' Schade, daß der 30. Januar 1933' dem ganzen Spuk ein Ende machte. So gewissenlos und gerissen dieser Judenvater und seine Söhne arbeiten, so arbeitet das Judentum in seiner Gesamtheit; es ist der Totengräber deutschen Lebens.« Die Dämme sind gebrochen, nun kann man auch den Rathenau-Mord vor der ganzen deutschen Jugend verherrlichen. Das »Verlagshaus für Volksliteratur«, Berlin gibt eine Schriftensammlung für Jugendliche, »Die braune Reihe« heraus; in Heft 14, »Das Drama auf Burg Saaleck« lesen wir, und was viel mehr ins Gewicht fällt, liest die deutsche Jugend: »Es ist vielleicht tragisch für den Menschen Rathenau, daß er die Sünden seiner Rasse in seiner Person büßen mußte, aber die Männer, Revolutionäre von echtem Geist fragten nicht darnach ... und darum soll die Tat der beiden kaiserlichen Marineoffiziere Fischer und Kern, wie im nächsten Kapitel behandelt wird, in dem Lichte erscheinen, in dem sie allein aufgefaßt werden kann: Rebellion des deutschen Gewissens gegen die Vaterlandslosen.« In dem verbreiteten deutschen Schüler-Kalender »Kalender der Deutschen Jugend 1935«, herausgegeben im Auftrag des nationalsozialistischen Lehrerbundes, Verlag Reindel, Bamberg, richtet Julius Streicher an die deutsche Jugend die Aufforderung: »Du mußt darum der Feind des uns völlig artfremden Judentums sein. Du bleibst ihm feind, solange es lebt. Zwischen ihm und Dir gibt es kein Paktieren und erst recht keine Versöhnung ... Zerstört gemeinsam den Zerstörer!... Die Juden sind das auserwählte Verbrechervolk.«

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