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Jüdischer Almanach · 1938-01-01 · 5698 (1937-1938) · p. Seite 66

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5698 (1937-1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 66 (sequence 72)
Language
German
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66 M. J. BEN-GAVRIEL Schlauheit großes Loh des Weisen einheimst, und einen Kuß noch dazu*)! (Erubin, 53b). Aber nicht weniger stolz ist es auf »haj Jenuka«, auf jenen Knaben, jenes namenlose Wunderkind, das im heiligen Buche »Sohar« — es hat nur so zufällig in dieses ihm verbotene Geheimbuch einen Blick geworfen — so viele merkwürdige Geheimnisse dem greisen Sohar-Weisen offenbart. Und schon erfährt es, wiederum im Talmud (Schabbath, 119b), daß die Welt nur kraft des Atems der in der Schule lernenden Kinder sich erhält und (Talmud dortsclbst), daß die heilige Stadt Jerusalem nur darum zerstört wurde, weil die Kinder aufgehört hatten in die Schule zu gehen. Deshalb wird man aber künftighin den lieben Schulunterricht selbst wegen der bevorstehenden Wiedererrichtung des Jerusalcmer Heiligtums nicht unterbrechen (dortselbst) und darum nennt auch, derselben Talmudsteile zufolge, der große König David die kleinen Kinder: »Erlöser«, Messiasse (I. Chr. 16, 22), wenn er singt: »Rühret mir meine gesalbten Messiasse nicht an!« -— Anstrengend und arbeitsreich ist der Tag des jüdischen Kindes der Frommen. Legt es sich aber ermüdet zur Ruhe, so schwebt (Iii" alte Weise in der Stube: Schlof ze (doch), schlof, in dein Ruh' moch die koschere Eigelach zü! Schiofen is a gute S'chojrc (Ware), Mojschele wet (wird) lernen Tojre, Sfurim (Bücher) wet er schreiben, a güter ün a frömmer Jid wet er mjertschem (so Gott will) bleiben. M. Y. Ben Gavriel: Palästinensische Kinder Es soll hier versucht werden, durch ein paar typische Kinderaussprüche die Mentalität des palästinensischen Kindes anzudeuten, jenes Kindes, das, einzigartig, am Schnittpunkt zweier Welten lebt. Alle diese Aussprüche haben ein *) Siehe im Präger Jüdischen Almanach a. d. J. 5687 in meinem Aufsatz »Jüdische Rätsel«!

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