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Jüdischer Almanach · 1938-01-01 · 5698 (1937-1938) · p. Seite 46

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5698 (1937-1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 46 (sequence 48)
Language
German
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46 HANS LICHTWITZ Diese Jahresrückschau wird am Tage der Eröffnung des •XX. Zionistenkongresses angeschlossen. Der XX. Kongreß wäre in »normalen«, in ruhigen Zeiten, ein großer Jubiläumskdngreß der zionistischen Bewegung geworden, die nun mit vierzig Jahren in ihr Mannesalter tritt, mit all dem freudigen und feierlichen Gepräge, das einem so bedeutsamen Meilensteine auf dem Wege einer nationalen Freiheitsbewegung zukommt. Das Schicksal will es, daß dieser Jubiläumskongreß ein großer Kongreß in einem ganz andern Sinne des Wortes wird. Er tritt in historischer Stunde zusammen; seine Delegierten und wir alle, die wir in diesen Tagen von einer unbändigen Unruhe und Erregung erfüllt sind, spüren ganz deutlich den Pulsschlag einer Zeit, die in die jüdische Geschichte eine tiefe Zäsur einschneiden wird. Alles ist im Flusse. Eine historische Stunde ist angebrochen. Die Enge um uns weicht, über uns ist ein dunkles Gewölk, aber auch ein Stück Himmel sichtbar geworden. Unsere ganze Arbeit in dem neuen Jahr, in das wir nun eintreten, wird in dieser neuartigen Atmosphäre vor sich gehen. Was auch immer die Zukunft bringen mag, eines steht fest, felsenfest: das jüdische Volk wird über alle Hemmunsen und Hindernisse von heute und morgen hinweg seine Heimstätte errichten. Ein auch nur flüchtiger Blick auf die vier Jahrzehnte zionistischen Entwicklung, die hinter uns liegen, zeigt eindringlich, daß der Weg der Verwirklichung des Zionismus in der Regel nicht über breite und glatte Straßen führt. Aber weil wir das Palästinaaufbauwerk als ein geschichtliches Muß, als unsere Ijcbensaufgabe betrachten, sind wir unbefangen genug, zu allen Zeiten den Kopf oben zu halten und wachen Auges in die Zukunft mit all ihren Gefahren, aber auch all ihren Chancen zu blicken» Die historische Aufgabe der zionistischen Generation von heute ist es, in unsern Tagen das Aufbauwerk und den jüdischen .Tischuw in Palästina zu jener Kraft werden zu lassen, die erforderlich ist, um aller absehbarer, uns noch drohenden Gefahren Herr zu werden, aber zugleich auch im Rahmen der gesamtzionistischen Politik als ein gewichtiger und jederzeit unübergehbarer Faktor eingesetzt werden zu können. Der große historische Fortschritt in Palästina soll noch in unsern Tagen erfolgen. Das ist eine Aufgabe, die vielleicht in ihren Alltagsdimensionen manchmal unpathetisch und kle'in erscheinen mag, zu der Schekel und Büchsenleeren, Beiträge für die

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