Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5698 (1937-1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 46)
- Language
- German
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11 HANS LICHTWITZ jedoch — sie bestand aus dem Vorsitzenden Lord Peel, ferner Sir Horace Rurnbold, Sir Laurie Hammond, Sir Morris Carter, Sir Harold Morris und Prof. Reginald Coupland, durchwegs erfahrenen und routinierten Kennern der englischen Orientpolitik — und das große Ansehen, das sie von Anbeginn ihrer Tätigkeit an in England genoß, zwang jedoch die Jewish Agency sich an der Untersuchungsarbeit mit größter Sorgfalt zu beteiligen. Als grandioser Auftakt der jüdischen Darlegung vor der Kommission wurde in der ganzen Welt die Rede Chaim Weizmanns aufgefaßt, die durch zahlreiche Detail-Aussagen seitens der Mitglieder der zionistischen Exekutive und jüdischer Instanzen Palästinas ergänzt wurde. Die jüdischen Sprecher vor der Kommission konzentrierten sich darauf, die jüdische Aufbauarbeit in ihren großen Umrissen und historischen Perspektiven darzustellen und in entsprechender Art das Problem der oft störenden und hemmenden Tätigkeit der Palästina-Administrative aufzurollen. Die arabischen Zeugen hingegen hielten sich einheitlich an die Richtlinien des »Obersten arabischen Komitees«, daß auch den Generalstreik geführt hatte. Sie lehnten grundsätzlich das Mandat ab, verlangten eigene staatliche Unabhängigkeit und ließen sich im großen und ganzen wenig auf die Detailfragen der Palästinaverwaltung ein. Die Kommission blieb bis anfang Febcr 1937 im Lande, studierte gründlich das ihr vorgelegte Material, unternahm zahlreiche Erkundigungsfahrten durch jüdische und arabisebe Gebiete — oftmals inkognito —, besuchte Transjordanien und nahm an vielen öffentlichen und privaten Veranstaltungen teil. Nach London zurückgekehrt, vernahm sie noch eine Reibe hervorragender englischer Politiker, die jemals mit der Palästinaproblematik in Berührung geraten waren und zog sich dann für etliche Wochen zur Ausarbeitung ihres Berichtes zurück, der am 8. Juli 1937 veröffentlicht wurde. Dieser Bericht erfüllte alle Voraussagen, daß sich die Kommission nicht an die bisherigen Richtlinien der englischen Palästinapolitik und an die von früheren Kommissionen aufgestellten Theten halten, sondern aus eigenem die ganze Pulästina frage neu und in origineller Weise aufrollen werde. In dem Bericht gebt die Kommission von der Oberzeugung aus, daß die jüdischen und arabischen Aspirationen in Palästina sich als unvereinbar erwiesen hätten. Die Lösung, die sie darum vorschlägt und die einem »chirurgischen Eingriff« gleichkomme, sei die Teilung des Lan-