Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5698 (1937-1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 47)
- Language
- German
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DAS JAHR 5697 r> des. Das bisherige Mandat solle durch ein Vertragsverhällnis zwischen einem arabischen souveränen Staate, einem jüdischen souveränen Staate und der britischen Regierung ersetzt werden. Der jüdische Staat soll ganz Nordpalästina bis zum Tiberias-See und das Küstengebiet umfassen; ein Korridor zwischen Jerusalem und Jaffa, sowie die Heiligen Stätten und das Gebiet um Akaba am Roten Meer sollen unter britisches Mandat gestellt, der Rest des Landes mit Transjordanien zu einem neuen arabischen Staat vereint werden. Soweit in groben Umrissen die Empfehlungen der Königlichen Kommission, die in ausführlicher Weise — der Bericht umfaßt 404 Seiten und 9 Kartenskizzen — das Palästinaproblcm, die Judenfrage und die Mandatspraxis analysierte. Durch diese Gründlichkeit,' aber auch durch eine großzügige und zumeist tatsächlich objektive Betrachtungsweise unterscheidet sich die Expertise der Peel-Konimission ganz wesentlich von allen bisherigen englischen Kommissionsberichten über Palästina. Das zionistische Aufbauwerk wird in offener Weise anerkannt, die Fehler der Palästinaverwaltung werden schonungslos aufgezeigt. Das erste Echo in der jüdischen Welt — wir stecken noch mitten darinnen — war eine unverhohlene Enttäuschung über die weitere Einengung des zur jüdischen Kolonisation bestimmten Gebietes. Besonders schmerzhaft wurde allerorts der im Bericht vorgesehene Verlust Jerusalems und des südlichen Palästinas, des Negews, für die jüdische Aufbauarbeit empfunden. Andererseits jedoch kam wieder die ehrliche Genugtuung zum Ausdrucke, daß die englische Regierung, die sich in einer Erklärung den Empfehlungen der Peel-Kommission angeschlossen hatte, in einem Zeitpunkte, da die zahlreichen Feinde des jüdischen Volkes in aller Welt zu neuen Schlägen ausholen, in entschiedener und ernst zu nehmender Weise dem jüdischen Volk den Aufbau eines eigenen souveränen Staates verspricht. Der Bericht wurde bereits im englischen Ober- und Unterhaus gründlich durchdiskutiert; das englische Parlament hat noch keinen endgültigen Entscheid über die künftige Palästinapolitik getroffen, sondern wartet die Beratungen der Mandatskommission, der der Bericht zur Zeit vorliegt und des Völkerbundrates und die Stimme des XX. Zionistenkongresses ab. So weit stehen wir heute.