Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5698 (1937-1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 134)
- Language
- German
- Belongs to
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124 Aus unserer Kinder Munde Die Kinder besuchen mit der Kindergärtnerin den Stall. Sie sehen und bestaunen das ewige Wunder der Mütterlichkeit: Ein Kälbchen saugt bei seiner Mutter. Sie können die Augen nicht abwenden von der Niedlichkeit, die in einem jungen Tiere verborgen ist. Dworah, die im Stalle arbeitet, kommt zu ihrem Söhnchen Mosche, drückt ihn an sich und sagt zu ihm: »Siehst du, bei dem Kälbchen ist es genau so, wie bei den Menschen. Auch du hast einmal bei deiner Mutter getrunken.« Da reißt Mojschele die schwarzen Augen ganz gewaltig auf und sagt: »Wie ich ein kleines Kind war, warst du also eine Kuh?« Gideon steht mit einem Hammer, Brett und Nagel mitten im Wirtschaftsgebäude und bemüht sich irgendetwas zusammenzuschlagen. Einer der Genossen geht vorüber und wendet sich mit einer Frage an Gideon: »Was gedenkst du zu tischlern?« Daraufhin bekommt er die prompte Antwort: »Ich will eine Maschine zusammenhämmern, die von selbst die Nase putjen wird.« Wir leben ja im Zeitalter der Maschinen. Es ist am Seeufer. Mit was für einer Wonne pantscht es sich doch im Wasser herum. Immer wieder laufen die Kleinen, kaum aus den Wellen heraus, zurück in das kühle